Der dunkelrote Vorhang, mit feinen Lichtern bekränzt, und die ebenso dunkelroten, langstieligen Rosen in der Glasvase stimmten die zahlreichen Besucher bereits im Foyer der Mehrzweckhalle auf das Thema ein: «Opern und Operetten».

Mit dem Kanon «Singen macht Spass» nahmen die über 40 Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors Aeschi als Gast und des Männerchors Etziken ihren Platz auf der Bühne ein. Was passte da besser, als die Besucher mit dem «Grüss euch Gott alle miteinander» aus dem «Vogelhändler» willkommen zu heissen. Dieser volkstümliche, lebenslustige Einstieg bildete den geglückten Auftakt zu den gefälligen, aber auch anspruchsvollen Melodien, die Dirigent Robert Flury für den Unterhaltungsabend ausgewählt hatte.

Er kennt die Vorlieben seiner Singenden, denn seit 16 Jahren dirigiert er bereits den Männerchor und seit 6 Jahren den Kirchenchor. Überzeugend, mit voller Klangpracht, versetzten sich die beiden Chöre in den «Chor der Gefangenen», in Verdis von Freiheitspathos getragenen Oper Nabucco.

Beeindruckend in der anspruchsvollen Dynamik und Aussprache des teils rasanten Tempos kam der «Chor der Landleute» aus der Oper «Die verkaufte Braut» daher. Die Musik lässt die Heiterkeit und Ausgelassenheit am Kirchweihfest aber auch Herzschmerz spüren. Gekonnt und einfühlend begleitete Sabine Lehmann die Melodien am Klavier.

Chöre gefielen auch alleine

Durch den Abend führte mit komödiantischer Ader Urs Schaad, der, unterstützt von seiner Mundharmonika, Verse über die Chöre preisgab. Im Alleingang erfreute der Männerchor mit Jacques Offenbachs «Chor der Studenten» aus Hoffmanns Erzählungen, der das Leben in Luthers Kneipe musikalisch untermalt.

Die Männer besangen Freude und Genuss mit dem «Trinklied» aus Giuseppe Verdis Oper «La Traviata» und aus «Zar und Zimmermann» mit «Hoch lebe die Freude». Das Publikum beklatschte impulsiv die zum Mitsummen anregenden Melodien aus der Operette «Im weissen Rössl». «Mit dem Äschi Chile-Chor stoht üs e bsondere Gnuss bevor», dichtete Schaad weiter. Recht hatte er.

Die Singenden begeisterten mit «Feuerstrom der Reben» aus der «Fledermaus» von Johann Strauss, dem «Barkarole» aus «Hoffmanns Erzählungen» sowie «Martha» aus der Oper «Der Markt zu Richmond».

Turbulente Komödie

Im zweiten Teil des Unterhaltungs-Abends erntete die Theatergruppe des Männerchors viele Lacher mit dem Zweiakter «Sältsami Methode». Die acht Spielerinnen und Spieler unter der Regie von Vreni und Alfred Schmid zeigten sich beherzt und sicher in ihren Rollen.

In der Komödie verliefen die Geschäfte des Friedensrichters Fridli wegen seiner verschwenderischen Frau nicht immer ganz seriös. Davon profitierten auch sein Freund, Metzgermeister Stark und dessen Ehefrau Margrit, zart in der Erscheinung, aber alles andere im Handeln. Schwarzarbeiter Pedro jedenfalls fürchtete, von ihr zu «Hackefleisch» gemacht zu werden.

Die vorwitzige Hausangestellte Alma machte das Durcheinander perfekt, als sie die spirituelle Selma Honegger ins Haus einlud. Erwartet aber war vom Friedensrichter und vom Metzgermeister die Namensvetterin und Oberrichterin Regula Honegger zwecks Kontrolle der Akten.

Als Ausklang sang der Männerchor, locker und fröhlich und in Klavierbegleitung seines Dirigenten Robert Flury, Lieblingslieder wie «Banana Senor», «Ich war noch niemals in New York» und «Bajazzo».