Zuchwil
«Gästehaus Sonne»: Hier gibt's viel Selbstgemachtes und Fairtrade

In ihrem Bed and Breakfast-Haus setzt Eva Beck auf Bio und Fairtrade. Dabei kann sie nicht so viel «Bio» machen wie sie möchte - das Preissegment würde dann nämlich nicht mehr stimmen.

Christoph Neuenschwander
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Eva Beck führt in Zuchwil am Eschenweg 15 ein «Bed & Breakfast» mit 5 Zimmern auf zwei Etagen.

Eva Beck führt in Zuchwil am Eschenweg 15 ein «Bed & Breakfast» mit 5 Zimmern auf zwei Etagen.

Christoph Neuenschwander

Eva Beck geht voraus, die Treppe hoch in den ersten Stock ihres Wohnhauses am Zuchwiler Eschenweg. Oft leben hier oben Menschen, die in der Gegend einen neuen Job gefunden haben, aber noch auf der Suche nach einer eigenen Bleibe sind. Derweil machen sie es sich im «Gästehaus Sonne» gemütlich. Vergangenen Sommer verbrachte eine Schweizer Familie, die für eine Weile in Amerika gelebt hatte, sechs Wochen im Bed and Breakfast (BnB) von Eva Beck – sie warteten auf den Möbelcontainer aus Übersee.

Nachhaltiges Gästehaus

Das «Gästehaus Sonne» entstand im Jahr 2011. Seit einer Erweiterung 2012 erstreckt es sich über das Dachgeschoss und den ersten Stock und bietet Platz für zehn
Personen. Eva Beck setzt dabei auf Nachhaltigkeit: Fairtrade ist ihr ein grosses Anliegen. Auf dem Flyer für das BnB wirbt sie denn auch mit ihrem Bio- und Fairtrade-Frühstück. Die gelernte Kindergärtnerin hat 14 Jahre lang in einem Fairtrade- Unternehmen gearbeitet. Sie sagt aber auch, dass man diese Philosophie ohne ein immenses Monatsgehalt nicht konsequent leben könne. «Wichtig ist mir das Label beim Kaffee. Ich weiss, welche Arbeitsbedingungen bei der Kaffeeproduktion vorherrschen.»

Auch sonst achtet sie aber auf Nachhaltigkeit: Zum Frühstück gibt es Bio-Milchprodukte, selbst gemachte Konfitüre und vieles aus dem eigenen Garten. Ein Knackpunkt ist natürlich die Bettwäsche. «Ich achte darauf, dass ich die Wäsche wenn immer möglich im Öko-Modus mache.» Und wenn mal wieder Gäste da sind, die länger bleiben, dann wäscht sie nach Absprache die Bettgarnitur nur alle zwei Wochen und gibt dafür etwas Rabatt auf die Übernachtungen. Bei Einzelübernachtungen hingegen lässt sich nichts ausrichten. «Ich würde gerne noch mehr Bio machen, aber da kommt man schnell in ein Preissegment, das dann mit der Infrastruktur kollidiert.» Beispielsweise gibt es auf beiden Etagen des Fünf-Zimmer-BnBs je bloss ein Etagenbad.

Keine Distanz für Chinesen

Ein grosses Plus wiederum seien die Küchen auf beiden Etagen, sagt Beck. Wer will, kann selbst kochen – und Geld sparen. Das sei besonders praktisch bei Verwandtenbesuchen, also für Leute, die Familienangehörige in der Gegend besuchen und bei ihr übernachten. Aber auch Arbeiter mit Aufträgen in der Region, die von Montag bis Freitag bleiben, schätzen das BnB.

Im Sommer kommen mehr Touristen. Töfffahrer etwa. Oder Chinesen, Australier, Koreaner auf Europareise. Denn Solothurn sei nicht nur eine ganz ansehnliche Destination für Reisende, sondern auch ideal gelegen für Ausflüge zu anderen Sehenswürdigkeiten. «Innerhalb einer Stunde ist man überall. Für amerikanische oder chinesische Gäste ist das natürlich keine Distanz.»