Unterramsern
Gemeinde muss bald Wasser aus Kyburg beziehen

Durch das erweitern einer Schutzzone kann sich Unterramsern nicht mehr an der eigenen Quelle bedienen.

Urs Byland
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Das Wasser muss Unterramsern bald von Kyburg beziehen.

Das Wasser muss Unterramsern bald von Kyburg beziehen.

mt

17 von 203 Einwohnern aus Unterramsern besuchten die Gemeindeversammlung im Gemeindezimmer in der ehemaligen Post. Die positive Rechnung mit einem Ertragsüberschuss von 123'000 Franken war das Hauptthema. 2015 lag dieser Wert bei 88'000 Franken und das Budget 2016 sah gerade mal 444 Franken Ertragsüberschuss vor. Finanzverwalter Ruedi Ziegler nahm die erstmalige Rechnungslegung nach HRM2 zum Anlass, die Unterramser in die Geheimnisse des neuen Rechnungsmodells einzuführen. Dass dabei mancher Lacher fiel, war mehr dem Talent Zieglers geschuldet als HRM2. Dieses sorgte mit einer Neubewertung des Finanzvermögens, dass die Unterramser statt einem Vermögen von bisher 1161 Franken pro Kopf plötzlich ein Vermögen von 3305 Franken pro Kopf aufweisen. Hauptschuldiger ist das Mehrfamilienhaus im Berg 50, dessen Wert statt 538'000 neu 889'000 Franken sein soll.

Relativ viel investiert

Zum guten Ergebnis der Rechnung 2016 haben vor allem die höheren Steuererträge beigetragen. «Wie andernorts auch, schenkten die Steuererträge aus den Vorjahren ein», so Ziegler. Er wies im Zusammenhang mit HRM2 auf steigende Kosten im Zusammenhang mit der Rechnungsprüfung hin. «Viele Gemeinden müssen neu die Rechnungsprüfung auslagern.» Happig für die Kleingemeinde waren die Investitionen. Netto wurden 237'000 Franken investiert. Zu den Investitionen gehört auch die Renaturierung Rütelibach, die bei Ausgaben von 174'000 Franken kostenneutral blieb, denn der Kanton bezahlte die ganzen Kosten plus noch ein paar Franken mehr.

Die Geschäfte wurden im Gemeindehaus einigermassen rasch abgewickelt. Beim Verschiedenen blieb man aber hängen. Gemeindepräsident Markus Menth wies auf das in der Gemeinde verteilte Flugblatt zum unkorrekten Wasserbezug ab Hydrant hin. «Die Unsitte konnte gestoppt werden», so Menth. Aus der Versammlung kam dann die Frage nach dem künftigen Wasserbezug, und ob es stimme, dass Wasser hochgepumpt werden muss für die Versorgung der Unterramser.

Diese haben nämlich eine eigene Quelle, müssten aber künftig auf dieses Wasser verzichten und andernorts einkaufen. Das Problem ist die Schutzzone, die ausgeweitet werden muss. Die Ausweitung würde die Sanierung einer Strasse, von Jauchegruben und Altlasten erfordern. «Viel zu teuer», befand der Gemeindepräsident. Angedacht war der Wasserbezug von Buchegg, aber dort sei mit dem Generellen Wasserversorgungsplan eine Verzögerung eingetreten. Deshalb beziehe man künftig das Wasser von Kyburg. Und ja, dieses Wasser muss ins Reservoir hochgepumpt werden. Aber bis es so weit ist, dass die Unterramser auf ihr Wasser verzichten müssen, wird noch manche Badewanne gefüllt, so der Tenor an der Versammlung.

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