Langendorf
Für alle Frauen da sein: Die Frauengemeinschaft will sich öffnen

Die Frauengemeinschaft Langendorf hat eine neue Führung und will neue Wege gehen.

Christian Sutter
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Die Präsidentin Heike Merklin (links im Bild) und Vizepräsidentin Gabi Rösti stehen für eine Öffnung der ehemals katholischen Frauengemeinschaft ein.

Die Präsidentin Heike Merklin (links im Bild) und Vizepräsidentin Gabi Rösti stehen für eine Öffnung der ehemals katholischen Frauengemeinschaft ein.

Christian Sutter

Der Name «katholische Frauengemeinschaft Langendorf» ist Geschichte. Seit der diesjährigen Generalversammlung im März fällt der Begriff «katholisch» weg und der Verein heisst neu schlicht «Frauengemeinschaft Langendorf».

Nach dem geschlossenen Rücktritt der gesamten Vereinsführung wurde im letzten Jahr der Vorstand neu gewählt. Die neue Präsidentin, Heike Merklin, sowie Vizepräsidentin Gabi Rösti, verfolgen mit dem neuen Vorstand und der Namensänderung nicht nur Kosmetik. Die ehemals katholische Frauengemeinschaft wird interkonfessionell geöffnet.

Neu sollen zudem nicht nur besinnlich–spirituelle Themen Raum finden. Auch weltliche Angebote finden ihren Platz. Das erste Jahresprogramm aus der Feder des neuen Vorstandes verdeutlicht den Anspruch auf ein breites Angebot. So sind Sportangebote wie Walking, Rad fahren oder auch kreative Angebote wie Malen auf Leinwand oder ein Schminkkurs darunter zu finden.

Über die Ökumene hinaus

Auf reformierter Seite wurden im letzten Jahr die noch verbleibenden Frauengruppen aufgelöst. Durch die Öffnung wird nun auch Frauen der reformierten Kirche die Teilnahme ermöglicht. Darüber hinaus solle aber der Zugang für Frauen weiterer, auch nicht christlicher Religionen, sowie Konfessionslosen offengehalten werden, führt Rösti weiter aus. Rösti (reformiert) sowie Merklin (katholisch) möchten alle Frauen in ihrem Pastoralraum mittlerer Leberberg einbeziehen.

Für die Umbenennung des Vereins habe man das Wort «ökumenisch» auch deshalb bewusst weggelassen. Dies würde bereits wieder Einschränkungen im Zugang signalisieren und man wolle nicht mit der angestrebten Öffnung gleichzeitig wieder Ausgrenzungen schaffen. Deshalb sah man von einer Umbenennung in ökumenische Frauengemeinschaft ab.

Neben den neuen Angeboten ist es Merklin und Rösti wichtig, traditionelle und langjährige Aktivitäten beizubehalten. Der sinnlich–spirituelle Teil bleibe ein zentrales Anliegen, setze klare Werte und gehöre zum Zweck des Vereins. Es sei den einzelnen Mitgliedern überlassen, an entsprechenden Anlässen teilzunehmen oder nicht. Entsprechend diesem sinnlich–spirituellen Anspruch sei das bisherige Programm erweitert worden, nicht abgeschafft. Merklin betont, dass der Vorstand für weitere Ideen und Kursangebote offen sei.

Überalterung entgegenwirken

Mit dem neuen Programm und der Erweiterung sollen auch jüngere Frauen angesprochen werden. Wie viele Vereine leidet auch die Frauengemeinschaft unter einem Nachwuchsmangel und kämpft mit zunehmender Überalterung. Die jetzt angestrebte Öffnung kommt jedoch nicht einer durch äussere Umstände aufgezwungenen Massnahme gleich, nur um Mitgliederzahlen stabil zu halten. In den Ausführungen von Merklin und Rösti ist viel Herzblut zu spüren.

Die Reformen stehen auch stark in Zusammenhang mit gesellschaftspolitischen Zielen. Die neue Vereinsleitung möchte Zeichen setzen in einer Zeit der zunehmenden Vereinsamung und einem oberflächlichen Lebensstil. Die Pflege der Gemeinschaft ist für sie ein zentrales Anliegen. Der Verein zählt gegenwärtig etwa siebzig Mitglieder, wobei altersbedingt aber nicht mehr alle aktiv mitwirken können.

Die Aufgaben des Vorstandes erfüllen neben Merklin und Rösti weiter Nicola Bennett Neukom, zuständig für Finanzen, sowie Renate Wyss als Präses. Mit der noch fehlenden Aktuarin verzeichnet der Vorstand selber noch eine wichtige Vakanz.

Eine erste Bilanz zu den Auswirkungen des neuen Programmes und der Öffnung kann in der Gesamtsicht erst an der Generalversammlung vom nächsten Jahr gezogen werden.

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