Recherswil
Gemeindepräsident mobilisiert einseitig – für FDP ist persönlicher Aufruf «nicht tolerierbar»

In einer Email mobilisiert Recherswils Gemeindepräsident Hardy Jäggi (SP) für die Gemeindeversammlung am Donnerstagabend. Der FDP gefällt das gar nicht.

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Hardy Jäggis E-Mail-Aktion verärgert die FDP.

Hardy Jäggis E-Mail-Aktion verärgert die FDP.

Hanspeter Bärtschi

Die entsprechende Email wurde der FDP-Recherswil zugespielt, wie deren Präsident Jörg Aebischer schreibt. Darin richtet sich Hardy Jäggi an seine Freunde, Kollegen und Bekannte.

Es sei das erste Mal in 8 Jahren Gemeindepräsident, dass er sie ganz persönlich zum Besuch der Gemeindeversammlung aufrufe. Er tue dies, weil es im Traktandum 6 Reorganisation Gemeindeführung zu einer «ganz bestimmt» längeren und «wahrscheinlich» emotionalen Diskussion kommen werde.

Das Traktandum betrifft den Gemeindepräsidenten persönlich, geht es doch um sein künftiges Pensum und um die Aufgabenverteilung zwischen ihm, Gemeinderat und Verwaltung. Hardy Jäggi erklärt detailliert die Vorlage, und wofür er einstehe.

«Grosses Befremden»

«Mit grossem Befremden» nehme die FDP Recherswil von der E-Mail-Kampagne Jäggi Kenntnis. Er mobilisiere in seiner Rolle als Gemeindepräsident einen spezifisch ausgewählten Bevölkerungskreis für die Teilnahme an der Gemeindeversammlung und im Hinblick auf das Traktandum «Gemeindeführung» mit klarer Abstimmungsabsicht, so Jörg Aebischer.

Die Mail endet mit dem Aufruf, auch Bekannte und Nachbarn für die Teilnahme an der Gemeindeversammlung zu motivieren. «Ich bitte nicht darum, für die eine oder andere Variante zu stimmen. Ihr könnt Euch selber ein Bild machen.» Er wolle einfach einen breit abgestützten Entscheid.

Für die FDP Recherswil ist das Verhalten von Hardy Jäggi nicht tolerierbar. Er mobilisiere aus Eigeninteresse eine ausgewählte Bevölkerungsgruppe und schliesse den Rest davon aus. Das sei alles andere als ein Gemeindepräsident für alle, so Aebischer. (uby)