Der neue Kinderhort in Selzach – so sind sich alle Parteien einig – ist unbestritten. Uneinig war man sich jedoch im Zeitplan. So ging der Gemeinderatssitzung vom Donnerstagabend ein parteipolitisches Geplänkel voraus. CVP und SP beschlossen an einer gemeinsamen Fraktionssitzung am Montagabend zunächst die Variante B des Beschlussentwurfes zu unterstützen.

Dieser sieht vor, dass alle Angebote des Vereins Kind und Familie (Kita, Mittagstisch, Spielgruppe, Krabbelgruppe) per 1. Januar 2018 in die Trägerschaft der Gemeinde überführt werden. Der Hort sei auf den 1. August 2017 zu eröffnen. Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem Verein Kind und Familie eine befristete Leistungsvereinbarung auszuhandeln und der nächsten Gemeinderatssitzung zum Beschluss vorzulegen.

Beflügelt durch die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat liebäugelte Mitte-links dann allerdings doch wieder mit der Variante A, welche eine Einbettung aller Angebote in die Gemeinde bereits auf 1. August 2017 vorsieht.

Nicht zu schnell vorantreiben

Vizepräsident Christoph Scholl (FDP) erklärte, dass FDP und SVP nicht als Verhinderer auftreten wollen, weshalb die Variante B eine gute Kompromisslösung sei. Denn die Eingliederung der Strukturen in die Gemeinde dürfe nicht zu schnell vorangetrieben werden, da zu viele Punkte – wie zum Beispiel ein klarer Überblick über die Finanzen – noch ungeklärt seien. «Ansonsten ist das Traktandum an der Gemeindeversammlung gefährdet, obwohl es eigentlich alle wollen», ermahnte Scholl. Er beantragte die Variante B zur Empfehlung, damit der Gemeinderat das Vorhaben der Gemeindeversammlung geschlossen präsentieren könne.

CVP-Präsident Thomas Studer hielt schliesslich fest, dass er zwar nicht so ein grosses Risiko sehe wie die Gegenseite, er das Traktandum aber auch nicht zum Kräftemessen gebrauchen wolle. «Das Vorhaben stünde schon von Beginn weg unter einem schlechten Stern, wenn wir es bei diesem Widerstand durchboxen würden», so Studer.

Wichtig sei für ihn, dass das ganze eingebettet in die Gemeinde sei, da komme es auf das etwas spätere Datum auch nicht mehr an. Parteikollege Hans-Peter Hadorn sprach indes von einer verpassten Chance «zügig vorwärts zu machen» und dass der spätere Zeitpunkt auch innerhalb der Arbeitsgruppe auf wenig Verständnis gestossen sei. Der Gemeinderat entschied sich in der Schlussabstimmung bei 10 Ja-Stimmen und einer Enthaltung für die Variante B.

Neuen Holzhacker kaufen

Die alte Schreddermaschine der Gemeinde neigt sich mit über 1000 Betriebsstunden allmählich dem Ende ihrer Lebensdauer zu. Ein speditives Arbeiten ist aufgrund des nicht mehr optimal funktionierenden Einzugs kaum mehr möglich, weshalb ein Ersatz notwendig wird. Bauverwalter Thomas Leimer erklärte, dass es auf dem Markt kaum noch Schredder für den professionellen Einsatz gäbe.

Aus diesem Grund entschied man sich, stattdessen einen Holzhacker für maximal 60 000 Franken anzuschaffen. Der alte Schredder soll zudem bei Eddie Flury stationiert werden, anstatt ihn für 5000 Franken dem Händler zu überlassen. Dafür kann der Werkhof bei Bedarf auf die alte Maschine zurückgreifen. Da die Gemeinde auch weiterhin Zugriff auf den Schredder haben wird, wurde auch die Forderung nach einem Symbolbetrag von rund 500 Franken wieder verworfen.

Der Gemeinderat stimmte der unentgeltlichen Übergabe des alten Schredders sowie der Neuanschaffung eines Holzhackers vom Typ Schliesing 300 EX 45 PS einstimmig zu.