Nach Ende ihrer Primarschulzeit besuchen die Jugendlichen aus Lüsslingen-Nennigkofen die Oberstufe in Solothurn. Den Schulweg entlang der Bürenstrasse, der die Aare mittels Velobrücke am Dreibeinkreuz überquert, legen die Heranwachsenden mit dem Fahrrad zurück.

Bis jetzt weist die Bürenstrasse beidseits zwei schmale Radstreifen auf, die angesichts der Verkehrsentwicklung immer gefährlicher werden.

Der Kanton Solothurn hat sich der Sache angenommen und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, in der vier Varianten für eine sicherere Radwegführung geprüft wurden. Das im Projekt Sanierung Bürenstrasse und Umgestaltung des «Aldi-Knotens» federführende Amt für Tiefbau und Verkehr (AVT) teilte den Anliegergemeinden Biberist und Lüsslingen-Nennigkofen mit, dass ein durchgehender Radweg nördlich gelegen, zwischen Aare und Bürenstrasse, in der Gegenüberstellung zu einem erweiterten Radstreifen besser bewertet sei und als sinnvoll betrachtet würde.

Mark Hostettler (BSB Biberist), Peter Portmann und Daniel Müller (AVT) präsentierten an der letzten Ratssitzung den Planungsstand. Die gleiche Information erhält die Baukommission Biberist in der nächsten Woche. Denn der fragliche Abschnitt der Bürenstrasse und ihre Kreuzung mit der Auf- und Abfahrt zur Autobahn und zur Solothurner Umgehungsstrasse gehören zum Biberister Gemeindegebiet, das sich hier bis an die Aare ausdehnt und mit dem Areal Hohberg an Lüsslingen-Nennigkofen grenzt.

Und die Kosten?

Mit dem einseitig angelegten Radweg für beide Richtungsspuren und einer strassenseitigen Grünrabatte würde die Fahrbahn eine Gesamtbreite von 10.30 bis 11.30 m erhalten. Nötig wäre dann eine Verbreiterung der bestehenden Strasse um rund 2 m. Die Kosten für den Radweg werden von den Fachleuten auf 685 000 Franken geschätzt.

Die vorgesehene Umgestaltung des «Aldi-Knotens», sprich Einmündung von Auf-und Abfahrt Autobahn, würde mit Lichtsignalanlage 600 000, ausgeführt als Kreisel 645 000 Franken kosten. Im Vergleich zeigte sich hier wie beim einseitigen Radweg, dass die Lichtsignalanlage das bessere Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweist. Gegenwärtig befindet sich das Projekt in der kantonalen Vorprüfung.

Gespräche über eine Geländearrondierung in der Aareschutzzone und beim anstossenden Landwirtschaftsland haben mit positivem Ergebnis schon stattgefunden. Wenn sich aus den Mitberichten der Fachstellen keine Probleme ergeben, könnte der Erschliessungsplan nach den Sommerferien aufgelegt werden. Von den beiden betroffenen Gemeinden wird ein Feedback bis anfangs April erwartet. 

Die Realisierung des Knotens könnte im kommenden Jahr erfolgen, hiess es. Der Radweg würde dann 2018 gebaut. Weil auf ihrem Gemeindegebiet gelegen, betrifft Biberist ein Grossteil der Kosten. Die an der Präsentation beteiligten Fachleute bezifferten dies in Höhe von 40 Prozent des finanziellen Aufwands. Auf Lüsslingen-Nennigkofen entfällt nur ein finanzieller Anteil für die Strecke vom Römerweg bis zum Bärebach.

Mitverantwortung in Biberist

In der Ratsdiskussion, an der auch der frühere Lüsslinger Gemeindepräsident Ernst Hürlimann teilnahm, weil ihm der sichere Schulweg nach Solothurn sehr am Herzen lag, zeigten alle Voten deutliche Befriedigung über die jetzt auf dem Tisch liegende Lösung mit doppelspurigem Radweg auf der Nordseite der Strasse. «Wir sind allerdings von der Grosszügigkeit der Gemeinde Biberist abhängig, die hier an der Bürenstrasse für die Sicherheit unserer Schuljugend eine Mitverantwortung trägt», betonte Gemeindepräsident Herbert Schluep.

Brigitte Rohrbach wies darauf hin, dass diese Veloverbindung Teil des offiziellen Velowegs Schweiz sei. Zuhanden des Kantons hielten Ratsmitglieder fest, dass die Umgestaltung des Knotens – ob nun mit Lichtsignalanlage oder als Kreisel- nicht «matchentscheidend» sei. Zu dessen Aussehen habe man keinerlei Wünsche.

«Es wäre uns aber sehr angenehm, wenn der von uns favorisierte Radweg vorgängig als erstes gebaut würde», betonte der Gemeindepräsident, der die übrigen Baumassnahmen, wozu auch die Sanierung der Betonstrasse zählt, ins Mehrjahresprogramm schieben würde. Portmann betonte, dass alle baulichen Massnahmen kostensparend und einfach, aber ohne qualitative Einbusse ausgeführt würden.

Nochmals die Schuljugend

Gemeinsam mit Feldbrunnen-St. Niklaus, das seine Oberstufenschülerinnen und -schüler gleichfalls nach Solothurn schickt, fanden Verhandlungen über eine neue Vereinbarung mit der Schul-Standortgemeinde statt. Rolf Iseli berichtete, dass die Schulgeld-Belastung für Lüsslingen-Nennigkofen etwas günstiger ausfällt, da von der Vollkostenrechnung die Schülerpauschale künftig abgerechnet wird.

Zudem verfüge die Gemeinde beim Schulträger noch über ein Guthaben von 260 000 Franken, das sich aus Beiträgen für bauliche Investitionen bildete. Die Musikschule, die sich in den Elternbeiträgen vermutlich verteuert, wird aus dem neuen Vertrag herausgelöst und mit einer eigenen Vereinbarung geregelt.