Derendingen
Gemeinde baut Pavillon für die Jugend

Ab dem kommenden Schuljahr wird in Derendingen die schulergänzende Betreuung ausgebaut.

Gundi Klemm
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Auf dem Kiesplatz vor dem Schulhaus Steinmatt wird der Pavillon gebaut.

Auf dem Kiesplatz vor dem Schulhaus Steinmatt wird der Pavillon gebaut.

Christof Ramser

Nur zwei Angebote von Spezialfirmen, die einen schlüsselfertigen und funktionstüchtigen Flachdachpavillon in der Grösse von rund 27 auf 13 Meter bauen können, lagen dem Gemeinderat zur Bewertung vor. Er folgte der Beurteilung durch die Abteilung Bau und Planung und stimmte dem Vorhaben einstimmig zu.

Den Auftrag erhält die Firma Schaerholzbau AG, Altbüron, zum Preis von 955'968 Franken. Das Gebäude, das bis zum Schuljahresbeginn 2017/18 bezugsbereit sein muss, steht dann der schulergänzenden Tagesbetreuung, organisiert durch den Verein KIDZ, Derendingen, zur Verfügung.

Im Weiteren hat der Gemeinderat

- die über fünf Jahre aufgelaufenen Planungskosten für die Entwicklung des Zentrums Derendingen-Mitte im Umfang von 974 000 Franken (rund 50 000 Franken unter dem Kredit) einstimmig genehmigt. Der Baustart soll im kommenden April/Mai stattfinden;

- den Ersatz der alten SBB-Hochspannungsleitung begrüsst, zumal sie längs der Autobahn und nicht durch Siedlungsgebiet führt. Angeregt wird ein möglichst waldschonender Bau;

- dem Vorschlag der KWI zugestimmt, auf die temporäre Signalisation auf der Durrachstrasse «Beidseitiges Parkieren verboten» zu verzichten und die Neuordnung mit markierten Parkfeldern in der fürs Frühjahr geplanten Zonenkennzeichnung Tempo 30 vorzunehmen;

- der Spitex für berufliche Einsätze eine Spezialparkbewilligung eingeräumt und sich über den Stand der Fusionsverhandlungen mit der Spitexorganisation Deitingen informiert;

- Kenntnis erhalten von personellen Änderungen in der Feuerwehr: Cyril Kuratli wird den Kommandantenkurs besuchen, Jan Bader wird in den Feuerwehrstab aufgenommen, Tamara Portmann wird Atemschutzchefin, Davide Silvestro Chef der Kommunikation und Carlo Bindt Chef der Elektrogruppe;

- die Wahltermine für die Erneuerung Gemeinderat am 21. Mai und für das Gemeinde-/Vizepräsidium und den Friedensrichter auf den 2. Juli 2017 festgelegt;

- Christian Müller (SP) als neues Ersatzmitglied im Gemeinderat willkommen geheissen;

- von der Neuordnung der Zivilschutzkreise erfahren. Bucheggberg und Wasseramt streben eine Fusion zum Kreis «Aare-Süd» an. (gku)

Bauverwalter Roger Spichiger erläuterte die Wahl dieses Anbieters, der zwar nicht aus der Region stammt, dafür aber mit Konzept und Entwurf in jeder Weise Vorgaben und Erwartungen entspricht und zudem kostenmässig weit unter der Budgetvorgabe von 1,2 Mio. Franken bleibt. Gegebenenfalls kann das neue Gebäude sogar aufgestockt werden. Im Sinne der Langlebigkeit der gesamten Holzkonstruktion sind die Fassaden witterungssicher
behandelt.

Grosszügige Lösung

Einstimmig genehmigte der Gemeinderat auch die Unterstützungsrichtlinien für den Verein KIDZ. Er wird in dem oben erwähnten Pavillon an der Steinmattstrasse 15 die schulergänzende Tagesbetreuung für Kinder und Jugendliche durchführen. Patrick Reinhart erläuterte im Namen der Arbeitsgruppe KIDZ den Stand der Dinge. Erarbeitet sind bereits die Statuten für den Verein, für den eine Trägerschaft besteht.

Noch in Kürze folgen wird das Personalreglement, damit bereits im Februar 2017 mit der Suche nach einer Leitungsperson und später weiteren Mitarbeitenden begonnen werden kann. Der Gemeinderat befasste sich ausführlich mit der bereits zugesicherten finanziellen Hilfe durch die Einwohnergemeinde. So zahlt die Gemeinde einen Beitrag, der aber jährlich neu vom Gemeinderat festgelegt wird und den jeweiligen Rechnungsabschluss von KIDZ berücksichtigt. Für 2017, in dem der Betrieb im August beginnt, sind pro rata 95'000 Franken budgetiert. Die gleiche Summe steht für 2018 in Aussicht.

In den 16 Paragrafen der Richtlinien sind auch die Elternbeiträge festgehalten, die im Verhältnis von zwei Drittel gegenüber einem Drittel von der Gemeinde die Tagesbetreuung finanzieren. Die Einwohnergemeinde stellt zudem infrastrukturelle Unterstützung für den ganzjährigen Betrieb unentgeltlich zur Verfügung. Geplant ist die Tagesstätte für bis zu 25 Schulkinder, die hier mittags verpflegt und nachmittags in den Schulaufgaben betreut werden.

Zurück an den Absender

An der Motion der SP Derendingen mit Erstunterzeichner Markus Baumann und 30 Mitunterzeichnern, die für alle Kinder den Zugang zur Musikschule kostengünstig ermöglichen wollen, entzündete sich Widerspruch. Grundsätzlich war der Rat zwar offen für das pädagogische Anliegen, das mit musikalischem Unterricht die Entwicklungschancen aller Kinder unterstützen will. Doch gemäss Urban Cueni sollte das seit fünf Jahren bestehende Musikschulreglement, das Schul- und Musikschulleiter Matthias Pfeiffer mit einer Auflistung aller Leistungsfelder verbunden hatte, erst einmal evaluiert werden. «Wir wollen entsprechend der Motion nicht nur einzelne Artikel ändern, sondern das gesamte Reglement breiter abstützen, wenn möglich qualitative Verbesserungen ermöglichen und die Tarife überprüfen», befand Gemeindepräsident Kuno Tschumi.

Die SP-Motion sieht vor, dass Eltern für den Musikunterricht eines Kindes im Jahr lediglich 120 Franken als Hälfte des bisherigen Beitrags bezahlen. Markus Baumann, der sich seinen Mitunterzeichnern verpflichtet fühlt, zeigte sich schliesslich bereit, dem Vorschlag «Überarbeitung Reglement» zuzustimmen, das Geschäft bis zur nächsten Sitzung zurückzustellen und an der kommenden SP-Parteiversammlung nochmals die Formulierung der Motion zu diskutieren.