Selzach
Gemeinde unterstützt den Kinderhort

Der Gemeinderat von Selzach diskutierte die künftige Verwaltungsstruktur, Tagesbetreuung und Spielplatz.

Gundi Klemm
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Die Kindertagesstätte in Selzach im Juli 2014 beim Tag der offenen Tür. (Archiv)

Die Kindertagesstätte in Selzach im Juli 2014 beim Tag der offenen Tür. (Archiv)

Hansjörg Sahli

Die Gemeinde Selzach versteht sich als familienfreundlich. Zu den Angeboten in der schul- und familienergänzenden Betreuung soll ein Hort für Schülerinnen und Schüler vom 2. Kindergartenjahr an dazukommen. Die Arbeitsgruppe «Kinderbetreuung» stellte Betriebskonzept und Finanzierungsplan im Gemeinderat vor, der sich bezüglich Trägerschaft für die Anbindung an die Gemeinde entschied.

Einzige «Knacknuss» bleibt das Lokal für den künftigen Hort. Längst haben Franziska Grab (SP) und Hans-Peter Hadorn (CVP), beide Mitglieder der Arbeitsgruppe, im leer stehenden katholischen Pfarrhaus ein geeignetes «Wunschobjekt» gefunden. Rat und Einwohnergemeinde hoffen jetzt auf eine Zusage der Kirchgemeinde. Zudem formulierten Ratsmitglieder eine Vision: «Für uns als Gemeinde wäre es sinnvoll, wenn das bisherige Pfarrhaus mit Leben gefüllt und hier alle örtlichen Kinderbetreuungsangebote wie etwa Spielgruppen, KITA, Mittagstisch zusammengeführt würden.»

Die Finanzierung des Hortes soll über Elternbeiträge, einen jährlichen Grundbetrag der Gemeinde von 25 000 Franken (bereits im Budget für 2016), einen einmaligen Bundesbeitrag und einer jährlichen kommunalen Defizitdeckungsgarantie von 15 000 Franken erfolgen.

«Super-Mario» soll übernehmen

Ende 2016 wird Gemeindeverwalter Christoph Brotschi pensioniert. Gemeindepräsidentin Silvia Spycher (FDP) unterbreitete Vorschläge zur Zusammenführung der Aufgabengebiete von Finanz- und Gemeindeverwaltung in einer Hand. «Wir sind in der glücklichen Lage, in Mario Caspar, seit Sommer 2014 Leiter unserer Finanzen, über einen für beide Funktionen kompetenten Mitarbeiter zu verfügen», erklärte die Gemeindepräsidentin. In der Aussprache kamen warnende Stimmen zu Wort, die eine zu grosse Arbeitslast befürchteten.

«Wir finden immer Lösungen»

Kurt Boner, Leiter der Sozialen Dienste Oberer Leberberg, orientierte über die Arbeit in der Sozialhilfe, im Asylwesen und als AHV-Zweigstelle. «Wir hier im Obereren Leberberg haben in den Sozialen Diensten keine interkommunalen Konflikte. Wir haben immer Lösungen gefunden.» Die Sozialhilfe ist 2015 um rund 4 Prozent angewachsen, was Boner mit Kinderplatzierungen begründete. Selzach «schwanke» in den Sozialhilfekosten, die letztjährig von über 1 Mio. auf 600 000 Franken gesunken seien. Nach 53 Selzacher «Fällen» zu Jahresbeginn konnte die Anzahl Dossiers Ende 2015 auf 30 gesenkt werden. Boner erläuterte die Situation im Bereich AHV und Ergänzungsleistungen mit gesamthaft 1209 Dossiers. «Wir brauchen für diese Aufgaben neben der einen Person aus Selzach im Kreis der 35 Freiwilligen dringend mehr engagierte Leute.»
Mit dem Durchgangszentrum für Asylsuchende verfüge Selzach über eine gute Position gegenüber Platzierungen im Aufnahmesoll. Gegenwärtig muss die Sozialregion 179 Flüchtlinge in Wohnungen unterbringen. (gku)

«Und auch denen sollten wir Perspektiven einräumen», ergänzte Thomas Studer (CVP). Mit 9 Stimmen, bei 1 Enthaltung votierte der Rat schliesslich für das Vorgehen der Gemeindepräsidentin, die festhielt, dass die Stelle Gemeindeverwalter nicht ausgeschrieben und Mario Caspar befördert wird.

Schülergerechter Pausenplatz

Vor dem Bau der neuen Doppelturnhalle stand der Schuljugend in Selzach ein Spielbereich zur Verfügung. Als dringend nötig beurteilte der Rat die Schaffung eines neuen Platzes bisher nicht, zumal am Mehrzweckgebäude ein grosser Spielplatz zur Verfügung stehe. Doch man liess sich gerne durch die Argumente der Arbeitsgruppe Neubau Turnhalle (Peter Däster, FDP und Hans-Peter Hadorn) überzeugen, dass Kinder eine sinnvolle Beschäftigung und vielfältigen Anreiz zur Bewegung in den Unterrichtspausen brauchen.

Die Zustimmung zum 55 000 Franken teuren Projekt mit 7:2 Stimmen bei einer Enthaltung fiel dem Rat umso leichter, weil die Gesamtkosten für den Turnhallenneubau (Kredit 8 Mio.) um rund 155 000 Franken günstiger ausfallen.