Mit einer fröhlich interpretierten Version der «Galway Pipers» eröffnete der Klarinettenchor Solothurn sein Konzert. Im Zentrum stand natürlich die Uraufführung von Heris «Driving Clarinets».

Das ist schon Heris zweite Komposition zum Jahr der Klarinette. Geschrieben hat er sie für Soloklarinette und Klarinettenchor. Wieder gelang es ihm, die schönsten Seiten seines geliebten Instrumentes aufzuzeigen.

Gleichzeitig ist ihm ein tolles Stück gelungen, das von der duftigen Anfangskadenz bis zum Schlussakkord begeistert. Die Soloklarinette wurde von Martin Hüsler – einem der Initianten – ausgezeichnet interpretiert.

Gut gespielt hat aber auch der Chor. Hörbar wurde das schon beim «Adagio Cantabile» aus Beethovens «Klaviersonate Nr. 8», das von Clair W. Johnson für Klarinettenchor arrangiert wurde.

Meier verriet, dass er überrascht war über die Qualität dieses zusammengewürfelten Orchesters. Die Freude war ihm anzumerken. Sie war von Beginn an auch im Ensemble da und übertrug sich aufs Publikum.

Im Gegensatz zu Urs Heri, der sein «Driving Clarinets» extra für Klarinettenchor komponiert hat, arrangierte Maarten Jense ein bereits vorliegendes Musikwerk für diese Besetzung. Der Niederländer ist wie Heri von der Klarinette fasziniert.

Er leitet in seiner Heimat einen Klarinettenchor und ist daher immer auf der Suche nach Konzertliteratur. Er entdeckte, dass Jan van der Roost in seinem «Rikudim» bereits viel Holz einsetzt.

Es besteht aus vier Teilen, die israelischen Tänzen nachempfunden sind. Der Schritt, es für Klarinettenchor zu arrangieren, fiel Jense nicht mehr schwer. Die fünf Initianten des Solothurner Klarinettenchores wiederum fanden das Stück passend zu ihrem Vorhaben. Tatsächlich kommen die vier Tänze in reiner Klarinetteninstrumentation besonders zur Geltung.

Breit gefächerte Klarinettenschar

Nicht nur das Eröffnungsstück, sondern auch die Zugabe wurde von Urs Heri arrangiert. Wieder nutzte er die Gelegenheit, die verschiedenen Instrumente der Klarinettenfamilie prominent auftreten zu lassen.

Die geeignete Komposition fand er im «Baby Elephant Walk» von Henry Mancini aus dem Film «Hatari». Da liess Heri die tiefen Hölzer auftrumpfen, allen voran die Kontraaltklarinette, gespielt von Reto Künzler. In Deitingen war sie noch die tiefste, eine Kontrabassklarinette fehlte aber nicht merklich.