Ende letzten Oktober stimmte der Souverän dem Kauf der Liegenschaft des «Rössli» im Zentrum Luterbachs zu. Seither wurde mit Vollgas gearbeitet und so konnte das Restaurant, mit dem angegliederten Hotel, am Freitag wieder eröffnet werden. Mieterin ist die 38-jährige Silvia Bonafe. Sie führt gemeinsam mit ihrem Partner Pedro Gambandes die Tapas-Bar La Chiquita, in einem umgebauten Güterwagen bei der Fussgängerbrücke im Industrieareal Attisholz Nord.

Silvia Bonafe wurde in Brasilien geboren, ist Künstlerin und studierte in der Schweiz Betriebswissenschaft. Sie ist zudem Mutter von zwei Kindern. Bonafe hatte selbst Interesse am «Rössli». Nachdem das Gebäude an die Gemeinde verkauft wurde, traten Exponenten der Betriebsgesellschaft an sie heran und so kam der Mietvertrag zustande.

Sie ist sich bewusst, dass das «Rössli» ein eher konservativ-traditionelles Restaurant mit einem ebenso traditionellen Publikum ist. Gleichzeitig gebe es aber diverse internationale Betriebe in der Nähe. Sie möchte die Speisekarte deshalb auch an diese Bedürfnisse anpassen und einen Mix zwischen traditionellen und internationalen Gerichten anbieten.

Sanft saniert

Das «Rössli» wurde sanft saniert, wie Gemeindepräsident Michael Ochsenbein auf Anfrage erklärt. Das heisst, dass vor allem Malerarbeiten ausgeführt wurden. Neuerungen gab es auch im Bereich Telekommunikation. In den Hotelzimmern wurden zudem alle Matratzen ausgewechselt.

Da die Gemeinde einen Vorvertrag mit dem Besitzer der Liegenschaft hatte, ging es nach dem Entscheid an der Gemeindeversammlung zackig vorwärts. Das Gebäude wurde auf der Amtsschreiberei überschrieben und die Betriebsgesellschaft Rössli GmbH gegründet. Diese kümmert sich um das Gebäude und um die gesamte Umgebung, zu der auch die Parkplätze gehören, die neben dem «Rössli» den Gewerbebetrieben dienen. In der Geschäftsleitung nehmen je drei Vertreter der Einwohner- und der Bürgergemeinde Einsitz. Als Vorsitzender und damit Geschäftsführer wurde Richard Schwaller eingesetzt.