Gross war das Interesse der Selzacher Bevölkerung an der diesjährigen Kultur-und Sportlerehrung im Pfarreizentrum. Auf vielseitige Anregung hin hat sich die Kultur- und Sportkommission erstmalig entschlossen, ehrenamtlich tätige Gruppierungen im Dorf öffentlich auszuzeichnen. Dies betraf die «Weihnachtsbaum-Aufsteller», die im Dorf seit 57 Jahren – inzwischen in verjüngter Zusammensetzung – mit einer grossen, geschmückten Tanne am Dorfeingang für weihnachtliche Stimmung sorgen.

Die ehemals am Stammtisch entstandene Idee ist dank vieler Mithelfer zur Tradition geworden, die fast familiär weitergeführt wird. Auf der Bühne nahmen zehn Personen die Ehrung entgegen. Sie würden diesen Einsatz «alle Jahre mit Freude» machen, wie ihr Sprecher betonte.

Die zweite Gruppe bildeten neun Frauen, die sich seit 37 Jahren um Seniorennachmittage und zusätzlich seit 2003 um den von rund 45 Personen besuchten Mittagstisch kümmern. Begründet wurde dieses Engagement, das immer auf Hilfe und finanzielle Zuwendung von Bürger- und Einwohnergemeinde zählen darf, durch Daisy Schwab.

Funktionierendes Gemeinwesen

In Anwesenheit von Gemeindepräsidentin Silvia Spycher unterstrich Andreas Hänggi (Präsident Kultur- und Sportkommission) die wichtige Arbeit für das Gemeinwesen, das nur funktioniert, wenn sich, wie hier in Selzach, auch engagierte, freiwillige Kräfte einbringen. Hänggi und seine Kommissionsmitglieder Barbara Kocher und Peter Däster nahmen die Ehrungen vor und hoben in Laudationen die besonderen Leistungen hervor.

Vorgestellt wurde jede Gruppe und die nachfolgenden Sportlerinnen und Sportler mit einem kurzen Film, der jeweils durch einen hübschen Blick auf Selzach eröffnet wurde.

Hochburg im Schiesswesen

Mit Brian Dorst, Eliah Marti und Claude Winkelhausen wurde ein Trio ausgezeichnet, das zwar nicht in Selzach wohnt, aber als Mitglieder der am Ort domizilierten Sportschützen Leberberg dank umfassendem Training über die Jahre grosse Erfolge erlangt hatte. Die Palmarès der drei jungen Männer, die bereits über 100 Medaillen an unterschiedlichsten Anlässen als Einzelkämpfer und im Mannschaftswettbewerb über die Distanzen 10, 50 und 300 Meter errungen haben, beeindruckten alle Anwesenden.

Alle drei Geehrten haben grosse Pläne für die Zukunft, die neben dem Sport auch die berufliche Weiterbildung umfasst. Geehrt wurde zudem in René Schiegg ein Mann, der Hochachtung verdient. Seit 1968 als Radrennfahrer und seit 1985 als «Ultra-Sportler» erbrachte er viel beachtete Leistungen an Triathlon-Veranstaltungen in aller Welt. Kürzlich bewältigte er im Velodrome in Grenchen in 24 Stunden 610 Kilometer. Das ist Weltbestleistung für über 60-jährige Bahnradfahrer.

Für den Fussballclub Selzach war Urs Häni ein Glücksfall. Seit 31 Jahren stand er als Chef der Spielkommission zwar nie im Rampenlicht, sorgte als Organisator und Logistiker aber dafür, dass die von ihm begleiteten Mannschaften des FC in 2500 Begegnungen spielen konnten.

Umrahmt wurde die Feierstunde durch Duo-Musik mit der Harfe von Saskia Beck und mit dem Schlagzeug von José de Mena.