Fusion
«Die Bürgergemeinde Kriegstetten ist überaltert» – Fusion zur Einheitsgemeinde scheint unbestritten

An einer Informationsveranstaltung wurden die Interessierten über Vor- und Nachteile der Fusion zwischen der Bürger- und der Einwohnergemeinde in Kriegstetten informiert. Entschieden wird letztlich an der Urne.

Rahel Meier
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Ortseinfahrt Kriegstetten von Derendingen her. Rechts der Wald, der der Bürgergemeinde gehört.

Ortseinfahrt Kriegstetten von Derendingen her. Rechts der Wald, der der Bürgergemeinde gehört.

Rahel Meier
«Die Bürgergemeinde Kriegstetten ist überaltert. Viele junge Bürger ziehen weg und wir finden keine Funktionäre mehr»,

erklärte Johann Lüthi (Bürgergemeindepräsident) an einer Informationsveranstaltung. Erschwerend komme auch noch dazu, so Lüthi, dass die Bürgergemeinden auf das neue Rechnungsmodell HRM2 umstellen müssen. Das sei eine aufwendige und teure Sache. «Die Einwohnergemeinde arbeitet schon länger mit diesem System».

Erster Schritt kam von der Bürgergemeinde

Die Bürgergemeinde haben darum nach ersten Gesprächen im Bürgerrat und einer Diskussion an der Bürgergemeindeversammlung Kontakt mit der Einwohnergemeinde aufgenommen und angefragt, ob diese bereit wäre zur Fusion zur Einheitsgemeinde. Ziel der Informationsveranstaltung sei es, alle auf den gleichen Wissensstand zu bringen, ergänzte später Einwohnergemeindepräsident Simon Wiedmer.

Nur noch 55 Ortsbürger ansässig

Kriegstetten hat rund 1300 Einwohner. Davon haben 55 Personen auch das Bürgerrecht. «Kriegstetter Bürger gibt es selbstverständlich mehr. Aber die anderen sind nicht mehr hier ansässig», so Lüthi. Auch die Aufgaben der Bürgergemeinde sind in den letzten Jahren immer weniger geworden. Heutzutage ist es vor allem noch die Pflege der rund 11 Hektaren Wald. Zudem werden kulturelle Veranstaltungen in der Region unterstützt. «Wir geben auch jeweils einen Beitrag an die Schullager und an die Seniorenfahrt.»

Simon Wiedmer erklärte die weiteren Schritte, die der Informationsveranstaltung folgen. «Das ist alles vom Gemeindegesetz vorgegeben.» An den Gemeindeversammlungen im Juni werde das Geschäft bei den Bürgern und den Einwohnern traktandiert. «Dort wird aber nur über das Eintreten gesprochen.» Abgestimmt werde Ende August an der Urne. Bei der Urnenabstimmung sei einzig speziell, dass die Kriegstetter Bürger zwei Stimmcouverts erhalten: Eines für die Bürger- und eines für die Einwohnergemeinde.

Beide Partner sind finanziell gesund

Werde an der Urne zugestimmt, dann würden die beiden Gemeinden liquidiert und zu einer neuen Gemeinde, der Einheitsgemeinde Kriegstetten, fusioniert. «Die neue Gemeinde übernimmt alle Rechte und Pflichten der beiden ehemaligen Gemeinden», so Wiedmer. Er betonte zudem, dass weder Bürger- noch Einwohnergemeinde aus finanziellen Gründen fusionieren wolle. «Beide Gemeinden sind gesund».

Die Fusion ändere nichts am Kriegstetter Bürgerrecht. «Das Bürgerrecht wird künftig von der Einheitsgemeinde vergeben und alle Bürger bleiben Bürger.» Nachteilig wäre einzig, dass die Bürger weniger Mitspracherecht hätten. «Sie können sich aber natürlich künftig in der Einheitsgemeinde einbringen».

Spezialfinanzierung für den Wald

In den gemeinsamen Diskussionen habe man sich zudem dazu entschieden, dass die wichtigsten Traditionen der Bürgergemeinde, der Waldgang und das Bereitstellen der Weihnachtsbäume für die Bürger, weitergeführt werden sollen.

Für den Unterhalt des Waldes, der zurzeit defizitär ist, würde künftig eine Spezialfinanzierung Wald in der Rechnung geführt. Angegliedert an das Bauressort soll sich ein Waldbeauftragter um die Waldbewirtschaftung kümmert..

Bürgergemeindeversammlung, 8. Juni. Einwohnergemeindeversammlung, 10. Juni. Urnenabstimmung, 29. August.