Wenn in der Bucheggberger Gemeinde Lüterkofen-Ichertswil am Neujahrsmorgen Menschen mit einem Sektglas in der Manteltasche unterwegs sind, dann ist ihr Ziel mit Sicherheit der Neujahrsapéro. Es erspart den Organisatoren Arbeit und auch Abfall, dass die Gäste ihre Gläser selbst mitbringen. Ein leuchtendes «Es
guets Neus» empfing die rund 60 Besucher in der Mehrzweckhalle. Gehen die vielen Wünsche beim Händeschütteln in Erfüllung, muss das neue Jahr zweifellos blendend ausfallen.

Vizegemeindepräsident Heinz Ochsner blickte zurück und vorwärts und verriet dabei «Glückspost»-ähnliche Geschehnisse. So etwa, dass der wohl berühmteste und begehrteste Junggeselle des Dorfes, Gemeindepräsident Roger Siegenthaler, «unter die Haube gekommen» sei.

Der Schütze und Turner

Am Neujahrsapéro vergibt die Kulturkommission jeweils den Verdienst- und Sportpreis. Präsidentin Doris Heinimann ehrte mit viel Herz zwei Dorfbewohner.

Gottfried Ingold hat Grosses bewirkt, sei es bei den Schützen oder im Turnverein. Acht Jahre Jungschützenleiter, Vizepräsident, elf Jahre Präsident: So sieht sein Einsatz bei den Schützen aus. Der Nachwuchs lag ihm besonders am Herzen. Zu Hause in der Sägerei führte er die Jungschützen in die Theorie ein und reinigte mit ihnen die Gewehre. Ehefrau Anne-greth verwöhnte die Schar jeweils mit einem Zvieri. Im Turnverein amtete Gottfried Ingold 13 Jahre als Kassier. Unvergesslich bleiben für Ingold die Gymnaestrada in Basel sowie die Regionalen, Kantonalen und Eidgenössischen Turnfeste. Auch in der Männerriege oblag ihm während 19 Jahren die Kasse. Noch heute ist er aktiver Schütze und Turner.

Curling, kein Altherrensport

Jürg Gnägi liess sich im Jahr 1992 vom Curling begeistern – wegen der Goldmedaille des Solothurner Teams an den olympischen Winterspielen im französischen Albertville. Nach einem Schnupperkurs in Nennigkofen wagte er sich schon bald an die ersten Breitensport-Turniere. Der Curling-Club Wengi Solothurn ernannte ihn bald darauf zum Spielleiter. Später übernahm Jürg Gnägi das Amt des Präsidenten der Genossenschaft Curlinghalle, welches er noch heute innehat. Sportliche Höhepunkte feierte er mit Schweizer-Meister-Titeln in verschiedenen Kategorien der Senioren.

In der Saison 2013/2014 sicherte sich das Team mit Skip Jürg Gnägi die Teilnahme an der Senioren-Weltmeisterschaft im schottischen Dumfries, welche es mit dem 6. Rang beendete. Auch in der laufenden Saison kämpft das gleiche Team wieder um den Schweizer-Meister-Titel. Mit Curling-Stein, -Schuhen und -Besen motivierte Jürg Gnägi die Apéro-Besucher zu einem Probetraining in Nennigkofen. Dass Curling kein «Altherrensport» ist, machte er mit dem Hinweis klar, dass ein Wischer bis ins Finalspiel die abgegebenen Steine rund 12 Kilometer begleite.