Gerlafingen
Gemeindepräsident und Vize hören gleich beide auf

In Gerlafingen steht ein Wechsel in der Gemeindeführung bevor. Gemeindepräsident Peter Jordi wird nach dieser Legislatur die Politkarriere abschliessen, Vizepräsident Christian Holderegger wird in einer anderen Gemeinde Präsident.

Gundi Klemm
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Peter Jordi und Christian Holderegger 2015 am Dorffest.

Peter Jordi und Christian Holderegger 2015 am Dorffest.

Rahel Meier

Nach Absolvierung einer relativ harmlosen Geschäftsliste überraschte Gemeindepräsident Peter Jordi die Gemeinderatsmitglieder mit zwei wesentlichen Mitteilungen. Schon sehr bald – mit Amtsantritt am 1. Juli- verlässt der jetzige Vizegemeindepräsident Christian Holderegger (FDP) Gerlafingen. Mit einem traumhaften Resultat ist er zum Gemeindepräsidenten in Uznach/SG gewählt worden.

Die zweite Nachricht betraf ihn selbst: Jordi will die laufende Legislatur beenden und sich nicht mehr zu einer erneuten Wahl ins Gemeindepräsidium stellen. «Nach den Sommerferien 2017 ist für mich dann beruflich Schluss», bekräftigte er.

Bis dahin allerdings werde er nicht etwa «ausplampen», sondern die vielen interessanten und für die Gemeinde wichtigen Aufgaben motiviert zu Ende bringen. Es gelte jetzt, die Parteienlandschaft auf die bevorstehenden Wechsel einzustellen, um rechtzeitig im Kreis der gewählten Ratspersonen eine geeignete Nachfolge zu finden.

Dies betreffe mit einem gewissen Zeitdruck vor allem das Vizepräsidium, dessen Amtsführung der Gemeindepräsident in der Person Holderegger sehr herzlich würdigte: «Christian gab mir eine grossartige Unterstützung».

Er vertrat Gerlafingen in zahlreichen Gremien und organisierte die örtlliche Bundes- und Jungbürgerfeier. Unvergessen ist das letztjährige Dorffest unter seinem Zepter. Der studierte Geologe Holderegger, dem er zum Wahlerfolg gratulierte, stammt aus der Ostschweiz und kehrt jetzt wieder zu seinen Wurzeln zurück. Jordi hofft, vor den Sommerferien ein neues Vizepräsidium durch den Gemeinderat als Wahlbehörde ernennen zu können.

Bildungsaufgaben

Dass der Informatik im Schulunterricht eine immer grössere Bedeutung zukommt, ist überall bekannt. Dass Computersysteme, die vor weit mehr als einem Jahrzehnt geplant und umgesetzt wurden, trotz Wartung kräftig altern, weiss jeder Zeitgenosse ebenso. So waren für die Ratsmitglieder die Informationen von Gesamtschulleiter Martin Müller zum Zustand der vom Kollaps bedrohten ICT-Ausrüstung insbesondere an den Gerlafinger Primarschulen nicht unbedingt eine Neuigkeit. Berufen ist inzwischen eine Arbeitsgruppe, die ein massgeschneidertes Konzept erarbeitet, das auch dem bevorstehenden Wechsel der Schulstandorte für Oberstufe und Primarschulen entspricht.

Die Unter- und Mittelstufe könnte so die vorhandenen Geräte der Oberstufe sicher noch für mehrere Jahre übernehmen. «Wir wollen kein Luxus-System, aber langfristig dem pädagogischen Ziel entsprechen, jedem Heranwachsenden einen Computer in der Schule zur Verfügung zu stellen», zeichnete Müller die Richtung vor. Für die nächsten drei Jahre skizzierte er Kosten von rund 1,2 Mio. Franken. Bis zur kommenden Budgeteingabe soll ein über mehrere Jahre «tranchierbarer» Entwurf vorliegen. Da im Rat nach dieser Orientierung Stille herrschte, meinte Müller, dass er angesichts der örtlichen Finanzlage auch keine Jubelstürme erwartet habe.

Interpellation Asylunterkunft

Namens der SVP wollte Thomas Wenger in Erfahrung bringen, warum einer siebenköpfigen Migrantenfamilie eine grossflächige Wohnung mit hoher Monatsmiete zur Verfügung gestellt werde. Die Sozialen Dienste Wasseramt Süd, an der Sitzung vertreten durch Präsident Thomas Flückiger und Geschäftsleiter Etienne Gasche, hatten schriftlich ausführlich begründet, dass man sich innerhalb von kantonalen Weisungen und Genehmigungen bewege. Erschwerend für eine Unterbringung wirke sich nämlich aus, dass sich der private Liegenschaftsmarkt häufig gegen «exotische» Bewohner sperre. «Die politischen Behörden sind eingeladen, in derartigen Fällen preisgünstige Wohnungen zu vermitteln», hiess es im Antwortschreiben.

Denn die der Sozialregion zugewiesenen Personen müssen laut Gesetz menschenwürdig untergebracht werden. Wenger, der für die ausführliche Antwort dankte, machte auf eine mögliche Verzerrung im Wohnungsmarkt aufmerksam, da sich hiesige Familien mit kleinem Einkommen derartige Wohnungen nicht leisten können.

In der Aussprache bedauerte Fabian Jordi (SP), dass der entscheidenden Behörde, die sich in einem engen Rahmen von Richtlinien bewegt, soviel Misstrauen entgegengebracht werde. Ohne Interpellation hätte sich das Thema leicht bilateral klären lassen. «Nein», widersprach Roger Käsermann (SVP) «wir im Gemeinderat sind die Kontrollbehörde, die überprüft, dass Gelder sparsam ausgegeben werden.»