Dass Jasmine Huber (FDP) derart viele Stimmen machen würde, hat wohl niemand, auch sie selber nicht erwarten dürfen. Der einzige, der wusste, woher der Wind wehen könnte, war Willi Lindner (Parteilos). Er gab schon vorzeitig Forfait für den gestrigen Nachmittag. Er sei abwesend, an einem Berglauf. Und er sei enttäuscht, wenn er nicht wenigstens 50 Stimmen holen würde. Es ist mehr als das Doppelte geworden. Verstecken hätte er sich deswegen nicht müssen, holte er doch mehr Stimmen als die Dritt-und Letztplatzierte Stephanie Ritschard (SVP).

Das Verdikt der Riedhölzer Stimmbevölkerung ist eindeutig. Von 1629 Stimmberechtigten gaben 774 ihren Wahlzettel ab. Das sind 47,51 Prozent. 8 Personen legten leer ein. Ein Wahlzettel war ungültig. Blieben 765 gültige Stimmen. Davon holte sich Jasmine Huber 77,1 Prozent oder 590 Stimmen. Willi Lindner folgte mit 14,5 Prozent und 111 Stimmen vor Stephanie Ritschard, die 8,4 Prozent oder 64 Stimmen abholte.

Enttäuschung ist gross

«Was, nur so wenig? Das ist enttäuschend», sagte Stephanie Ritschard, als sie telefonisch das Resultat vernahm. «Wäre ich in einer anderen Partei, hätte ich schon lange den Gipfel erreicht», ist Ritschard überzeugt. Sie habe einen guten Wahlkampf betrieben, «wobei ich das Gefühl hatte, ich sei fast die einzige». Sie akzeptiere die Wahl und gratuliere der alten und neuen Gemeindepräsidentin. Nichtsdestotrotz wolle sie auch künftig kritische Fragen stellen. Sie danke denjenigen, die sie gewählt haben und hoffe, dass die Stimmen ihr galten und nicht ihrer Partei.

Grosse Freude bei der Siegerin

Die Freude im Restaurant Post ist gross. Dort trafen sich Jasmine Huber, Familie und Nachbarn, sowie politische Freunde und Weggefährten zur Wahlfeier. «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Es waren doch zwei weitere Kandidaten. Es hiess zwar schon , ich hätte Rückhalt im Dorf. Aber wenn deswegen die Leute nicht stimmen gehen, weil ‹sie› ja sowieso gewählt wird, dann hätte es gefährlich werden können.» Sie sei deshalb froh, dass die Stimmberechtigten zahlreich an die Urne gingen.

«Das ist wie eine Qualifikationsgespräch. Die vielen Stimmen zeigen mir, dass ich doch in den letzten vier Jahren eine gute Arbeit gemacht habe.» Das Resultat habe sich an den Gemeinderatswahlen angekündigt, als sie am meisten Stimmen holte. «Es gibt mir Rückhalt für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben.»

Die Qualifikation hat Jasmine Huber, geht es nach dem ehemaligen Gemeindepräsidenten Peter Kohler, mit Bravour geschafft. «Es ist eine Personenwahl. Sie konnte sich in den letzten vier Jahren in der Gemeinde verankern, hat sich in die Dossiers eingearbeitet, und deshalb hat sie auch eine enorme Entwicklung durchgemacht.»

«Wahltag ist Zahltag. Du hast das erhalten, was Du verdient hast», erklärt FDP-Ortsparteipräsident Dieter Schaffner in einer kurzen Rede. Die 590 Stimmen habe Jasmine Huber nicht nur von ihrer Partei geholt. Schaffner nennt das Resultat hervorragend. Er freue sich, dass zur Feier nicht nur Parteifreunde aus Riedholz sondern Gäste aus dem ganzen Leberberg gekommen sind.