Gemeinderat
Erfreuliches Fazit in Luterbach: Fast alle 32 Problempunkte gelöst

Der Gemeinderat Luterbach befasste sich mit der Ortsplanungsrevision.

Gundi Klemm
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Gemeindehaus Luterbach.

Gemeindehaus Luterbach.

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Die Rückmeldungen der Fraktionen betrafen 32 Probleme, die an einem Workshop im Juni bereits besprochen und danach innerhalb der Parteien diskutiert wurden. Die bis Ende August gesammelten Vorschläge zur Lösung präsentierte die Planungs- und Umweltkommission (PUK) nun in einer Übersicht, die der Rat nochmals Punkt für Punkt durchging.

Im Blick dabei war vor allem die zukünftige Entwicklung der Gemeinde, deren Bevölkerung von jetzt 3500 längerfristig auf eine «Maximalgrösse» von 4500 Personen zunehmen könnte. Deshalb wird an etlichen Strassen eine Verdichtung nach innen mit der Umwidmung von W2 auf W3 angestrebt. Klar wurde, dass der Aufbau von Attiken auch in der W2-Zone erlaubt ist.

Im Weiteren ging es um Fuss- und Radwege, um ein Landstück, auf dem seit zwei Jahrzehnten nichts geschieht und eigentlich dessen Auszonung droht, um die verkehrsgesperrte Poststrasse, die einseitig wieder geöffnet werden soll, und um den schlechten Zustand einer Hostet, deren Pflege und Aufwertung finanziell unterstützt werden soll.

Herausgenommen aus der Ortsplanung wurde die vor Jahren anvisierte Umfahrung Luterbach. Zukunftsweisend gestaltet werden soll eine Zentrumszone für Gewerbe, die aber noch näher definiert werden soll. Ein Thema, das vor allem das kantonale Planungsamt ins Spiel brachte, ist der Hundetrainingsplatz direkt oberhalb der Autobahnunterführung. «Wir sind für den Hundesport», erklärte der Rat einstimmig und erwartet, dass die Zonenzuweisung durch den Kanton vorgenommen wird.

Die neu im Gemeinderat vertretene SP plädierte dafür, den Einwohner-Maximalwert von 4500 Personen aufzuheben. PUK-Präsident Jürg Nussbaum warnte, dass dies Konsequenzen für fast alle Bereiche von der Zonierung bis beispielsweise im Ausbau von Kanalisation und Schulwesen haben würde. Der Rat verzichtete auf eine Änderung.

Im Blickpunkt standen die Aufwertung der Kernzone durch ein verändertes Parkregime, aber gleichzeitig mit dem Wissen, dass Läden auch Kundenparkplätze brauchen. «Unsere Zukunftsstrategie besagt, dass wir Einkaufsmöglichkeiten im Dorf behalten wollen», erklärte Gemeindepräsident Michael Ochsenbein.

Genauer betrachtet wurde auch eine neue, bisher unbebaute Zentrumszone, die aber zur Hälfte noch in der Landwirtschaftszone verbleiben soll. Nach der rege genutzten Besprechung wurden nur zwei Punkte der 32-teiligen Bereinigung als nochmals diskussionswürdig zurückgestellt.

Früh mit Deutschförderung beginnen

Ressortleiter Pascal Jacomet erläuterte den Pensenantrag der Schule Luterbach, die fürs neue Schuljahr mit 271 Kindern in 15,5 Abteilungen rechnet. Die durchschnittliche Schülerzahl liegt bei 17,5 pro Klasse. Die von Isabel Gasser-Moser erarbeiteten Richtlinien für die Spielgruppe sehen ab kommendem Jahr eine Doppelleitung ab 9 Kindern vor. Sehr bewusst ist man sich in Luterbach, dass die Deutschförderung vor dem eigentlichen Kindergarten und Schulbeginn sehr früh einsetzen muss. Eine Kantonale Anschubfinanzierung zum verbesserten Spracherwerb soll den Gemeinden die Übernahme dieser neuen Aufgabe erleichtern.

Eine halbe Million Franken gespart

Rund eine halbe Million Franken kann die Gemeinde im Strassenausbau sparen, weil die Zufahrt zu einer Überbauung am Mattenweg geändert wurde. Man könne jetzt direkt vom Bahnhof her in die Tiefgarage des Gebäudes fahren, so Nussbaum. Geklärt wurde auch eine Anfrage zu Luftaufnahmen des Dorfgebietes per Drohne. Das Luterbacher Polizeireglement besagt, dass solche Kameraaufnahmen nur im eigenen Privatareal zulässig sind. Dem Wunsch von Hans Peter Schläfli, der die unpersönliche Mailkommunikation als Ersatz von Ratssitzungen nicht schätzt, folgte der Gemeindepräsident, der unter Einbezug von Zoom oder Sitzung unter coronabedingten Auflagen von Fall zu Fall entscheiden will.

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