Biberist

Geliebt auch in 3. Generation: Nussgipfel der Traditionsbäckerei schmecken seit 70 Jahren gleich gut

Die Bäckerei Staudenmann feiert ihr Jubiläum. Seit 70 Jahren gibt es das Geschäft im Bleichenberg. Vor fünf Jahren hat es die dritte Generation übernommen.

Erich Staudenmann hat praktisch sein ganzes Leben in der Bäckerei an der Bleichenbergstrasse verbracht. Im Oktober 1949 war er eineinhalb Jahre alt, als seine Eltern Anna und Paul Staudenmann das vorherige Geschäft und die darüberliegende Wohnung übernahmen und ihre Bäckerei eröffneten. «Neben der Bäckerei führten meine Eltern auch einen ‹Tante Emma-Laden›, in dem es Lebensmittel, aber auch einige Güter des täglichen Bedarfs zu kaufen gab», erinnert sich Erich Staudenmann. «Es konnte durchaus vorkommen, dass es um 22 Uhr bei uns klingelte und verzweifelte Eltern nach einem Nuggi fragten.» Paul Staudenmann hat als Ein-Mann-Betrieb angefangen und besuchte seine Kundschaft teilweise mit dem Velo.

Laden und Backstube umgebaut

1979 hatte Erich Staudenmann gemeinsam mit seiner Ehefrau Margrit die Bäckerei übernommen. Er war gelernter Konditor-Confiseur und erlernte das Bäcker-Handwerk zusätzlich bei seinem Vater. Erich und Margrit Staudenmann konzentrierten sich wieder vermehrt auf das Kerngeschäft und das klassische Angebot einer Bäckerei-Konditorei. Darum wurde schon bald die Backstube umgebaut.

Damit hatte das Team, das in der Zwischenzeit angewachsen war, wieder mehr Platz. Auch der Laden wurde zwei mal umgebaut und an die aktuellen Bedürfnisse angepasst. Im Sortiment hat man nur noch behalten, «was es für ein Frühstück braucht», wie es Erich Staudenmann auf einfache Weise erklärt. Vor rund 20 Jahren begann man dann auch damit, mit einem Znüniwagen grössere Betriebe zu bedienen. Und seit zehn Jahren gibt es auch Birchermüesli oder Salate zu kaufen, die man mitnehmen kann.

Bistrotischli und Kaffeemaschine

Noch heute ist Erich Staudenmann täglich in der Bäckerei anzutreffen, auch wenn er den Frühdienst in der Zwischenzeit seinem Sohn Markus überlässt. Dieser hat gemeinsam mit seiner Ehefrau Daniela, die selbst auch Konditor-Confiseur gelernt hat, die Bäckerei im Oktober 2014 übernommen. Und wie die Generationen zuvor versuchen die beiden, die Bäckerei einerseits in der gewohnten Art weiterzuführen, aber trotzdem immer wieder etwas Neues zu machen. Schon im April 2015 stellten sie im Gärtli hinter dem Haus Tische und Stühle auf, die vor allem am Mittag gerne von der Kundschaft benützt werden. Im Laden kamen zwei Bistrotische mit Stühlen und eine Kaffeemaschine dazu. So kann heute nicht nur das Zmorgegipfeli, sondern auch der Kaffee dazu mitgenommen – oder im Laden konsumiert – werden.

Geblieben ist auch in der 3. Generation der Bäckerei eines: Die Nussgipfel, die im ganzen Wasseramt bekannt sind. Sie werden immer noch nach dem Rezept von Paul Staudenmann gebacken. Dazu kommen die Bleichenbergerli, eine Schoggispezialität, oder der Russenzopf, den es am Meter zu kaufen gibt. In der Bäckerei gibt es zudem ein breites Sortiment an handgemachten Pralinen und Branchli. «Ohne Zusatzstoffe», wie betont wird.
«Wir haben weiter damit begonnen, jeden Monat ein spezielles Monatsbrot zu backen», meint Daniela Staudenmann. Das könne eine komplett neue Kreation sein oder ein Brot, das in Vergessenheit geriet. «Manche dieser Brote bleiben auch später im Sortiment, andere verschwinden wieder.»

Schon bald wird erneut umgebaut

Nach der Jubiläumswoche wird der Laden der Bäckerei während drei Wochen umgebaut. Ein kleines Tea Room soll die beiden Bistro-Tischli ablösen. In dieser Zeit wird die Kundschaft in einem Verkaufswagen bedient.

In der Bäckerei Staudenmann sind heute 14 Personen angestellt, ein grosser Teil davon im Verkauf . In der Bäckerei werden zudem Bäcker-Konditor-Lehrlinge ausgebildet, drei sind es zurzeit. Die Bäckerei hat unter der Woche durchgehend geöffnet. Am Samstagnachmittag und am Sonntag ist sie geschlossen.

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