Jahresrückblick 2014
Für die Gemeinden in der Region war der 1. Mai ein Stichtag

In den Bezirken Lebern, Bucheggberg und Wasseramt möchten die ländlichen Gemeinden weiter wachsen, in den grossen Gemeinden wird gebaut – die Inkraftsetzung des neuen Raumplanungsgesetzes prägte das Jahr.

Rahel Meier
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Eine Momentaufnahme von der Baustelle auf dem Wissensteinfeld, die die Dimension des Projektes zeigt.

Eine Momentaufnahme von der Baustelle auf dem Wissensteinfeld, die die Dimension des Projektes zeigt.

Hanspeter Bärtschi

Raumplanung ist schon seit einiger Zeit ein Thema, das die Gemeinden beschäftigt. Mit dem Gelände rund um die ehemalige Borregaard und dem «Papieri»-Areal in Biberist sind schon länger Planungen mit überregionalem Charakter angelaufen. Heuer wurde nun auch mit dem Überbauen auf dem Wissensteinfeld begonnen. Die Planung für das neue Service- und Dienstleistungszentrum in Derendingen wurde in Rekordzeit durch alle Instanzen gebracht.

Während man sich in Derendingen freut, dass 220 Arbeitsplätze entstehen, wurden auch kritische Stimmen laut. Diese beklagten sich über den Verlust an Kulturland. 80 000 Quadratmeter Land braucht der Neubau der Steinhoff-Gruppe. Egal ob aus der Vogelperspektive gesehen oder während des Sonntagsspaziergangs. Die Baustelle ist eine der grösseren, die es in der Region in den letzten Jahren gab.

Es wurde munter eingezont

Auch im Leberberg wurde weiteres Industrieland eingezont. Hohe Wellen warf vor allem die Genehmigung des Teilzonen- und Erschliessungsplanes Bellach Ost. Damit wurden 3,27 Hektaren aus der Industrie-Reservezone in die neu geschaffene Spezialzone Bellach Ost umgezont.

Zu einer Flut von Leserbriefen führte die Idee der Swiss Prime Site, das «Widi» zur Arrondierung ihres Geländes rund um die ehemalige Sulzer AG zu kaufen, es zu überbauen und die Sportvereine in den Osten der Gemeinde, zum Sportzentrum, umzusiedeln. In dieser Sache ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Vorangetrieben wurde im Weiteren auch die Planung für das Attisholz. Die betroffenen Gemeinden Luterbach und Riedholz konnten das Gelände gemeinsam mit dem Kanton entwickeln und ihre Visionen einbringen.

Am 1. Mai wurde das neue Raumplanungsgesetz in Kraft gesetzt. In vielen Gemeinden wurde deshalb im März und April noch auf Hochtouren geplant. Der Regierungsrat genehmigte in seiner Sitzung vom 29. April diverse dieser Planungen. Vor allem die Bucheggberger Gemeinden versuchten auf die letzte Minute, ihre Anliegen noch durchzupauken – und waren meist erfolgreich damit.

Genau auf den letztmöglichen Termin hin wurde die Gesamtrevision der Ortsplanung Biezwil genehmigt. Die ländlich geprägte Gemeinde konnte Neueinzonungen von Bauland und Umzonungen zweier ehemaliger Landwirtschaftsbetriebe realisieren. Auch die Gemeinde Lüterswil-Gächliwil konnte die Gesamtrevision der Ortsplanung am 29. April genehmigen lassen. Allerdings gab es hier nur eine marginale Vergrösserung der Bauzone.

Schon eine Woche vorher durfte die Gemeinde Unterramsern zur Kenntnis nehmen, dass ihre Ortsplanung genehmigt wurde. Mit der neuen Planung werden immerhin 1,6 Hektaren Landwirtschaftsland in die Bauzone eingezont. Wobei 0,76 Hektaren neu zur Freihaltezone gehören und nur gerade 0,4 Hektaren effektiv Wohnzone sind.

Bauboom auf dem Land

Im Ortsteil Hessigkofen der Gemeinde Buchegg wurde der Teilzonen- und Erschliessungsplan Schmärleiben genehmigt. Es geht dort um einen Bauernhof, der seit Jahren als Pferdepension funktioniert, dafür aber in der falschen Zone liegt. Gleichzeitig mit der Bereinigung der Situation wurde auch die Möglichkeit geschaffen, einen neuen Reitplatz für den Reitverein Bucheggberg anzulegen.

