Der Gemeinderat hat die Ortsplanungsrevision einstimmig zuhanden des Kantons verabschiedet, dort wird sie nun zum zweiten Mal vorgeprüft. Theo Schnider, Präsident der Ortsplanungskommission, präsentierte dem Rat am Montagabend die zentralen Änderungen, die seit der öffentlichen Mitwirkung eingeflossen sind.

Revolutionär sei die Ortsplanung nicht, so Schnider. Dies habe damit zu tun, dass sowohl die öffentliche Mitwirkung als auch die erste kantonale Vorprüfung klare Leitplanken vorgegeben hätten. «Wir sind bei jedem möglichen Einzonungsversuch gescheitert», erklärte er.

Anders als anfänglich geplant, soll nun weder im Gebiet Steinenberg noch im Gebiet Schützenstrasse Süd eingezont werden. Auch die Reservezone im Gebiet Sandmattstrasse West soll – anders als ursprünglich geplant – nicht eingezont werden und zwar, weil der Eigentümer keine Überbauungsverpflichtung unterzeichnen möchte.

Wohnraum für 150 Personen?

Die Konsequenz besteht darin, dass eigentlich keine Einzonungen mehr möglich sind. «Wir müssen uns auf die innere moderate Verdichtung konzentrieren», so Schnider. Man sei sich aber bewusst, dass auch diese teilweise kritisch betrachtet werde, erklärte er und nahm Bezug auf die von Quartierbewohnern beantragte Planungszone im Gebiet Steinenberg, die sich gegen die Erstellung eines 7-Familienhauses richtete.

Während die innere Verdichtung zu Beginn des Ortsplanungsprozesses noch stark angestrebt wurde, habe man seit der Mitwirkung vor einem Jahr immer mehr davon abgesehen. «Durch innere Verdichtung entsteht automatisch ein Wachstum», erklärt Schnider. Wenn ein Grundstück mit Einfamilienhaus verkauft werde, entstehe aufgrund der hohen Quadratmeterpreise sehr schnell die Idee, dass man das Land besser auf mehrere Wohneinheiten aufteilen würde und Mehrfamilienhäuser erstellt. «Für rund 150 Personen könnte auf diese Weise Wohnraum geschaffen werden», so Schnider.

Weitere Resultate der Mitwirkung sind etwa, dass Massnahmen zur Schulwegsicherheit eingeflossen sind, und dass das Naturinventar angepasst werden soll. Die Bäume auf dem Friedhof sollen neu unter Schutz stehen. Baulinien werden reduziert, die Ausnützung in den Wohnzonen wird nur gering erhöht, nämlich um zirka fünf Prozent.

Zwei Kernzonen

Künftig gibt es ausserdem nur noch eine W3- und eine W2-Zone, dies anstelle von W2A und W2B. Ausserdem entstehen zwei Kernzonen. Jene in Feldbrunnen muss dreigeschossig bebaut werden, die andere beim Pintli in St. Niklaus ist hingegen nur zweigeschossig. Schnider: «Ursprünglich wollten wir die Kernzonen vereinheitlichen, sind dann aber auf Mitwirkungseingaben eingegangen, welche den Charakter des Pintli-Quartiers erhalten wollen.»

Nach der Vorprüfung soll im Frühsommer die öffentliche Auflage, gefolgt von allfälligen Einspracheverhandlungen und wenn nötig einer zweiten öffentlichen Auflage, erfolgen. Man hofft jedoch auf Zustimmung aus der Bevölkerung. «Die grösste Opposition wurde in der Mitwirkung betreffend Einzonungen geäussert – diese sind nun alle weggefallen», sagte Gemeindepräsidentin Anita Panzer.

Positives Rechnungsergebnis

Im Weiteren präsentierte Finanzverwalterin Isabella Howald erste Informationen zum Rechnungsabschluss des vergangenen Jahres. Zwar sind gewisse Positionen noch unklar, so etwa der Betrag des kantonalen Lastenausgleichs. Es zeichne sich aber ein sehr hoher Ertragsüberschuss von rund 700'000 Franken ab. Grund dafür seien die Steuereinnahmen, die bei den natürlichen Personen rund 300'000 Franken, bei den juristischen Personen rund 116'000 Franken höher als budgetiert seien. Zusätzliche Abschreibungen würden bei der Gewinnverwendung sicher ein Thema.