Lommiswil
Für Botaniker eine Sensation: Blühende Agave in einem Privatgarten

In einem Privatgarten in Lommiswil blüht derzeit eine schon fast 100-jährige Agave. Es ist das erste und einzige Mal. Nach dem Blühen sterben die Pflanzen ab.

Rahel Meier
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Die Agave in Lommiswil (links) ist in die Höhe geschossen und blüht jetzt.

Die Agave in Lommiswil (links) ist in die Höhe geschossen und blüht jetzt.

zvg

Im Botanischen Garten in Bern blüht zurzeit eine Agave. Dies wird auch von den Mitarbeitern des Gartens als «Sensation» bezeichnet. Offenbar ist es ein gutes Jahr für diese Pflanzen. Denn auch in einem Privatgarten in Lommiswil blüht eine Agave. «Wir haben einerseits grosse Freude, dass wir das sehen dürfen. Aber wir wissen natürlich auch, dass die Pflanze das mit dem Leben zahlt und nach der Blüte eingehen wird», erklärt die Besitzerin der Pflanze am Telefon. Die blühende Agave ist gegen 100 Jahre alt.

Die Schwiegereltern der heutigen Besitzer haben sie 1930 aus ihren Flitterwochen in Italien mit nach Hause gebracht. «Im Winter mussten wir die Pflanze jeweils einem Gärtner in Obhut geben, weil sie nicht winterhart ist.» Auch Adrian Lüthy (Präsident Kakteenverein Solothurn) freut sich über den seltenen Anblick. Je nach Art und Grösse der Agave sei die Pflanze erst nach etlichen Jahren bis Jahrzehnten blühreif. «Hier in der Region sind Blüten von grossen Agaven deshalb sehr selten», erklärt er.

«Der ganze Spross, meist eine Rosette aus sukkulenten Blättern, wandelt sich in einen Blütenstand um. Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab.» Agaven stammen aus der Neuen Welt (Amerikanischer Kontinent). Laut Lüthy sind Agaven auch Nutzpflanzen. «Man gewinnt Tequila oder Sisalfasern aus ihnen.»

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