Fusion
Geglückter Brückenschlag über die Emme

Aus den Banken Recherswil-Gerlafingen-Koppigen und Biberist entsteht die Raiffeisenbank «Untere Emme».

Gundi Klemm
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Die Raiffeisen-Filiale in Gerlafingen bleibt als eine des Verbunds «Untere Emme» erhalten.Urs Byland

Die Raiffeisen-Filiale in Gerlafingen bleibt als eine des Verbunds «Untere Emme» erhalten.Urs Byland

768 Stimmberechtigte der Raiffeisenbank Recherswil-Gerlafingen-Koppigen besiegelten an ihrer 86. Generalversammlung mit 746 zu 13 Stimmen die Fusion mit der Raiffeisenbank Biberist. Kurz und prägnant lautet der Name der künftig über 11 000 Mitglieder und viele weitere Kunden umfassenden Genossenschaft «Raiffeisenbank Untere Emme».

Die Versammlung in der Mehrzweckhalle Utzenstorf genehmigte neben einer Statutenergänzung die Geschäftskreiserweiterung auf die Gemeinden Alchenstorf, Biberist, Buchegg (ohne Gossliwil), Gerlafingen, Hellsau, Höchstetten, Koppigen, Lohn-Ammannsegg, Lüterkofen-Ichertswil, Niederösch, Obergerlafingen, Recherswil, Rumendingen, Utzenstorf, Wiler, Willadingen und Zielebach.

Operatives Zentrum Recherswil

Die Geschäftssitze bleiben in Recherswil als operatives Zentrum, in Biberist als juristischer Sitz nebst den Niederlassungen in Gerlafingen, Koppigen und Utzenstorf als Beraterbanken mit insgesamt 38 Mitarbeiteten und vier Ausbildungsplätzen. Nachdem die Biberister Genossenschaftsmitglieder bereits am 31. März den Weg zum Zusammenschluss mit ihrer Zustimmung geebnet hatten, begründete Verwaltungsratspräsident Markus Wieland (Gerlafingen) nochmals die Vorteile mit «unsere Chancen sind viel grösser als die Risiken».

Denn der rasante Wandel im Bankenmarkt, der Kostendruck, aber auch das Ziel, sich weiterhin wettbewerbsfähig zu behaupten und ein fairer Partner zu bleiben, habe diesen lange vorbereiteten und fachkundig begleiteten Fusionsschritt als vernünftig für die Zukunft der neuen Raiffeisenbank mit einer Bilanzsumme von 820 Mio. Franken empfohlen.

«Dieser Brückenschlag über die Emme verleiht uns noch mehr Kraft für unsere Genossenschafter», bekräftigte der einstimmig an die Verwaltungsratsspitze der Raiffeisenbank «Untere Emme» gewählte Felix Schibli (Biberist).

Auch wenn das Jahresergebnis der Bank Recherswil-Gerlafingen-Koppigen wegen der Zinssituation um 15,4 Prozent auf 885 805 Franken sank, schlossen die übrigen Geschäftsbereiche positiv ab. Die Hypothekarausleihungen erhöhten sich um 10,4 Prozent auf 456,8 Mio. Franken, und auch die Kundeneinlagen, die alle Ausleihungen decken, verzeichneten einen deutlichen Zuwachs auf 464,8 Mio. Franken in dem bisherigen, fast 7 400 Mitglieder umfassenden Finanzinstitut mit seiner Gesamtbilanzsumme von rund 561 Mio. Franken.

Marcel Zollinger, Vorsitzender der bisherigen und künftigen Bankleitung «Untere Emme», erläuterte die strengen Bonitätsprüfungen für Kreditnehmer, was im extern überprüften Jahresergebnis zu sehr geringen Wertberichtigungen führte. Wie Wieland dankte auch er den engagierten Mitarbeitenden auf allen Ebenen. Die Verzinsung der Genossenschafts-Anteilscheine setzte die Versammlung bei 6 Gegenstimmen auf 4 Prozent fest.

Neben Felix Schibli wurden Beat Kiener und Stefan Juchli (beide LohnAmmannsegg) in den Verwaltungsrat gewählt. Verabschiedet wurden Urs Murer (Koppigen), der seit 1995 mitwirkte, und Markus Wieland, der die Geschicke der Bank seit der ersten Fusion 1999 zwischen Gerlafingen und Recherswil-Koppigen und als Verwaltungsratspräsident seit 2006 mitbestimmte, wie Verwaltungsratsvizepräsident Thomas Wullimann würdigte.

Nach einem verlockenden filmischen Hinweis auf die diesjährigen Mitgliederaktionen mit Schwerpunkt Tessin begann der gemütliche Programmteil der Versammlung, für dessen gastronomische und unterhaltsame Gestaltung sich die Organisatoren alljährlich viel einfallen lassen.