Gemeindeversammlung
Für Unterramser gibts Weihnachtsgeschenk im Doppelpack

Die Gemeindeversammlung von Unterramsern bewilligte die Reduktion des Steuerfusses von 120 auf 115 Prozent und eine Senkung der Kanalgrundgebühr.

Gundi Klemm
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In Unterramsern wird der Steuerfuss um 5 Prozent gesenkt.

In Unterramsern wird der Steuerfuss um 5 Prozent gesenkt.

Maddalena Tomazzoli

Die an der Budgetgemeinde unter der Leitung von Gemeindepräsident Markus Menth beteiligten 23 Stimmberechtigten waren mehr als zufrieden. Denn die gute Finanzlage der Gemeinde erlaubt, dass der Steuerfuss für natürliche und juristische Personen von 120 auf 115 Prozent gesenkt wird.

Zudem hat die vom Souverän angeregte Überprüfung der Spezialfinanzierungen ergeben, dass im Bereich Abwasser die Kanalisationsbenützungsgebühr von 200 auf 150 Franken jährlich herabgesetzt werden kann. Erfolgt ist dies bereits im Oktober dieses Jahres. «Das sind Weihnachtsgeschenke im Doppelpack» freute sich Finanzverwalter Ruedi Ziegler und startete damit seinen Überblick zu wesentlichen Positionen des Budgets.

Veranschlagt für 2017 ist in der Erfolgsrechnung ein Gesamtaufwand von 935 000 Franken, dem ein Ertrag von 958 000 Franken gegenübersteht und zu einem Rechnungsplus von 23 400 Franken führt. Unterramsern profitiert dabei auch von der Zuwendung aus dem innerkantonalen Finanz- und Lastenausgleich. Die kleine Gemeinde erhält im nächsten Jahr 113 500 Franken. Im laufenden Jahr sind es «nur» 86 600 Franken. Der höhere Beitrag erklärt sich damit, dass die Steuerkraft von Unterramsern im Vergleich zur durchschnittlichen kantonalen Steuerkraft vermutlich von 80 auf 76,7 Prozent sinken wird.

Nach der Reduktion des Steuerfusses auf 115 Prozent erwartet die Gemeinde rund 600 000 Franken Fiskalabgaben (2016: 621 000 Franken) Ohne kommunale Schulden verfügt jeder Einwohner über ein Pro-Kopf-Nettovermögen von 1081 Franken. Investiert wird für brutto 323 000 Franken in den Ersatz der mehr als hundertjährigen Wasserleitung vom Restaurant «Pflug» bis zur Gemeindegrenze mit Brittern/Gemeinde Buchegg.

Gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis

«Wir brauchen hier eine intakte Leitung, bei der es nicht mehr regelmässig zu Schäden kommt», begründete der Gemeindepräsident die gemeinsam mit dem Planungsbüro BSB entwickelte «beste Variante im Kosten-Nutzen-Verhältnis». Denn vorgesehen mit Planungskosten von 20 000 Franken ist der Anschluss an die Wasserversorgung Schöniberg/Buchegg, um dem kantonal bewilligten Generellen Wasserprojekt GWP bis spätestens 2019 zu entsprechen. Im Erdvortrieb auf öffentlichem Boden soll die Leitung mit Ersatz von Hausanschlüssen und Hydranten gebaut werden. Die aus der Spezialfinanzierung Wasser getragenen und einstimmig genehmigten Kosten werden auch von der Gebäudeversicherung subventioniert, hiess es auf Nachfrage. Für Unterramsern erweist es sich als Vorteil, dass Buchegg selbst eine Leitung zum Reservoir Schöniberg baut.

Neu im Budget ist eine zweckbestimmte Position Werterhalt mit 5000 Franken. Damit soll ein Betrag geäufnet werden, der demnächst die Renovation des Alten Schulhauses und eventuell den Einbau von Wohnungen erlaubt. Die Versammlung war damit ebenso einverstanden wie mit allen Gebührenansätzen und dem gesamten Budget. Überzeugt, dass ein gesunder Haushalt sich weiterhin realisieren lasse, zeigte sich Menth. Denn die Gemeinde wachse ja durch die zugezogenen Bewohner neuerbauter Häuser. Gegenwärtig befinde sich im neuen Quartier Rüti ein Wohnhaus im Bau und zwei weitere seien in Planung. Bereits abgeschlossen seien dort die Strassenerschliessung und die geforderte Renaturierung durch Baum-Anpflanzungen.

Eindringlich machte der Gemeindepräsident darauf aufmerksam, das drei Mitglieder im Gemeinderat in den kommenden Wahlen im Mai 2017 zu ersetzen sind. «Ich bitte Euch um rechtzeitige Meldungen bis Februar von am Gemeinwesen interessierten Personen», wandte er sich an die Versammlung. Gleichzeitig müsse auch ein neue Präsidentschaft für die Rechnungsprüfungskommission (RPK) gefunden werden.

Weil die Mobilität in Unterramsern zum Problem werden könnte, beteiligt sich die Gemeinde werbemässig am Angebot «Publiride». Menth erläuterte die mit einer einfachen Anmeldung auf publiride.ch/Bucheggberg einsehbaren Bedingungen, um Lücken im öffentlichen Verkehrsnetz zu füllen. Im gesamten Bezirk bestehen 100 Mitfahrgesuche. In der Mitfahrgelegenheit etwa zum Arbeitsplatz oder zu Arztbesuchen eröffnen sich preisgünstige Fahrten und sympathische Begegnungen.