Flumenthal
Für Aline Sury und Pascal Stampfli endet ein prägendes erstes Schuljahr

Es ist nicht einmal ein Jahr her, da standen zwei Knirpse mit bunten Luftballonen auf dem Turnplatz in Flumenthal und blickten mit grossen Augen in die neue Welt, die sich da vor ihnen auftat. Jetzt endet für die beiden Erstklässler Aline Sury und Pascal Stampli das erste Schuljahr.

Christof Ramser
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Schon bald in Ferienstimmung: Natascha Stampfli (l.) mit Pascal sowie Stefan und Sandra Sury mit Aline.

Schon bald in Ferienstimmung: Natascha Stampfli (l.) mit Pascal sowie Stefan und Sandra Sury mit Aline.

(c) Christof Ramser

Stolz, den Kindergarten hinter sich zu lassen, nervös, weil sie nicht recht wussten, was in diesem Mikrokosmos Schule, der für lange Zeit eine Art zweites Zuhause werden soll, auf sie zukommt. Aline Sury und Pascal Stampfli, zwei frischgebackene Erstklässler, machten am 16. August 2011 den ersten Schritt in die Schule. Den Tag dürften sie kaum je vergessen.

Mit Riesenschritten bewegten sie sich durch das erste Schuljahr, und jetzt stehen Aline und Pascal vor dem Übertritt in die zweite Klasse. Lehrerin und Schulleiterin Verena Wyss bringt den intensiven Entwicklungsprozess der beiden Siebenjährigen auf den Punkt: «Aline, die anfangs scheu und zurückhaltend war, hat stark an Selbstvertrauen gewonnen.»

Sie habe eine Persönlichkeit entwickelt und komme heute eher zum Busch heraus, während sie früher eher abwartete. Eine Beobachtung, die Alines Mutter, Sandra Sury, bestätigt: Ihre Tochter sei erwachsener und weiser geworden, und es sei offensichtlich, dass sie stets einen Schritt weiterkommen will - sei es bei den Hausaufgaben oder beim Klavierspiel.

Ein Grund dafür dürfte die rasche Auffassungsgabe sein, die ihr Eltern und Lehrer attestieren. Alines Lerneifer dürfte sich auch in ausgezeichneten Noten ausdrücken: «Ich hoffe auf zwei ‹Sächsi›», antwortet die wache Schülerin auf die Frage nach ihren Erwartungen. Seit diesem Jahr wurden im Kanton Solothurn Zeugnisse auch für Erstklässler wieder eingeführt. Benotet werden Mathematik sowie Deutsch- und Sachunterricht.

«Sie kann Prioritäten setzen»

Der Wissensdurst ist noch längst nicht gelöscht. Vater Stefan Sury ergänzt, dass seine Tochter gelernt habe, Prioritäten zu setzen. «Sie kann ihre Hausaufgaben und Hobbys organisieren, packt das Znüni selber ein - und lässt das Etui nach Schulschluss nicht mehr im Pult liegen.» Und auch wenn Aline zwischendurch noch ihre Uhr verlege - sie kennt die Zeit und steht morgens selbstständig auf.
Schulische Rückschläge musste Aline im vergangenen Jahr keine verkraften. Trotzdem: Die vergangenen Monate waren intensiv. «Die Energie ist nun etwas verpufft», sagt Sandra Sury. «Nun hat Aline Ferien nötig.»

Und was hat Aline im ersten Schuljahr besonders gefallen? «Ich habe alles gerne gemacht.» Konkret fallen ihr die Plus- und Minusrechnungen ein, die sie bis 20 beherrscht - und sie denkt bereits einen Schritt weiter. «Nach den Sommerferien kommt das Mal-Rechnen.»

«Er kann für seine Sache einstehen»

Auch Energiebündel Pascal hat einen grossen Entwicklungsschritt gemacht und Sozialkompetenz entwickelt, wie Lehrerin Verena Wyss weiss. Dadurch, dass sein Gspänli (in der ersten Klasse in Flumenthal sind es nur zwei Buben) ein feines Gemüt habe und oft ruhig für sich arbeite, musste Pascal erst lernen, aus sich herauszukommen. «Er hat in diesem Jahr gelernt, kritikfähig zu sein, und er kann für seine Sache einstehen», beobachtet Verena Wyss. Auch Mutter Natascha Stampfli betont die positive Entwicklung ihres Sohnes.

Durch die schulischen Herausforderungen sei er vor allem auch ruhiger geworden. «Und trotzdem wird er am Abend kaum müde.» Kein Wunder: Pascal ist eine regelrechte Sportskanone; er besuchte Karateunterricht, spielt Fussball, rennt im Garten herum - und natürlich drückt er auch gerne die Schulbank. Mittlerweile kennt Pascal sämtliche Buchstaben des Alphabets. «Mein Sohn freut sich auf die zweite Klasse», sagt Natascha Stampfli. Ob der Lerndrang bis in die Oberstufe anhält, weiss sie nicht. Doch vorläufig sei es schön zu sehen, mit welcher Motivation Pascal die Herausforderungen wahrnehme.

Bereit für den nächsten Schritt

Doch nun stehen die Sommerferien vor der Tür: Aline freut sich auf eine Woche Ferien im Wallis, auf einen Besuch im Zeppelinmuseum Friedrichshafen und auf abenteuerliche Nächte mit Freundinnen im Zelt - im Garten vor dem Haus. Für Pascal stehen tageweise Ausflüge mit Mutter Natascha sowie eine Woche Ferien mit Vater Urs auf dem Programm.

Nach den grossen Ferien wird Verena Wyss die beiden wieder im Klassenzimmer begrüssen - die Lehrerin begleitet eine Klasse jeweils während der ersten beiden Jahre. Das ermögliche, die Kinder besser kennen zu lernen, und sie könne individueller auf die Persönlichkeit eingehen. Danach entlasse sie die Schüler mit Stolz in die dritte Klasse. «Sie sind dann bereit für den nächsten Schritt auf ihrem Weg durch die Schule», sagt Verena Wyss. «Wenn ich dabei an Aline und Pascal denke, habe ich ein gutes Gefühl.»