Neue Sportanlage

Fussballer streiten um Ersatz für die Widi-Sportanlage

Bei den bestehenden Fussballplätzen des Sportzentrums Zuchwil ist ein Kunstrasenplatz (oben links vom Gebäude) und ganz oben das Klubhaus geplant.

Sportzentrum Zuchwil

Bei den bestehenden Fussballplätzen des Sportzentrums Zuchwil ist ein Kunstrasenplatz (oben links vom Gebäude) und ganz oben das Klubhaus geplant.

Mit dem Verkauf der Widi verlieren drei Vereine ihre Sportstätte. Das Projekt mit Kunstrasenplatz und Klubhaus für den FC Zuchwil beim Sportzentrum wurde im Gemeinderat heftig kritisiert.

Dass zwei Fussballer sich um einen Fussballplatz streiten, ist die Ausnahme. Normalerweise streiten sie sich um den Ball. Im Gemeinderat trafen Patrick Marti (SP) und Peter Baumann (Leiter Bau und Planung) aufeinander. Marti ist im Vorstand des FC Zuchwils (FCZ) tätig und wie weitere Chargen zeigen, mit dem FCZ quasi verheiratet. Aber auch Baumann ist ein Fussballkenner, hatte diverse Gastspiele in der Fussballszene, unter anderem als erfolgreicher Trainer der Frauen beim FC Zuchwil oder zuletzt als Sportchef beim FC Grenchen. Und wie Marti gehört auch Baumann zur FCZ-Familie.

Im Konflikt geht es um den neuen Kunstrasenplatz beim Sportzentrum Zuchwil und die Lage des Klubhauses. Beides sind Ersatzbeschaffungen. Der FC Zuchwil muss weg von seiner geliebten Widi-Sportanlage, weil die Gemeinde das Land an die Swiss Prime Anlagestiftung verkaufte. Die Gemeinde verpflichtete sich, mit dem Erlös für Ersatz zu sorgen und ein neues Klubhaus für den FCZ sowie einen Kunstrasen auf dem Gelände des Sportzentrums zu erstellen.

Der Kunstrasen wird das Sportzentrum aufwerten. Schon jetzt stehen deshalb die Fussballer Gewehr bei Fuss, weil sie befürchten, zu wenig Beachtung für ihre Bedürfnisse neben denen des Sportzentrums zu bekommen.

«Der dümmste Ort»

Als Beispiel nannte Patrick Marti an der Sitzung die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe (AG), die das Projekt erarbeitete. Neben Peter Baumann bildeten drei Sportzentrum-Mitarbeiter die AG, was im Gemeinderat auch Regine Unold Jäggi (SP) sauer aufstiess. Sie erkundigte sich, weshalb kein FCZ-Mitglied in der Arbeitsgruppe mitwirkte. Klar ein Versäumnis, denn eine wirkliche Begründung konnte Peter Baumann nicht liefern. Und Patrick Marti gab seinem Ärger Ausdruck: «Das ist der dümmste Ort für den Spielbetrieb.» Gemeint ist die geplante Lage des Klubhauses neben dem Kunstrasen am östlichen Rand der Anlage. Westlich des Kunstrasens ist das Hauptfeld, auf dem der FCZ seine meisten Spiele austragen dürfte, also zirka 100 Meter Wegstrecke vom Klubhaus entfernt. «Alle anderen Bedürfnisse werden abgedeckt, aber wir werden nicht miteinbezogen.» Er hätte das Klubhaus lieber in der Mitte der Anlage gehabt, erklärte Marti.

Man habe alles genau angeschaut, entgegnete Peter Baumann. «Es geht nicht anders wegen den Leitungen. Und der Kunstrasen muss vierseitig eingezäunt werden, sonst sind die Fussballer die ersten, die mit dreckigen Stollen über den Kunstrasen laufen.» Baumann wies dann noch darauf hin, dass weiter im Osten noch eine Reservezone liegt. In ferner Zukunft könnte dann das Klubhaus plötzlich mitten in der Anlage stehen und nicht wie jetzt am Rand.

«Wir schauen nach vorne»

Gemeindepräsident Stefan Hug bedauerte es ausserordentlich, «dass der Prozess an diesem Punkt angelangt sei. «Muss wirklich wegen der Position des Klubhauses das Projekt ideell infrage gestellt werden?» Im Kopf hatte er wohl die kommende Gemeindeversammlung am 10. Dezember.

Aber Patrick Marti spricht sich auf Nachfrage gegen eine Intervention der FCZ-Mitglieder an der Gemeindeversammlung aus: «Wir schauen nach vorne und wollen jetzt das Projekt nicht gefährden», erklärt er. Die Möglichkeiten seien für den Verein mit der neuen Lösung beim Sportzentrum «deutlich grösser» als auf dem Widi-Sportplatz.

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