Der Gemeinderat traf sich zu einer ausserordentlichen Sitzung. Thema war das vom Kanton angekündigte Projekt eines Asylzentrums im Schachen. «Wir sind nicht begeistert vom Projekt», bilanziert Gemeindepräsident Bruno Eberhard die Gespräche. «So wollen wir es nicht.» Das Projekt sei zu gross angelegt und würde deshalb langfristig auch starke Auswirkungen auf das Dorf haben. «Das Asylzentrum ist ja nicht eine vorübergehende Sache. Im Gegenteil soll es möglicherweise gar zu einem Bundeszentrum ausgebaut und langfristig genutzt werden.»

Dazu fordert der Deitinger Gemeinderat eine koordinierte Planung für das ganze Gebiet im Schachen. «Wir haben dort die Justizvollzugsanstalt, wahrscheinlich einen Standplatz für Fahrende. Jetzt ist ein Asylzentrum in Planung und mittelfristig ist im Schachen auch noch die Rede von einem Untersuchungsgefängnis.» Bruno Eberhard spricht von einem «Schnellschuss». «Wir brauchen im Schachen wirklich eine überlegte Planung.»

Dabei sei es nicht so, dass der Gemeinderat nun einfach das Projekt bekämpfen will. «Wir bieten Hand für Diskussionen, um eine für das Dorf verträgliche Lösung zu finden.» Die vorgenannten drei Punkte – zu grosse Dimension, langfristige Konsequenzen, koordinierte Planung – müssten Inhalt der Gespräche sein. Vor der Informationsveranstaltung der Gemeinde und des Kantons werde noch ein Gespräch stattfinden. Dort soll die Infoveranstaltung geplant werden. «Wir werden schon an diesem Gespräch die Gelegenheit nutzen, unsere Ablehnung des Projektes mitzuteilen und unsere Haltung zu vertreten.»

Nicht nur im Gemeinderat regt sich Widerstand gegen das Projekt. Im Internet wird via Facebook zu einem Nein für ein Asylzentrum Schachen/Deitingen aufgerufen. 356 Personen gefällt diese Seite. (uby)