Deitingen
Gemeinde bringt ein Opfer für weitere Flächen

Im Rahmen der Ortsplanungsrevision wird Land zur Kompensation ausgezont. Dies geschieht mit der Absicht, weitere Flächen für konkrete Bauten zu gewinnen.

Urs Byland
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Dieses Landstück GB Nr. 299 am Dorfrand von Deitingen mit grossem Anteil Industriezone eigne sich nicht gut für eine Ansiedlung. Deshalb soll es vielleicht später, wenn die Rechtslage geklärt ist, ausgezont werden.

Dieses Landstück GB Nr. 299 am Dorfrand von Deitingen mit grossem Anteil Industriezone eigne sich nicht gut für eine Ansiedlung. Deshalb soll es vielleicht später, wenn die Rechtslage geklärt ist, ausgezont werden.

Urs Byland

Die Gesamtrevision der Ortsplanung der Einwohnergemeinde Deitingen ist in der zweiten Auflage. Laut Begleitbericht sind zur ersten Auflage 18 Einsprachen eingegangen. Im Rahmen der Einsprachebehandlung hat der Gemeinderat entschieden, in einigen Fällen die Nutzungsplanung zu ändern. Die übrigen Einsprachen wurden entweder von den Einsprechern zurückgezogen oder wurden vom Ausschuss Ortsplanungsrevision dem Gemeinderat zur gänzlichen oder teilweisen Abweisung vorgelegt.

In der zweiten Auflage wird nun einzig eine Änderung zur ersten Auflage publiziert. Der bestehende Fussweg zwischen dem Höhenweg und der Schulhausstrasse wurde ursprünglich unverändert beibehalten. Auf Anregung einer Einsprecherin möchte die Gemeinde nun den geplanten Fussweg teilweise auf die Ostseite der Oesch legen.

Einzonungen ermöglichen

Sollte die zweite Auflage ohne Einsprache enden, wird voraussichtlich ein Planwerk zur Genehmigung an den Kanton geschickt, in dem Deitingen einen Trumpf ausspielen kann, der ziehen könnte. Um weitere Flächen für konkrete Bauten zu gewinnen, opfert die Gemeinde als Kompensation Land in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (öBA). Für die Auszonung zu Landwirtschaftsland eignet sich insbesondere die sogenannte «Pfarrmatte» zwischen dem katholischen Pfarrhaus und der Zweienhalle. Dort werden 6113 Quadratmeter Land in der öBA ausgezont.

Eingezont werden im Gegenzug Landstücke an der Grabmattstrasse, an der Derendingenstrasse und am Bahnweg. Letzteres auf Anfrage der SBB, die dort eine Wohnüberbauung mit hoher Dichte realisieren will. Insgesamt sind dies 5217 Quadratmeter Land, die zu Bauland eingezont werden sollen. Damit verliert die Bauzone Deitingens 896 Quadratmeter Land.

Andererseits werden mit der Ortsplanungsrevision auch 7096 Quadratmeter Land aus der Landwirtschaftszone eingezont, die bereits überbaut sind. Dabei handelt es sich um drei Liegenschaften, die früher als Landwirtschaftsbetriebe genutzt wurden. Gemäss revidiertem Richtplan können Flächen von nicht mehr landwirtschaftlich genutzten Bauten, welche die Bauzone zweckmässig ergänzen, ohne Kompensation der Bauzone zugewiesen werden.

Spezialfall

Ein Spezialfall ist die Parzelle Nummer 299, östlich der Fussballfelder und südlich der Bahnlinie. Hier wird «die Rechtssicherheit und Planbeständigkeit relativiert». Die Parzelle weist 9200 Quadratmeter Industriezone, 1960 Quadratmeter Gewerbezone sowie 1426 Quadratmeter Wohnzone W2 auf. Aus Sicht der Gemeinde ist die Lage des Grundstücks für Industriebauten nicht geeignet. Dies insbesondere wegen einer schwierigen Erschliessung und der fehlendenden Verkaufsbereitschaft oder Überbauungsabsichten seitens der Eigentümerin. Deitingen verfügt gesamthaft über einen hohen Anteil an unbebauter Industriezone. Aus raumplanerischer Sicht wäre es daher sinnvoll, die Teilfläche der Industriezone in die Landwirtschaftszone umzuzonen.

Mit der noch fehlenden Rechtssicherheit (Planungsausgleichsgesetz, Richtplan, vergleichbare Gerichtsurteile) bezüglich Auszonung und Entschädigung, können Umzonungen in die Landwirtschaftszone nicht oder nur mit grossen finanziellen Unsicherheiten vollzogen werden. Aus diesem Grund wird mit der vorliegenden OP-Revision an der Zonenzugehörigkeit der Parzelle GB Deitingen Nr. 299 festgehalten. Sobald die Rechtslage bezüglich Auszonung und Entschädigung klar ist, will die Gemeinde die Zonenzugehörigkeit von GB Deitingen Nr. 299 erneut prüfen und abschliessend beurteilen.

Das Ziel der Gemeinde, die Industriefläche der Parzelle GB Deitingen Nr. 299 in die Landwirtschaftszone umzuzonen, bleibt weiterhin bestehen. Aus diesem Grunde wird die Planbeständigkeit für GB Deitingen Nr. 299 im Rahmen der aktuellen Ortsplanungs-revision relativiert.