Biberist
Für die Überbauung im Zentrum muss viel geplant werden

Die Überbauung rund um die Post und die Erschliessungsplanung beschäftigen den Gemeinderat von Biberist.

Rahel Meier
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Vier Einzelbauten, die auch als Ensemble wirken, sollen im Zentrum entstehen.

Vier Einzelbauten, die auch als Ensemble wirken, sollen im Zentrum entstehen.

Rahel Meier

Im Zentrum von Biberist soll an der Post- und Hauptstrasse eine neue Überbauung realisiert werden. Der Gestaltungsplan wird gleich über drei Parzellen gelegt. Alle bisherigen Planungsschritte wurden zwischen Bauherrschaft, Architekten, Baubehörden und kantonalen Behörden abgesprochen.

Am Montagabend wurde dem Gemeinderat die bisherige Planung vorgestellt. Das beplante Areal liegt nach rechtsgültigem Zonenplan in der dreigeschossigen Kernzone Zentrum, mit einer Ausnützungsziffer von 0,9. angestrebt wird neu eine Überbauung mit einer sogenannten «urbanen Dichte» von 1,8.

Vier Baukörper sollen sowohl als eigenständige Gebäude, wie auch als Ensemble wirken. Entlang der Hauptstrasse ist ein fünf- bis sechgeschossiger Baukörper angedacht. Ein Riegel entlang des Bachs soll die Strassenfront fortführen. Dazu kommen zwei Punkthäuser. Die vier Baukörper sollen einen klaren Aussenraum definieren, sind aber gleichzeitig durchlässig für Fussgänger. Zusätzlich wird ein gemeinschaftlicher Innenhof geschaffen. Die Eingänge der Wohnungen sind auf den Innenhof gerichtet. Die öffentlichen Nutzungen sind im Erdgeschoss angesiedelt.

Im Weiteren hat der Rat

- die Baumeisterarbeiten für den Kanalisationsleitungsneubau im Schöngrün zum Preis von 350 263 Franken vergeben. Die Arbeiten werden mit dem Bau der «HD Gasleitung 5bar» zwischen Solothurn und Derendingen koordiniert;

- dem Landerwerb für den Neubau der Bushaltestellen an der Gerlafingenstrasse (Buswarteraum Kaiserstrasse) und an der Solothurnstrasse (St. Urs) zugestimmt;

- Beiträge gesprochen: 1000 Franken für den gemischten Chor; 8000 Franken für die Erneuerung der Sammlung im Museum Wasseramt; 500 Franken für die Singknaben St. Ursen und 1000 Franken für das Zentrum Oberwald (Zirkuswoche Wunderplunder). (rm)

Die Post erhält neue Räume, bleibt aber örtlich gesehen an der gleichen Stelle wie heute. Angedacht ist der Bau von 86 neuen Wohnungen: 12-mal 11⁄2 Zimmer; 36-mal 21⁄2 Zimmer; 32-mal 31⁄2 Zimmer und 6-mal 41⁄2 Zimmer. Dazu stellt man sich die Vermietung an ein Café und eine Bäckerei, eine chemische Reinigung, eine Physiotherapie, einen Coiffeur, ein Kosmetikstudio, ein Ärztezentrum, eine Drogerie oder Apotheke, einen Fahrradladen, ein Blumenladen und ein Reformhaus vor.

In der Diskussion kam vor allem die Parkplatzfrage auf. Den meisten Gemeinderäten erschien die unterirdische Parkierung mit 88 Plätzen als zu knapp. Dem sei man sich bewusst, so die Bauherrschaft, und man habe ein Büro damit beauftragt, die Situation, auch was die Erschliessung als Ganzes angehe, vertieft zu betrachten. Ansonsten stimmte der Gemeinderat den Entwurfsideen zu. Somit kann nun ein Gestaltungsplan erarbeitet werden, der dem Gemeinderat wieder vorgelegt wird.

