Luterbach
Gemeinde wagte Kopfstand - und stimmte gegen Eintreten auf Fusion

Die Luterbacher liessen sich am Montagabend Zeit mit ihrem Entscheid zur Fusion Top 5. Gemeindepräsident Michael Ochsenbein, der im Gemeinderat für Eintreten und ein Ja an der Urne gestimmt hatte, versuchte die Diskussion möglichst neutral zu leiten.

Rahel Meier
Drucken
Teilen
Wie hier in Biberist wurde auch in Luterbach Nicht-Eintreten entschieden. (Archiv)

Wie hier in Biberist wurde auch in Luterbach Nicht-Eintreten entschieden. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Der Gemeinderat empfahl der Gemeindeversammlung, auf die Vorlage einzutreten und sie an der Urne abzulehnen. An der Gemeindeversammlung stimmten dann aber fünf Gemeinderäte gegen Eintreten.

Wie sie es bereits in der Gemeinderatsdiskussion angekündigt hatten. Ein ungewöhnliches Verhalten, das Ochsenbein aber sportlich nahm.

Immerhin trafen seine Befürchtungen nicht ein, dass nach der Fusionsdiskussion viele den Saal verlassen würden. Die Stimmberechtigten blieben und liessen sich über das Budget informieren. Dieses wurde von Finanzverwalter Reto Frischknecht vorgestellt.

Trotz fortgeschrittener Stunde ging er kurz auf das neu harmonisierte Rechnungsmodell (HRM2) ein. Dieses hat ein neues Abschreibungsmodell zur Folge, das für Luterbach weitreichende Folgen hat.

Deshalb stellte die Gemeinde ein Gesuch um Erstreckung der Abschreibungsdauer, dem stattgegeben wurde. Das entlaste den Finanzhaushalt wesentlich, so Reto Frischknecht.

Belastet wird Luterbach aber durch die Umstellung von der Subventionierung der Lehrerlöhne hin zur Schülerpauschale. «Damit bekommen wir fast eine halbe Million weniger als noch letztes Jahr.»

Sorgen macht zudem der tiefe Selbstfinanzierungsrad. «Wir müssen die Investitionen zurückfahren oder sparen.» Ansonsten gebe es nur noch die Möglichkeit die Steuern zu erhöhen. Auf eine Frage aus der Runde erklärte Frischknecht, dass ein Steuerprozent rund 60 000 Franken ausmache.

Sollte das Budget für 2016 ausgeglichen sein, müsste man die Steuern um acht bis zehn Prozent erhöhen. Alles in allem erklärte Frischknecht, dass das vorliegende Budget unter den entsprechenden Umständen vertretbar sei, auch wenn es einen Aufwandüberschuss aufzeige.