Die Rechnung 2016 schliesst mit einem hervorragenden Jahresergebnis. Hauptgrund dafür ist die bereits angekündigte rückwirkende ausserordentliche Steuerzahlung einer Firma. «Bei den Steuererträgen der juristischen Personen aus Vorjahren haben wir insgesamt mit einer Million Franken gerechnet – erhalten haben wir 13 Millionen», so Gemeindeschreiber Mario Caspar. Das sei sicher ein Schlüsselmoment der Rechnung und Grund für das besondere Resultat. Es handle sich aber klar um eine einmalige Zahlung, die sich in diesem Ausmass nicht wiederholen werde. Der Name der Firma wird offiziell nicht genannt. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass es sich um die Medizinaltechnikfirma Stryker handelt.

Das operative Ergebnis beträgt somit rund 13,6 Millionen Franken. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von rund 656'000 Franken. Die Gemeinde will deshalb zusätzliche Abschreibungen von 360'000 Franken und eine Rückstellung für den Finanzausgleich von 4,9 Millionen Franken tätigen. Für die nächsten vier Jahre muss nämlich mit einem hohen Finanzausgleichsgesamtbetrag von rund 7,4 Millionen Franken gerechnet werden, was zu Aufwandüberschüssen führen wird.

Nach Verbuchung der ausserordentlichen Aufwendungen und Erträge resultiert unter dem Strich ein Ertragsüberschuss von rund 9 Millionen Franken, welcher dem Eigenkapital zugeschrieben wird. Dieses steigt somit auf 29,5 Millionen Franken an. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 690 Prozent, das Nettovermögen pro Kopf erhöht sich auf 5803 Franken. Die Rechnung wurde einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet.

Droht ein Rechtsstreit?

Im Weiteren diskutierte der Gemeinderat das Beitragsgesuch der Genossenschaft Wohnen im Alter. Dieses war eigentlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit traktandiert, wurde aber auf Antrag der CVP zu Beginn der Sitzung mit sieben Befürwortungen in ein öffentliches Traktandum umgewandelt. Wohnen im Alter sei eine Genossenschaft von hohem öffentlichen Interesse, so lautete die Begründung.

Ein Konflikt ist entstanden, weil der Genossenschaft Wohnen im Alter fälschlicherweise zu wenig Anschlussgebühren in Rechnung gestellt worden waren. Nachdem dies erkannt wurde, hat man diese Gebühren von rund 50'000 Franken nachträglich eingefordert. Dagegen hat sich die Genossenschaft Wohnen im Alter als Rechnungsempfängerin allerdings gewehrt. Dieses Anliegen wurde am Donnerstagabend diskutiert, Vizegemeindepräsident Christoph Scholl trat als Präsident der Genossenschaft in den Ausstand.

Eine Mehrheit des Rates vertritt die Ansicht, dass die Genossenschaft die offenen Gebühren aufgrund der Rechtsgleichheit bezahlen müsse. Nur weil sie gemeindenah sei, dürfe sie nicht bessergestellt werden. Es soll aber Hand geboten werden, damit sie nicht in finanzielle Schwierigkeiten gerate. Zudem betonten mehrere Räte, dass Schuldzuweisungen vermieden werden müssen.

Auf Antrag der CVP wurde das Beitragsgesuch mit sechs Befürwortungen, einer Gegenstimme und drei Enthaltungen deutlich abgelehnt. Der Genossenschaft wird stattdessen ein zinsloses Darlehen im Rahmen von 51'000 Franken angeboten. Damit könnte sie die offene Rechnung bezahlen, sofern sie ihre Einsprache zurückzieht.