Die teilweise Nachtabschaltung der Strassenleuchten in der Gemeinde Buchegg behagt nicht allen. Als der Gemeinderat vor kurzem gegen einen Antrag der Verkehrskommission beschloss, die Abschaltung wie bis anhin zu belassen, war mit Opposition aus einem der zehn Dorfteile zu rechnen. Aktuell wird in sieben Dorfteilen das Licht in der Nacht abgeschaltet, während in drei Dorfteilen die Lampen Nachtschwärmern den Weg leuchten.

Die Nachtabschaltung habe laut Berechnungen von Gebnet, dem Stromversorger in Buchegg, zu einer Reduktion der Kosten von zirka 30 Prozent geführt. Das entspricht in etwa Erfahrungen in anderen Gemeinden. So betrug in Flumenthal die Einsparung des Stromverbrauchs mehr als 20 Prozent und die Kosten sanken um rund 23 Prozent. Das sind in Flumenthal zirka 4000 Franken.

Sammlung abgebrochen

Opposition kommt aus dem Dorfteil Aetingen von Heidi Imhof. Dort wird in der Nacht das Licht abgeschaltet. «Man denkt bei solchen Entscheiden nicht an die Anderen», sagt sie und erwähnt Schichtarbeiter, die auf Licht angewiesen seien. Sie wolle nicht zur Lichtverschmutzung beitragen, finde aber, dass sich der Gemeinderat die Sache zu leicht gemacht habe. «Mit modernen LED-Lichtern könnte man beispielsweise das Licht nach Mitternacht etwas zurücknehmen.»

Noch mehr Sorgen macht sich Imhof aber im Falle eines Unfalles. «Das Schlimmste kann immer passieren. Hat man das geprüft, wenn jemand der Gemeinde Regressforderungen stellt.» Im schlimmsten Fall könnte dies die Gemeindefinanzen schwer belasten, ist sie überzeugt.

Für ihr Anliegen, das Licht wieder in allen Dorfteilen anzuschalten, ging sie auf Unterschriftensammlung, brach aber das Vorhaben bald wieder ab. «Ich hätte in allen Dorfteilen sammeln gehen müssen. Das liegt aber nicht drin.» In Aetingen selber konnte sie 16 Personen animieren zu unterschreiben.

In der Anschaffung teuer, im Betrieb günstiger

Mit ihren Bedenken liegt Imhof zum Teil auf der Linie der Verkehrskommission von Buchegg, die die Nachtabschaltung aufheben wollte. So setzt diese auch auf LED-Leuchten. «Damit würde sich zumindest die Kostenfrage erübrigen», erklärt Gemeinderat Guido Frenzer (Ressort Verkehr).

Aus Spargründen müsste dann das günstigere LED-Licht in der Nacht nicht abgeschaltet werden. Dafür sind die Beträge happig, die für eine Umstellung auf LED fällig würden. In zwei Dorfteilen leuchtet bereits LED-Licht. Die restlichen acht Dorfteile umzurüsten, koste zirka 200 000 Franken, so Frenzer.

Auch in der Rechtsfrage ist die Verkehrskommision skeptisch. «Uns wurde vom Kanton per Mail empfohlen, aus Rechtsgründen auf eine Nachtabschaltung zu verzichten.» Wichtigster Punkt aber, weshalb die Verkehrskommission die Nachabschaltung ablehnte war die Kritik aus verschiedenen Dorfteilen. «Wir wollten eine Lösung, die für alle gleich ist», sagt Frenzer.

Selbstverantwortung

Der Gemeinderat hat sich aber anders entschieden. «Ein Gegenantrag, es so zu belassen, wie es ist, wurde mit grosser Mehrheit angenommen», berichtet Gemeindepräsidentin Verena Meyer. Und zwar bis die Strassenleuchten auf LED umgestellt würden. Sie habe danach einige kritische Mails erhalten, findet aber die Nachtabschaltung selber auch gut. «Es sind subjektive Ängste, weswegen manche Menschen die Nachtabschaltung kritisieren», sagt sie.

Bezüglich der Haftung ist sie überzeugt, dass die Gemeinde bei einem Unfall nicht haftbar gemacht werden kann. «Fahrzeuge müssen mit einem Licht ausgerüstet sein. Fussgänger müssen sich selber schützen, etwa mit Leuchtwesten. Da gibt es ja auch eine gewisse Selbstverantwortung», so die Gemeindepräsidentin.

Heidi Imhof wird bald Gelegenheit haben, selber zum Thema Nachtabschaltung Stellung zu nehmen. Der Gemeinderat will die Nachtabschaltung mit einer Vorlage an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 28. April traktandieren.