Biberist
Gegner von Tempo 30 erleichtert: «Die Bevölkerung hat die Sache mit Vernunft anpackt»

Über 62 Prozent der Abstimmenden wollen Tempo 50 auf der Bleichenbergstrasse. Die Gegner freuen sich über den klaren Entscheid.

Urs Byland
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«Die Biberister haben die Tempo-30-Vorlage mit Vernunft entschieden», sagt Tempo-30-Gegner Markus Grütter.

«Die Biberister haben die Tempo-30-Vorlage mit Vernunft entschieden», sagt Tempo-30-Gegner Markus Grütter.

Hanspeter Bärtschi

Es war ein langer Weg bis zur Urnenabstimmung für die Einführung von Tempo 30 im gesamten Bleichenbergquartier. Im kleinen Teilbereich Bleichenbergstrasse-Einmündung Bromeggstrasse wurde die Tempo-30-Zone bereits realisiert. Am Sonntag ist das Stimmvolk aber auf die Bremse getreten und spricht sich klar gegen Tempo 30 aus.

Das Verdikt ist eindeutig. Bei einer Stimmbeteiligung von 52,1 Prozent legten nur 1040 Personen ein Ja zu Vorlage und damit für die flächendeckende Einführung von Tempo 30 im Bleichenberg und im Giriz ein. 1717 Personen lehnten die Vorlage ab. In Prozentzahlen ausgedrückt stimmten über 62 Prozent gegen Tempo 30 und nur etwas weniger als 38 Prozent dafür.

Enttäuschte Befürworter

Es sei wie ein Lesen im Kaffeesatz, wolle er den enttäuschenden Ausgang der Abstimmung zu erklären versuchen, so Motionär Eric Send. «Wir akzeptieren das Resultat. Eine Mehrheit der Biberisterinnen und Biberister will mit Tempo 50 auf der Bleichenbergstrasse durch das Quartier fahren.» Ein Grund für das Resultat sei vielleicht gewesen, dass nicht grundsätzlich über Tempo 30, sondern bereits über konkrete Massnahmen abgestimmt wurde. «Heftig kritisiert wurden die ‹Berliner Kissen›.» Die Befürworter von Tempo 30 im Bleichenberg wollen nun schauen, dass es zumindest an neuralgischen Punkten Verbesserungen gibt.

Tempo-30-Gegner Markus Grütter darf sich Sieger der Abstimmung nennen. Der klare Entscheid freue ihn sehr. «Ich kann feststellen, dass sich die Bevölkerung nicht von der Mobilisierungskampagne der Befürworter und nicht von Emotionen hat leiten lassen, sondern die Sache mit Vernunft anpackt.»

Er habe vermutet, dass dieses Projekt abgelehnt wird. Im Vorfeld sei er von vielen Leuten darauf angesprochen worden mit der Bitte, er solle doch etwas dagegen unternehmen. «Das Resultat zeigt, dass eine Mehrheit des Gemeinderates sowie die SP und die Grünen bezüglich der Verkehrspolitik in den letzten Jahren komplett am Volk vorbei politisiert haben. Es war höchste Zeit, dass eine Urnenabstimmung stattfindet.»

Nachteiliger Motionstext

Gemeindepräsident Martin Blaser ist enttäuscht. Er habe auf die Solidarität der Biberister gezählt. «Aber viele Autofahrer empfinden Tempo 30 auf den Sammelstrassen Aesplistrasse, Poststrasse und Bleichenbergstrasse als schikanös», gibt er eine Begründung für das Resultat. Der Gemeinderat müsse das Thema wieder aufnehmen, damit wenigstens in den Quartierstrassen Tempo 30 eingeführt werden könne. «Über eine Tempobeschränkung in den Quartier-strassen kann man sicher diskutieren. Ich frage mich jedoch, ob dies im Bleichenberg überhaupt nötig ist», entgegnet Markus Grütter.

Nachteilig, so Gemeindepräsident Blaser, habe sich der Motionstext erwiesen. «Der Gemeinderat wollte Tempo 30 in den Quartieren einführen, aber nicht auf den Sammelstrassen. Das wäre in seiner Kompetenz gewesen. Motionär Send wollte die Einführung im gesamten Gebiet und ist nun gescheitert.»Kommentar rechts