Subingen
Gemeindepräsident: «Diese Zahlen sind nicht korrekt»

Obwohl die Zahlen nicht stimmen: Dem Projektierungskredit für die Subinger Turnhalle werden die Delegierten trotzdem zustimmen.

Rahel Meier
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Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold

Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold

Thomas Ulrich und Tina Dauwalder

«Ich verstehe den Wunsch nach einer zweiten Turnhalle für die Oberstufe. Aber die Zahlen, mit denen der Schulverband operiert, sind so nicht richtig und das können wir nicht unwidersprochen lassen.» Subingens Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold hat sich intensiv mit eben diesen Zahlen befasst, die der Zweckverband Oberstufe Wasseramt Ost an seiner Informationsveranstaltung Ende März präsentiert hat.

Der Zweckverband rechne, so Ingold, mit Brutto-Anlagekosten von 5,9 Mio. und netto von 5 Mio. Franken für eine neue Turnhalle. Er fragt sich, wer die Differenz von 0,9 Mio. Franken bezahlt. Die Berechnung zeigt auch, dass 2 Mio. Mittel vorhanden sein sollen. Demzufolge würden 3 Mio. Fremdkapital verbleiben. «Die 2 Mio. Franken sollen aus dem Erneuerungsfond entnommen werden.»

Das sei nicht richtig. Das Geld sei für Sanierungen vorgesehen, nicht für einen Neubau. Zudem weise die Bestandesrechnung des Zweckverbandes per Ende 2016 nur einen Betrag von 1,3 Mio. Franken aus. «Ich frage mich zudem, ob das Geld einfach so entnommen werden kann. Im privaten Bereich müssen alle Beteiligten einverstanden sein, wenn Geld aus dem Werterhaltungsfonds entnommen wird.» Für Ingold ist deshalb klar, dass zumindest für die Kapitalverzinsung von 5 Mio ausgegangen werden muss.

Projektierungskredit für 50'000 Franken

Hans Ruedi Ingold ist seit vielen Jahren Gemeindepräsident in Subingen. Schon im Jahr 2002 war er dabei, als das erste Projekt für den Bau des Oberstufenzentrums OZ13 in Subingen an der Urne scheiterte. Das damalige 36-Mio.-Franken-Projekt wurde daraufhin auf 32 Mio. Franken abgespeckt. Schon damals war klar, dass eine zweite Turnhalle nötig wäre, man verzichtete aber auf Kostengründen darauf. Statt 3,5 Mio. Franken zusätzlich zu investieren, beschloss man damals, sich in der Subinger Mehrzweckhalle einzumieten. Bezogen wurde das OZ13 im Oktober 2007. Schon vorher gab der Mietzins für die Mehrzweckhalle zu reden. Damals ging man von einer Miete von 100'000 Franken pro Jahr aus. Es gab Stimmen, die zu bedenken gaben, dass die Miete jährlich auszurichten sei. Eine neue Turnhalle aber nach 20 Jahren amortisiert wäre.

In der Zwischenzeit wird der Ruf nach einer 2. Turnhalle immer lauter und der Zweckverband hat die Planung dafür aufgenommen. Am Donnerstag, 4. Mai, soll an einer Delegiertenversammlung ein Projektierungskredit von 50'000 Franken genehmigt werden. (rm)

Blauäugig gerechnet

Auch die Berechnung der Folgekosten kritisiert Hans Ruedi Ingold. 10'000 Franken würden nie reichen für Unterhalt und Reinigung. Die Abschreibungen seien mit 90'900 Franken zu gering berechnet und bei den Kapitalzinsen dürfe man nicht mit 15'000 Franken (0,5 Prozent) rechnen. «Die Miete für die Mehrzweckhalle wird zudem mit 82'000 Franken beziffert. Auch das stimmt nicht. Es sind 50'000». Der Zweckverband rechnet mit zusätzlichen Nettokosten nach dem Bau der 2. Turnhalle von total 33'900 Franken. Das entspricht 0,31 Prozent der Nettoausgaben für die beiden Schulstandorte in Subingen und Derendingen/Luterbach.

Ingold rechnet mit 211'500 Franken an Folgekosten. «Für Unterhalt und Reinigung müssen 40'000 Franken eingesetzt werden, die Abschreibungen berechnen wir mit 3,03 Prozent, was 151'500 Franken ergibt. Schliesslich kommen die Kapitalzinsen dazu, die man mit 1 Prozent berechnen sollte.» Ingold hat auch ausgerechnet, wie sich damit die Mehrkosten für die Schulverbandsgemeinden verändern. Statt 9649 Franken wären es für Derendingen dann plötzlich 60'193 Franken. Deitingen hätte nach Ingolds Rechnung 21'023 Franken zu bezahlen, nach der Rechnung des Zweckverbandes sind es nur 3371 Franken.

Zurzeit würden 12 Turnlektionen in der Mehrzweckhalle durchgeführt. «Bauen wir eine neue Halle, dann kostet eine Turnlektion 464 Franken. Jetzt sind es 109 Franken.» Dem Gemeinderat Subingen erscheint im Übrigen auch die Kostenschätzung von sechs Mio. Franken für die Halle als recht hoch. Andere Gemeinden hätten Dreifachhallen für acht Mio. Franken gebaut.

Halle entspricht den Normen

Ingold widerspricht weiter Kritikern, die erklären, die Mehrzweckhalle sei für den Turnunterricht nicht geeignet. «Die Halle ist ausgebaut, gezeichnet und nach den üblichen Normen ausgebaut.» Es stimme nicht, dass die Halle – ausser für die Fasnacht – häufig vermietet und für die Schule nicht nutzbar sei. «Der Nutzung durch die Schützen für das letztjährige Kantonale Schützenfest hat der Gemeinderat beispielsweise nicht zugestimmt. Der Schulverband erklärte sich aber damit einverstanden, während dieser Zeit auf die Mehrzweckhalle zu verzichten», so Ingold.

Der Gemeinderat Subingen instruiert seine Delegierten wie folgt: Zustimmen, um die vorgelegten Zahlen zu verifizieren. Das Projekt habe nur Aussicht auf Realisierung, wenn die Zahlen vollständig und die Berechnungen nicht geschönt seien.

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