Viel unterwegs sei sie, sagt Trix Rüetschli. Das Auto sei fast wie eine zweite Heimat. Vor 30 Jahren gründete sie die nicht nur in der ganzen Region bekannte Firma Rüetschli Immobilien. Als Maklerin muss sie Termine wahrnehmen, Besichtigungen durchführen, zu Gespräche fahren – und dies nicht nur in der Region. Inzwischen verkauft und vermittelt Trix Rüetschli Objekte in der ganzen Schweiz.

Ihr Sohn Michael erledigt alles Technische, wenn sie mal Hilfe braucht. Und unterstützt wird sie von ihrer Angestellten, ihrer Tochter Andrea. Aber ansonsten steckt hinter Rüetschli Immobilien seit 30 Jahren vor allem Trix Rüetschli. «Das ist mein Baby.» Ihr Markenzeichen ist das Smiley, das ihre Inserate ziert. «Ich brauchte etwas, das mich unverwechselbar macht. Mein Sohn sagte, ich müsse ein Zeichen setzen, das den Kunden die Angst nimmt, mit einem Büro Kontakt aufzunehmen.» Er zeichnete ein Smiley. «Ich habe mich sofort verliebt in den Smiley», so Rüetschli. Das Zeichen bewähre sich seit 30 Jahren und komme bei Alt und Jung gut an.

Zuerst angestellt

Damals arbeitete sie noch bei einer Versicherung. «An einem schönen Montagmorgen kam mein Chef und eröffnete mir, dass ich ab nächster Woche ein Stockwerk höher arbeiten werde.» Es handelte sich um eine kleine Liegenschaftsfirma, welche die Versicherung nicht schliessen wollte. Trix Rüetschli schulte sich um, besuchte Weiterbildungen und führte fortan den kleinen Betrieb. Ihr erstes Haus verkaufte sie in Hessigkofen.

Nach drei Jahren wurde die Liegenschaftsfirma dann doch still gelegt. Trix Rüetschli steckte den Kopf nicht in den Sand, suchte ein Büro, das sie in Subingen fand, und begann unter ihrem Namen zu arbeiten. Heute hat ihre Firma die Adresse an der Paradiesstrasse in Lohn-Ammannsegg. «Eine schöne Adresse, oder?» Sie habe diesen Schritt in die Selbstständigkeit bis heute nicht bereut. In der besten Zeit schaltete sie oft eine Doppelseite Inserate.

Internet als grosse Konkurrenz

Heute trage die Konkurrenz vor allem einen Namen: Internet. «Jeder kann versuchen, sein Haus selber zu verkaufen.» Rüetschli kann dem ihr grosses Kontaktnetz entgegenhalten. «Ich habe Listen mit Namen von Menschen, die Objekte suchen, aber das Angebot ist viel zu klein.» Sie wisse zwar schon von Leuten, die gerne verkaufen würden, aber die aktuelle Zinssituation verhindere die Umsetzung. «Die Leute haben keine Ahnung, was sie mit dem Geld nachher machen sollen.»

Nach wie vor, erzählt sie, verkaufe sie Immobilien mit Leidenschaft. Wenn sie einen Vertrag unter Dach und Fach wisse, gehe sie hinüber ins Büro ihrer Tochter Andrea und feiert mit einem «Yeah!!!» den Abschluss. «Dann lacht meine Tochter und fragt, wie viele Jahre machst du nun schon diesen Job?» Trix Rüetschli schmunzelt: «Ich habe halt immer noch grosse Freude, wenn es ‹klick› macht.»

Gejubelt hat sie mit Sicherheit, als sie im letzten Jahr einen Teil des ehemaligen Handelsbank-Gebäudes in Solothurn verkaufen konnte. Oft werde sie angesprochen von ehemaligen Kunden, die sie loben würden wegen ihrer Hartnäckigkeit, mit der sie sich eingesetzt habe.

Medizin und Hobby zugleich

Im letzten Jahr habe sie sich mit dem Gedanken befasst, ihr Geschäft zu verkaufen. Sohn und Tochter hätten kein Interesse. «Meine Tochter sagt immer, die Geduld, die ich aufbringe, die hätte sie nie und nimmer.» Dabei führe gerade diese Eigenschaft in diesem Geschäft zum Erfolg. «Geduld haben und flexibel sein.»

Mit ihren Eigenschaften sei sie beispielsweise Spezialistin für Erbengemeinschaften. Und wenn am Abend um zehn vor zehn das Telefon im Büro klingelt, dann nehme sie ab. «Ich denke, das ist ein Notfall.» Aber die Zeit, als sie um diese Zeit auch noch hinausging, sei definitiv vorbei. Sie habe sich den Verkauf ernsthaft überlegt. «Aber ich brauche mein Geschäft. Es ist die beste Medizin und zugleich mein Hobby.»