Lüterkofen-Ichertswil

Gemeinde zahlt (noch) drauf: Der Wärmeverbund verkauft Energie zu günstig

Das neue Schulhaus wird mit Wärme aus dem gemeindeeigenen Wärmeverbund versorgt.

Im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung von Lüterkofen-Ichertswil stand der Wärmeverbund, den die Einwohnergemeinde für ihre eigenen Liegenschaften und einige angeschlossene Kunden betreibt.

Da laut Gemeindepräsident Roger Siegenthaler der Betrieb einer solchen Anlage nicht zu den Kernaufgaben einer Gemeindeführung zählt, hatte sich der Gemeinderat bereits nach Kaufinteressenten umgesehen. Die örtliche Bürgergemeinde hatte, wie Reto Allemann mitteilte, kein Interesse. Vermutlich sei die Anlage, die gegenwärtig zehn Liegenschaften versorgt, zu wenig profitabel.

«Wir als Gemeinde legen beim Betrieb kostenmässig drauf», wies Bauverwalter Kuno Eberhard anhand genauer Berechnungen zu Aufwand, Ertrag und einem gegenwärtigem Verkehrswert nach Abschreibungen von 360'000 Franken nach. «Unser System mit einem Energiepreis von 13 Rappen für die Kilowattstunde und nicht verrechneten Unterhaltskosten ist viel zu billig.»
Durch die Kalkulation aufgefallen sei auch, dass das durch den Schulverband Bucheggberg benutzte neue Schulhaus die Heizleistung zu preisgünstig beziehe. Insgesamt betrachtet sei der verbleibende jährliche Geschäftserfolg kaum erwähnenswert.

Der Rat stellte sich die Frage zum weiteren Vorgehen. Sollen Gespräche mit weiteren Interessenten gesucht werden, die Anlage verpachtet oder einnahmemässig optimiert werden durch günstigere Einkäufe beispielsweise der Holzschnitzel? Neue Eigentümer würden den Profit durch Anhebung von Grundgebühr und Energiepreis sofort erhöhen wollen, was auch nicht im Sinn der Gemeinde sein könne, war man sich einig. Deshalb gelte es, mehr Einnahmen zu generieren durch weitere Anschlüsse.

Positiv beantwortete der Rat deshalb die Anfrage einer Stöckli-Besitzerin, die sich bereit erklärt hat, den Leitungsanschluss selber zu bezahlen. Sollte wegen einer verkürzten Zugangsmöglichkeit zu ihrem Haus der Anschluss günstiger werden, gilt die bisher übliche kommunale Anschlussgebühr von maximal 12'000 Franken plus jährlicher Grundgebühr von 600 Franken und Energiepreis von 0.13 Franken.

Gleichzeitig beschloss der Rat als Sicherheitsmassnahme den Einbau von zwei Schiebern ins Verbundsystem mit einem Nachkredit von 2300 Franken, um an der Mehrzweckhalle im Notfall eine externe Heizung anschliessen zu können.

Keine Baulandhortung

Der Rat bestätigte nochmals den Grundsatz der Gemeinde, keine Baulandhortung zuzulassen. Gegenwärtig sind mit zwölf Landbesitzern Vereinbarungen abgeschlossen, dahingehend, dass neu erworbene Baugrundstücke innerhalb von fünf Jahren überbaut werden müssen. Andernfalls droht eine Rückzonung des Areals in die Landwirtschaftszone. Eine Anfrage auf Aussetzung und Erstreckung dieser Regel lehnte der Rat ab. Es gelte, alle Einwohner gleich zu behandeln.

Sicherheit der Schuljugend

Der Rat liess sich durch den Bauverwalter informieren, welche signaltechnischen Möglichkeiten bestehen, um Haltestellen von Schulbussen und Fusswege der Schuljugend zum Schulhaus zu sichern. Der Schulverband und das Elternforum hatten auf diese Sicherheitslücke hingewiesen. Der Bauverwalter wird eine Offerte zu vier, an wichtigen Strassenpunkten installierten blinkenden Dreiecken einholen, die vom Schulhaus aus gesteuert werden können. Über die Kostenverteilung der nötigen rund 20'000 Franken würde man sich später einigen.

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