Mehr als 70 Änderungen

Der Gemeinderat beschäftigte sich zudem mit dem Erschliessungsplan. Dieser dient als Grundlage für die Ortsplanung. Die Überarbeitung hatte als Hauptziel, den motorisierten Individualverkehr und den Langsamverkehr zu trennen, erklärte Uriel Kramer (Präsident Bau- und Werkkommission, BWK). Dabei wurden wo immer möglich für den Langsamverkehr direkte und damit kurze Verbindungen durch die Quartiere ausgeschieden, sodass gleichzeitig der motorisierte Verkehr auf den Hauptachsen priorisiert werden kann. Damit soll die Verkehrssicherheit erhöht werden.

Der BWK-Präsident stellte den Gemeinderäten gebietsweise jede einzelne der 74 Änderungen vor. Dabei ging es noch nicht um einen Entscheid. Die Detaildiskussion wird erst Mitte September stattfinden. Vorgesehen ist der Bau diverser neuer Trottoirs.

Beispielsweise entlang der Schöngrünstrasse vom Lunaweg bis in den Kindergarten, entlang der Aesplistrasse, entlang der Bleichenbergstrasse und bei der Kreuzung Bachstrasse/Altisbergstrasse. Bestehende Trottoirs sollen zudem ergänzt werden, beispielsweise am Höhenweg, an der Blümlisalpstrasse, von der Holzackerstrasse bis zur Waldstrasse, entlang des Vörtliackerweges bis zum Kindergarten, entlang des Lindenweges, und zwischen Giriz- und Neuquartierstrasse, aber auch an der Aespli- und der Bleichenbergstrasse.

Mit der Überarbeitung des Erschliessungsplanes sind auch diverse neue Fuss- und Radwege vorgesehen. Diese sind teilweise nötig, weil neue Quartiere entstanden sind. Bereits bestehende Fusswege sollen planerisch gesichert werden. Weiter werden diverse Strassen neu klassiert und Privatstrassen sollen, dort wo die Eigentümer einverstanden sind, ins Gemeindestrassennetz aufgenommen werden.

Der Gemeinderat hat zudem beschlossen, dass vis-à-vis dem Coop ein offener Bücherschrank hingestellt werden soll. Die Idee wurde kommissionsübergreifend erarbeitet. Ein Bücherschrank dürfte rund 13'000 Franken kosten. Die Hälfte davon soll via Sponsoring hereingeholt werden. Für die restlichen 6500 Franken wurde eine Defizitgarantie gesprochen.

Streit um Parkierung während der Kilbi

Hans Marti (SVP) erkundigte sich, ob die blaue Zone während der Kilbi aufgehoben werde. Er hatte im Protokoll der Kilbikommission gelesen, dass dieses Thema heftig diskutiert wurde. Bauverwalter Ueli Sterchi verneinte dies. Es sei schwierig, die blaue Zone für ein Wochenende aufzuheben. Vor allem hätten die Automobilisten nachher das Gefühl, das Fahrzeug könne einfach überall parkiert werden. «Und das ist nicht so, wir haben ein Strassenverkehrsgesetz.» Daraufhin wollte Hans Marti wissen, wieso man dann beim slowUp eine Ausnahme gemacht habe. «Beim slowUp werden ganze Quartiere vom Verkehr abgeschnitten. Will jemand mit dem Auto wegfahren, muss er die Möglichkeit haben, dieses ausserhalb seines Quartiers zu parkieren», so Sterchi. Trotzdem sei es keine Option, die Regelung für die Kilbi aufzuheben. Wenn sich Automobilisten nicht an die blaue Zone halten und alles zuparken – wie dies am letzten Wochenende offenbar der Fall war –, dann gebe es nur eines: «Die Polizei anrufen, die Bussen verteilt.» Hans Marti zeigte sich nicht befriedigt von der Antwort, nahm sie aber so zur Kenntnis. (rm)