Bellach

Gemeinde verkauft Parzelle im Geugisbüel an Immobiliengesellschaft

Um die Parzelle 1812 am Geugisbüelweg geht es.

Um die Parzelle 1812 am Geugisbüelweg geht es.

Die Gemeinde Bellach will Land an eine Immobiliengesellschaft verkaufen. Diese sucht in der ganzen Deutschschweiz Bauland für Alterswohnungen.

Nur einmal war sich der Gemeinderat an diesem Abend einig. Alle 13 Mitglieder beschlossen, ein gemeindeeigenes Landstück an eine Immobiliengesellschaft zu verkaufen. Diese sucht für grosse Investorengruppen in der ganzen Deutschschweiz Bauland für Alterswohnungen.

Mit einer 2648 Quadratmeter grossen Parzelle im Geugisbüel kann Bellach diese Wünsche offenbar befriedigen. Die Gemeinde hatte das Land 1990 für den Bau eines Altersheimes gekauft. Weil stattdessen in Langendorf das Altersheim Ischimatt gebaut wurde, an dem sich Bellach beteiligt, verwarf man die Baupläne.

Laut Fritz Lehmann (SVP) würden Alterswohnungen an diesen Ort mitten in Bellach passen, weil daneben bereits derartige Logis bestünden. Felix Glatz-Böni (Grüne) schlug vor, Qualitätskriterien an einen Verkauf zu knüpfen. «Damit das Angebot im Sinne der Gemeinde ist.» Gemeindepräsident Roland Stadler wandte ein, dass es vorerst lediglich um eine Verkaufsabsicht gehe. «Kriterien könnten wir in einem zweiten Schritt definieren.» Ebenso soll der Verkaufspreis erst später festgelegt werden. Eine Schätzung ergab einen Verkehrswert von 1'191'600 Franken.

«Ein Glücksfall»

Nicht mehr die volle Zustimmung erhielt der Kauf der Liegenschaft am Nelkenweg 2. Das Haus, in das sich die Gemeinde mit der Spielgruppe eingemietet hat, gehört der reformierten Kirchgemeinde Solothurn. Mitte 2018 wurde der Mietvertrag gekündigt, die Kirchgemeinde will das Haus verkaufen. Es sei ein typisches Gebäude aus den 1950er-Jahren: Solid gebaut, nur mit wenigen Schadstoffen belastet, wusste Finanzverwalter Dieter Schneider. Allerdings entspricht die Isolation nicht heutigen Massstäben, und allmählich bröckelt der Putz. Einzelne Sanierungen wie neue Verkabelungen oder Bodenbeläge wurden ausgeführt.

Geschätzt wird das Gebäude inklusive grosszügigem Umschwung auf 420'000 Franken. Maximal bezahlen wolle man aber 400'000 Franken. Beat Späti (FDP) mahnte, dass bald schon die Heizung ersetzt und die Gebäudehülle isoliert werden müsste. «Das wird teuer, da dürfen wir dann nicht über die Kosten erschrecken.» Trotzdem sprach er sich für den Kauf aus. Heli Schaffter (SP) stimmte ein. Gerade der grosse Garten werde von der Spielgruppe geschätzt. Gegen den Kauf waren die drei SVP-Vertreter. Jürg Gutjahr schlug vor, die Spielgruppe stattdessen im Kindergarten unterzubringen.

Es sei sinnvoller, alle Schul- und Betreuungsangebote unter einem Dach zu vereinen. Für Roland Stadler ist dies derzeit Wunschdenken. Weil die Schülerzahlen ansteigen, sei für eine Verlegung kein Platz vorhanden. Andererseits könne man das Gebäude, sollte die Spielgruppe einmal ausziehen, ohne «Riesenverlust» verkaufen. «Das Angebot ist für uns ein Glücksfall.» Mit 10 gegen 3 Stimmen sprach sich der Rat für den Kauf aus.

Visitenkarte für das Dorf

Schliesslich stimmte der Gemeinderat der Neugestaltung des beschädigten Vorplatzes der katholischen Kirche zu. Die alten Bäume schlagen dicke Wurzeln und deformieren die Umgebung. Zudem ist die Parkplatzsituation chaotisch. Die Parkplätze sollen neu an der Stirnseite des Kindergartens Dorf gruppiert werden.

Weil der Vorplatz auch als Zugang zum gemeindeeigenen Friedhof dient und derzeit eine dürftige Visitenkarte abgebe, soll sich die Gemeinde mit 170'000 Franken hälftig an den Kosten für dessen Neugestaltung beteiligen. Zumal der Vorplatz auch für Dorfbewohner zum Aufenthaltsort werden soll, die nichts mit der katholischen Kirche zu tun haben.

Trotz Einwänden von der rechten Ratsseite, dass die Kosten von 815'000 Franken für das Gesamtprojekt inklusive späterer Parkplatzerweiterung überrissen seien, stimmte der Rat mit 10 gegen 3 SVP-Stimmen der Neugestaltung zu. Zur Freude von Bauverwalter Jürg Vifian: «Der Platz wird das Dorf aufwerten. Das ist eine Investition in die
Zukunft.

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