Buchegg/Mühledorf

Gärtner-Verbot auf ihrem Grund: Jetzt hat das Paar eine ganze Gärtnerei gekauft

Im Garten von Karin und Max Bolliger muss alles umgekrempelt werden. Die Folientunnels werden abgebaut und der Teich muss verkleinert und wieder an den alten Platz verlegt werden.

Im Garten von Karin und Max Bolliger muss alles umgekrempelt werden. Die Folientunnels werden abgebaut und der Teich muss verkleinert und wieder an den alten Platz verlegt werden.

Karin und Max Bolliger aus Mühledorf dürfen nicht auf ihrem Grund in Folientunneln gärtnern. Im November wurde ihnen dies richterlich untersagt. Jetzt haben sie im Bernischen eine Gärtnerei gekauft.

Noch im letzten November mussten Karin und Max Bolliger auf richterliches Geheiss die Folientunnel entfernen und den Teich rückbauen. In den Tunnels auf der eigenen Liegenschaft im Wolftürli in Mühledorf zog Karin Bolliger Setzlinge von alten Tomatensorten und Gemüsespezialitäten der Pro Specie Rara. Im Frühling organisierte sie im Wolftürli einen Setzlingsmarkt, der rasch weitherum bekannt wurde.

Nun können Karin und Max Bolliger aber Positives vermelden. «Wir haben das Blumenhaus und Gärtnerei am Bach in Thörigen übernommen», erzählt Karin Bolliger. Thörigen, südlich von Herzogenbuchsee, liegt gut 20 Kilometer vom Wolftürli entfernt. Zur Neuerwerbung gehören zehn Gewächshäuser sowie ein Gartencenter auf 8000 Quadratmeter Land. «Im Gartencenter werden wir einen Blumenladen führen», erklärt Max Bolliger. Die bestehende Infrastruktur kann übernommen werden. «In Bezug auf das Know-how und die Logistik haben wir genügend Erfahrung.» Max Bolliger betreibt eine Gartenbaufirma. Das Blumengeschäft in Thörigen wird Sarah Amhof, Tochter von Karin Bolliger, führen.

Die Gärtnerei werden Karin und Max Bolliger zusammen mit Aushilfen und ehemaligen Mitarbeiterinnen betreuen. «Wir nutzen die bestehenden Ressourcen, wollen aber auch meinen Gartenbaubetrieb integrieren», erklärt Max Bolliger.

Gärtnerei ist bereits geöffnet

In einem noch grösseren Rahmen als bisher will Karin Bolliger die Pro-Specie-Rara-Setzlinge ziehen. «Dort können wir uns verwirklichen und das betreiben, was wir hier nicht dürfen.» Die Freude sei noch nicht vollständig zurück, aber beide betonen, dass sie nun eine neue Perspektive gefunden haben. «Aus dem Schlechten ist etwas Gutes entstanden», so Max Bolliger, dem vor allem der Rückbau des Teiches zu schaffen machte. «Ich musste die Fische mit dem Netz herausholen.»

Das Blumenhaus und Gärtnerei am Bach hat bereits diese Woche in Thörigen die Neueröffnung gefeiert. Den weitherum bekannten Setzlingsmarkt im Wolftürli wird es künftig nicht mehr geben. Dafür können die gleichen Setzlinge nun in Thörigen gekauft werden.

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