Derendingen

Gemeinderat diskutiert rund um das Wasser

Die Anlagen sollen gemeinsam betrieben werden. (Archiv)

Die Anlagen sollen gemeinsam betrieben werden. (Archiv)

Der Gemeinderat Derendingen steht hinter dem Zusammenschluss mit den Gemeinden des äusseren Wasseramtes.

Seit 2005 werden die Gemeinden des Zweckverbandes Wasserversorgung äusseres Wasseramt (ZWäW) mit Wasser aus Derendingen versorgt. Diese Zusammenarbeit ergab sich, nachdem das Pumpwerk in Subingen abgesprochen wurde. Da die Zusammenarbeit gut funktioniert, möchten die EWD (Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen) und der ZWäW ihre Anlagen künftig gemeinsam betreiben.

Dazu soll die Wasserversorgung Wasseramt AG gegründet werden. Angedacht ist, dass zuerst einmal die Haupttransportleitungen (Primärnetz) an die Aktiengesellschaft ausgelagert werden. Die lokale Verteilung, das sogenannte Sekundärnetz, verbleibt vorderhand bei den Gemeinden. Nach längeren Vorarbeiten liegt das Vertragswerk nun vor. Der Gemeinderat Derendingen hat die Statuten der Wasserversorgung Wasseramt AG und den Aktionärsbindungsvertrag in seiner letzten Sitzung diskutiert. Speziell ist dabei, dass Derendingen seine Wasserversorgung an die EWD, eine selbstständig öffentlich-rechtliche Unternehmung, die zu 100 Prozent im Besitz der Gemeinde ist, ausgelagert hat.

Damit die Aktiengesellschaft gegründet werden kann, müssen die Gemeinderäte und die Gemeindeversammlungen aller beteiligten Gemeinden (Aeschi, Bolken, Deitingen, Derendingen, Drei Höfe, Etziken, Halten, Horriwil, Hüniken, Kriegstetten, Oekingen und Subingen) zustimmen. Der Gemeinderat Derendingen steht grundsätzlich hinter dem Zusammenschluss.

Quelle wird definitiv an die EWD übertragen

Das Wasserversorgungssystem der Gemeinde Derendingen wurde in den Jahren von 1874 bis 1900 erstellt. Über 100 Brunnen wurden damals mit Wasser versorgt. 1897 ging die Versorgung an die Bürgergemeinde über, 1922 erwarb die Einwohnergemeinde die Wasserversorgung. Später wurde die Wasserversorgung an die EWD ausgegliedert. Dabei wurde aber der Übertrag des Quellenfassungsrechtes der Quelle im Eichholzwald, die nach Güter- und Waldumlegungen nach dem Autobahnbau auf Kriegstetter Boden liegt, vergessen. Tatsächlich gehört die Niederdruckwasserversorgung deshalb heute rein juristisch gesehen immer noch der Einwohnergemeinde. Dies soll nun korrigiert werden. Gemeindepräsident Kuno Tschumi hat dem Gemeinderat den Antrag gestellt, das selbstständige und dauernde Quellfassungs- und Ableitungsrecht von der Einwohnergemeinde auf die EWD zu übertragen.

1922 wollte man das damalige Niederdrucknetz komplett durch Hochdruck ersetzen. Das ist allerdings bis heute nicht geschehen. Gerade wegen der neusten umweltpolitischen Diskussionen, auch rund um das Wasser, stellt sich die Frage, was mit dem Derendinger Niederdruckwassernetz geschehen soll. Abklärungen dazu seien derzeit im Gange, so Tschumi.

Der Gemeinderat hat zudem das revidierte Reglement für die Abfallbeseitigung diskutiert. Weil das Abfallwesen in Derendingen seit Jahren defizitär ist und alle Reserven aufgebraucht wurden, müssen die Grundgebühren pro Haushalt von bisher 125 Franken auf neu 160 Franken erhöht werden.

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