Nach einem unbeschwerten Auftritt der Blockflötengruppe mit Nathalie Stampfli war die Forte-Band an der Reihe. Mit drei Stücken und der schon fast obligaten Zugabe zeigte der eigene Nachwuchs unter Philippe Emmenegger sein Können.

Die Musikgesellschaft selber begann ihr Konzert mit «Fortune» von Kazys Daugela. Sofort war klar, dass Bruno Trottman seinen Verein gut vorbereitet hatte, auch wenn ihm das gravierende Absenzen nicht gerade leicht machten. So richtig warm gespielt hat sie sich mit Michael Bublés «It’s a beautiful Day». Das richtete der Belgier Frank Bernaerts unter seinem Pseudonym Jan van Kraeydonck für Blasorchester ein.

Der musikalische Höhepunkt des Konzerts war «Spirit of Lihn» von Walter Liechti. Die 2004 entstandene Komposition soll entspannende Augenblicke auf einem Berg mit herrlicher Aussicht vermitteln. Das gelingt dem Berner Oberländer hervorragend.

Ihre wunderschönen Passagen meisterten die Euphonisten ohne hörbare Probleme, auch die spätere gemeinsame Stelle mit dem mittleren Blech. Sanft wirkten die holzdominanten Partien. Zuweilen fühlte man sich an Weihnachtsklänge erinnert. Eine tolle Komposition wählte die MG Flumenthal damit. Aber sie vermochte sie auch gebührend wirken zu lassen.

Das gilt auch für den Auftritt des Solo-Duetts. Das wurde so dezent und feinfühlig begleitet, dass den beiden Solisten genügend Wirkung bleiben konnte. Matthias Feier (Trompete) und Andreas Wyss (Euphonium) brillierten mit diesem Duett. Nick Hillary hatte dazu Lee Holdridges «A Love until the End of Time» zu einem Duett für Trompete und Euphonium mit Blasorchesterbegleitung verarbeitet.

Mit einer Blasmusikbearbeitung des Rock-Pop Songs von Pink «Just give me a Reason» meldet sich die MG aus der Pause zurück. Sie brauchte dabei einige Takte, um sich wieder komplett zu finden. In Steve Cortlands Arrangement von Jennifer Rushs «The Power of Love» war man jedenfalls komplett da.

Das gilt erst recht für die Schnellpolka «Unsere Feuerwehr» von Helmut Möck. Die ist genau so gut angekommen wie «Ewig schad» von Peter Schad im ersten Teil. Vom Titel her passend beschloss die MG das Programm mit Georg Meissners «Zum Städtele hinaus». Dabei zwitscherten gleich zwei Flötistinnen auf den Piccolos in den höchsten Tönen. «Wir sind happy» spielte die MG Flumenthal als erste Zugabe. Das durften sie nach ihrem gelungenen Konzert auch sein.

Eigene Theatergruppe

Die MG Flumenthal hat eine eigene Theatergruppe. Die hat sich ein ganz besonderes Stück ausgesucht. Diesmal machte niemand einen Gewinn und kein Verschollener tauchte wieder auf. Am Schluss gab es auch kein einziges Liebespaar. Die Wahl fiel auf einen Schwank von Daniel Kaiser. Sein Titel «Nur ohni Schueh» verrät noch gar nichts vom Inhalt.

Dieser ist auch weit entfernt von dem, was man gemeinhin in Volksstücken erwartet. Die Theatergruppe spielt dabei – was niemand erwarten würde – eine Theatergruppe. Das bietet ganz ungewohnte Szenen. Auftreten an der falschen Stelle, oder eben nicht, kann schon lustig sein. Sätze, die einen anderen Sinn ergeben, wenn sie falsch betont werden, ebenfalls. Zudem ist das Stück so angelegt, dass Namensverwechslungen sogar auf drei Ebenen möglich sind. Das alles kostete die Theatergruppe gekonnt aus.