Auch auf den letzten Drücker wurde die Änderung des Bauzonen- und Erschliessungsplanes «Feuerwehrmagazin» für die Gemeinde Messen genehmigt. Auch in Messen – aber im Ortsteil Brunnenthal – wurden per 29. April nicht mehr genützte landwirtschaftliche Gebäude umgezont und damit deren Ausbau zu Wohnzwecken ermöglicht.

In Aetingen (Gemeinde Buchegg) wurde die Umzonung des Schulhauses und des Kindergartens genehmigt. In Lommiswil wurde per 29. April eine Aussiedlung eines Bauernhofes vorbereitet. Die nicht mehr benötigten Gebäude und Grundstücke wurden neu der Kernzone zugeteilt.

Auch das geschah 2014:

Strickler am Ende René Strickler hat vor Gericht kein Glück. Per Ende 2015 muss er seinen Raubtier-Park in Subingen definitiv räumen. Er spricht allerdings weiterhin davon, dass er Investoren suchen und umziehen will.

Strickler am Ende René Strickler hat vor Gericht kein Glück. Per Ende 2015 muss er seinen Raubtier-Park in Subingen definitiv räumen. Er spricht allerdings weiterhin davon, dass er Investoren suchen und umziehen will.

Oliver Menge

Lüsslingen-Nennigkofen: Gemeinderat beisst in eine saure Kirsche

Der Gemeinderat Lüsslingen-Nennigkofen und die Gemeinschaft der Kirschblüten gerieten auch dieses Jahr wieder aneinander. Der vorläufig letzte Akt in der Tragödie ist die Beschwerde, die die Wohnbaugenossenschaft «am Bach» und die landwirtschaftliche Genossenschaft Kirschblüte beim Regierungsrat eingereicht haben. Sie bitten um Ersatzvornahme und erhoffen sich, dass damit Bewegung in den Gestaltungsplan Mühlegarten kommt. Die beiden Genossenschaften möchten ein Ökonomiegebäude mit Werkstatt, Gewächshäuser zur Aufzucht von Gemüse, Werkstätten und einen Dorfladen mit Café bauen. Dazu sind zwei Wohnhäuser mit je fünf Wohnungen geplant.
Der Gemeinderat bedauert dieses Vorgehen und hat zu einem Gespräch am runden Tisch eingeladen. Allerdings erst im nächsten Jahr. Ausserdem soll die Ortsplanung mit der Erarbeitung des räumlichen Leitbildes vorangetrieben werden. (RM)

Happy End für Schulraumplanung Gerlafingen Mit der Ausarbeitung eines komplett neuen Ansatzes für die Schulraumplanung rückt ein Ausbau der dringend benötigten Infrastruktur doch noch in Reichweite. Das Kirchacker-Schulhaus stünde dabei im Mittelpunkt.

Happy End für Schulraumplanung Gerlafingen Mit der Ausarbeitung eines komplett neuen Ansatzes für die Schulraumplanung rückt ein Ausbau der dringend benötigten Infrastruktur doch noch in Reichweite. Das Kirchacker-Schulhaus stünde dabei im Mittelpunkt.

Hanspeter Bärtschi

Elsässlistreit in Derendingen in der Verlängerung

Die mit Schwermetall und PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen) belasteten Böden im Elsässliquartier blieben auch in diesem Jahr ständige Begleiter der Behörden. Dabei ging es flott zu und her. Es gab Gespräche am runden Tisch, Gerichtsurteile, Verfügungen und weitere Beschwerden. Immer noch geht es um dieselbe Frage. Sind die Gärten im «Elsässli» belastete Böden im Sinne der VBBo (Verordnung über belastete Böden) oder sind es belastete Standorte im Sinne der Altlastenverordnung.
Die Gemeinde Derendingen und der Kanton Solothurn stehen sich nun bereits zum zweiten Mal vor Bundesgericht gegenüber. Beide Parteien gehen dabei nicht von ihrer bisherigen Meinung ab. Die privaten Grundeigentümer im «Elsässli» warten das Gerichtsurteil ab. Ihr Verfahren ist zurzeit wieder sistiert. Sie hoffen zudem weiterhin, dass sie sich aussergerichtlich einigen können. (rm)