Der Gemeinderat genehmigte am Montagabend den Antrag der Arbeitsgruppe Tagesstrukturen. Nach verschiedenen Abklärungen kam diese zum Schluss, auf die Nutzung der gemeindeeigenen Liegenschaft an der Schulhausstrasse 28 (ehemals Metzgerei Fischer) vorerst zu verzichten. Die veranschlagten Grobkosten zur Renovation wären in Anbetracht der aktuellen Finanzlage zu hoch.

Stattdessen hat sich eine andere gute Lösung ergeben: Verena Roth, die seit vielen Jahren die private Kinderkrippe Sunneschyn führt, zu welcher auch der Schülerhort gehört, möchte allmählich zurücktreten und konnte für eine Übergangslösung gewonnen werden. Nächsten Sommer soll eine einjährige Pilotphase beginnen, so dass die Gemeinde das Angebot von Verena Roth weiterführen kann. Roth hat sich bereit erklärt, die Schülerhort-Liegenschaft an der Schulhausstrasse für eine gewisse Zeit zur Verfügung zu stellen. Man könnte so also zuerst zwei, drei Jahre Erfahrungen sammeln und in einem zweiten Schritt dann andere Lokalitäten beziehen. Dies müsste nicht zwingend in der Fischer-Liegenschaft sein, für welche man nun erstmal eine Zwischennutzung anstrebe. Gemeindepräsident Hans-Peter Berger bedankte sich bei Verena Roth für das tolle Angebot und das Entgegenkommen.

Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für dieses Vorhaben aus und setzte damit ein klares Signal. Umfasst von den Angeboten der neuen Tagesstrukturen wären der heutige Mittagstisch, der Schülerhort, die Spielgruppe und im Bedarfsfalle auch die Hausaufgabenstunde. Ein provisorisches Budget wurde erstellt, die Dienst- und Gehaltsordnung angepasst. Eine Betriebskommission aus fünf Personen wird die strategische Führung sämtlicher ausserschulischer Betreuungsangebote übernehmen. Die Eltern der heutigen Schülerhort- und Mittagstischkinder werden mittels Infoveranstaltung benachrichtigt – das letzte Wort hat dann aber die Gemeindeversammlung.

«Das Budget zeigt eine tiefrote Null!»

Ernüchternder waren hingegen die Diskussionen zur ersten Lesung des Budgets. «Auf den ersten Blick sieht es nicht so schlecht aus», stieg Gemeindeverwalter Kurt Kohl ein. Es resultiert ein Ertragsüberschuss von rund 59'000 Franken. Dieser hätte aber etwa 400'000 Franken höher sein sollen, damit man anfangen könnte, die Schulden für den Schulraumbau zu tilgen. «Nun hinken wir mit dem Schuldenabbau bereits ein Jahr hinterher», so Kurt Kohl. Die Nettoverschuldung pro Einwohner steigt auf 2'374 Franken

Ein zentraler Faktor ist der massiv tiefere Beitrag aus dem Finanz- und Lastenausgleich. Mit 84 100 Franken bekommt die Gemeinde nur noch einen Viertel von dem, was sie vor zwei Jahren noch bekommen hat. Zudem sind die Beiträge an Sonderschulen aufgrund höherer Schülerzahlen von 289'000 Franken (Rechnung 2018) auf 360'000 Franken gestiegen. Auch die planmässigen Abschreibungen des Verwaltungsvermögens schlagen durch die Inbetriebnahme des neuen Schulhauses zu Buche. Dazu kommt, dass auch die Ertragsseite nicht rosig aussieht. Die Steuereinnahmen der natürlichen Personen stagnieren, jene der juristischen Personen gehen aufgrund der Steuerreform sogar zurück. Noch mit der Schulleitung zu klären sei der hohe Betrag für Lehrmittel, der allenfalls noch gesenkt werden könnte.