Lommiswil

Gemeindepräsident über Planungszone: «Heute haben wir nicht wirklich ein Zentrum»

Gemeindepräsident Norbert Häberle hofft, im Lommiswiler Dorfkern Strukturen aufzubauen, die ein Dorfzentrum erkennen lassen.

Gemeindepräsident Norbert Häberle hofft, im Lommiswiler Dorfkern Strukturen aufzubauen, die ein Dorfzentrum erkennen lassen.

In Lommiswil wird im Rahmen der Ortsplanungsrevision eine zweite Planungszone eingerichtet – dieses Mal im Dorfkern.

Planungszonen sind heute vielfach Mittel, um eine unerwünschte Situation in der Raumentwicklung zu verhindern oder eine erwünschte herbeizuführen. In Lommiswil liegt bereits eine zweite Planungszone innert kürzester Frist auf. Die erste an der Schauenburgstrasse betrifft eine vor Jahrzehnten mit einer Terrassensiedlung gestartete Entwicklung am Ortsrand, die aber auf der Nachbarparzelle nicht zu Ende geführt wurde.

Die zweite, aktuell aufliegende Planungszone betrifft das Dorfzentrum. Dort, im Kreuzungsbereich der Hauptstrasse mit dem Kirchweg und der Käsereistrasse, finden sich etliche Bauten, Nutzungen sowie Aussen- und Strassenräume von öffentlichem Interesse. Erwähnt seien der Volg-Laden, das Restaurant Lamm, die Arztpraxis, das ehemalige Tea-Room Sägesser und die Heiliggeist-Kirche. Hier soll eine Entwicklung herbeigeführt werden, die im Projekt «Üses Lommiswil» 2014 und 2015 und neuerlich während der Erarbeitung des Räumlichen Leitbildes 2017 geäussert vorgezeichnet wurde: Im Ortskern soll das Dorfbild erhalten oder gar aufgewertet werden und gleichzeitig sollen Einkaufs- und Begegnungsmöglichkeiten in diesem Gebiet geschaffen werden.

«Wir haben das ambitiöse Ziel, ein lebendiges Dorfzentrum zu gestalten», erklärt Gemeindepräsident Nobert Häberle. «Heute haben wir nicht wirklich ein Zentrum.» Geprüft würden die Rahmenbedingungen für das Gewerbe, für einen Begegnungsort, für den Verkehr, für das Wohnen sowie für das Wohnen im Alter.

Die Behörden von Lommiswil stecken mitten in der Ortsplanungsrevision. Sie wollen die geltenden Bestimmungen für die entsprechenden Parzellen im Dorfzentrum allenfalls anpassen und die Ziele aus dem Leitbild umsetzen. Absicht sei es, proaktiv die Bedürfnisse der Hausbesitzer aufzunehmen sowie diejenigen der Gemeinde zu definieren. «Es hat diverse alte Liegenschaften, bei denen unklar ist, was deren Eigentümer planen», so Häberle. Es sei daher wichtig, dass Bauvorhaben im Dorfzentrum dieser gewünschten Entwicklung nicht widersprechen oder sie gar verhindern. Dazu brauchen die Behörden Zeit, um die gestarteten Abklärungen zu tätigen und das Zonenreglement zu überarbeiten. Die Planungszone gilt bis zum Inkrafttreten der revidierten Ortsplanung, aber maximal für drei Jahre.

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