Coronakrise

Gemeinden stellen Baugesuche nun auch online

In Buchegg, aber auch in anderen Gemeinden kann man Baugesuche nun online ansehen.

In Buchegg, aber auch in anderen Gemeinden kann man Baugesuche nun online ansehen.

Das Bau- und Justizdepartement hat einen Leitfaden für das Onlinestellen von Baugesuchen erarbeitet.

Trotz Coronakrise läuft das tägliche Leben, wenn auch mit Einschränkungen, weiter. So darf beispielsweise das Baugewerbe weiterarbeiten, wenn man sich auf den Baustellen an die Vorschriften hält. Im amtlichen Anzeiger finden sich deshalb auch weiterhin Baupublikationen. Einige Gemeinden haben nun auch damit begonnen, die Baugesuche online aufzuschalten. Dabei müssen sie sich an die Vorgaben des Kantons halten.

Viele Schalter sind geschlossen worden

Die Gemeindeverwaltung in Luterbach ist seit drei Wochen geschlossen. Seit diesem Moment werden die Baugesuche online hochgeladen. «Wer dies möchte, kann sich immer noch per Telefon anmelden und die Unterlagen in der Verwaltung ansehen», erklärt Bauverwalter Bernd Schultis. In Luterbach gebe es aber keine Möglichkeit die Baugesuche so zu platzieren, dass sie jederzeit zugänglich sind. Normalerweise würden sie im 1. Stock der Verwaltung aufgelegt. Sei die Einsprachefrist abgelaufen, werde das Gesuch vom Netz genommen.

Ähnlich verhält sich die Situation in Recherswil. «Wir betrachten das Hochladen der Baugesuche als Dienstleistung an den Einwohnerinnen und Einwohnern in der momentanen Situation», erklärt Bauverwalterin Karin Horisberger. Grundsätzlich gebe es in Recherswil einen Schaukasten, der öffentlich zugänglich ist. Aber es gebe ja auch Menschen, die das Haus zurzeit lieber nicht verlassen möchten.

Buchegg geht noch einen Schritt weiter

Seit der Coronakrise werden Baugesuche in Buchegg online aufgeschaltet. Das wird auch künftig so bleiben. «Alle Baugesuche werden trotzdem –auch jetzt noch und weiterhin– wie bisher im Sitzungssaal in Mühledorf aufgelegt. Weil die Distanzen innerhalb der Gemeinde doch relativ gross sind, nützen wir das Internet. Es ist nicht für alle Einwohner gleich einfach, hierher zu kommen», erklärt Bauverwalter Georg Baumgartner. Er will in Buchegg übrigens schon bald noch weiter gehen. «Wir möchten künftig online ein einsehbares Verzeichnis schaffen, indem alle laufenden Bauprojekte und deren Stand sichtbar sind.»

Barbara Müller arbeitet als Bausekretärin in Aeschi, Bolken und Etziken. «Wir haben alles vorbereitet, damit die Gesuche im Internet publiziert werden können.» Gleichzeitig würden die Gesuche aber weiterhin, wie verlangt, aufgelegt. Weil die Verwaltung in Bolken geschlossen ist, werde dort neu ebenfalls ein Schaukasten genützt.

«Wir finden die Empfehlung des Bau- und Justizdepartementes die Baugesuche online aufzuschalten eine gute Sache», meint der Rüttener Baukommissionspräsident Harald Rüfenacht. «Wir halten unsere Kommissionssitzungen zurzeit ja auch per Videokonferenz ab und vermeiden direkten Kontakt. Zudem können wir so die Verwaltung entlasten.»

Bauherren, Architekten und Planer sind kooperativ

«Wer sich ein Gesuch in der Verwaltung erklären lassen will, kann das auch weiterhin machen», meint Ewald Kaiser (Bauverwalter Gerlafingen). Dies sei zurzeit aber nur nach Voranmeldung möglich. Seit der Schalter geschlossen ist, publiziere man die Baugesuche online. Bei grösseren Gesuchen sei das aber nicht immer ganz einfach, da man in der Gemeinde nur die gängigen Formate wie A3 und A4 scannen könne. Seien die Pläner formatmässig grösser, müsse man die Unterlagen bei den Planern oder Architekten bestellen.

Diese Erfahrungen machen auch die anderen Befragten. Bauherren, Architekten und Planer seien aber sehr kooperativ. Nur in Rüttenen gab es bisher einen Bauherrn, der die Onlinepublikation verweigerte, wie Harald Rüfenacht erzählt. Und Bernd Schultis meint: «Natürlich kann sich nun jemand ein Baugesuch herunterladen und die Unterlagen bei sich behalten, wenn er das möchte.» Zudem war es laut Schultis auch jetzt schon so, dass Baugesuche teilweise Blatt für Blatt fotografiert wurden. Was dem Herunterladen ja sehr ähnlich sei.

Grundsätzlich sei das Interesse der Einwohner sowieso sehr unterschiedlich. Kleinere Baugesuche würden oft gar nicht angesehen. Bei grösseren Projekten sei es durchaus möglich, dass sich ein Dutzend oder mehr Leute für die Unterlagen interessieren. «Wenn die Coronakrise durch ist, werden wir wieder zum alten System zurückkehren», meint Ewald Kaiser. Solange das Baugesuchsverfahren nicht von A bis Z online abgewickelt werden könne, mache es keinen Sinn einfach nur die Gesuche allein online aufzuschalten.

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