«Die Jahresrechnung 2018 liegt auf dem Tisch und für einmal sieht es für Deitingen erfreulich aus», sagt Michael Tüfer, Ressortleiter Finanzen. Dies, obwohl die Prognosen im Vorfeld düster ausgefallen sind. Ende 2017 lehnte die Bevölkerung eine Steuerfusserhöhung um fünf Prozent noch ab. Woraufhin die Gemeinde in einen Bilanzfehlbetrag rutschte. Die Erfolgsrechnung schliesst nun aber um knapp 428'000 Franken besser ab als budgetiert. Somit präsentiert sich die Rechnung 2018 anstatt mit einem Aufwandüberschuss von 202 400 Franken, mit einem Ertragsüberschuss von 225'620 Franken.

Die Änderungen kamen einerseits durch Mehreinnahmen bei den Steuern und zum anderen durch eine Wertberichtigung bei der Beteiligung an der Dorfzentrum Deitingen AG zustande. «Das eine konnten wir bewusst steuern und das andere hat sich aus der Situation heraus ergeben», erklärt Tüfer. Finanzverwalter Christoph Lütolf fügte jedoch an, dass man sich bei der Wertberichtigung vor Augen führen müsse, dass es sich um einen reinen Buchgewinn handle, bei dem «kein roter Rappen geflossen ist».

Jeden Franken umgedreht

Der Steuerabschluss wiederum fällt gegenüber dem Budget um rund 170'000 Franken besser aus. «Das, was wir 2018 mehr einnehmen konnten, ist das, was uns 2017 bei den Steuern gefehlt hat», sagt Michael Tüfer. Dadurch habe die Gemeinde die Möglichkeit, sich etwas schneller zu regenerieren als geplant. Denn aufgrund des guten Ergebnisses konnte der Bilanzfehlbetrag, der ab 2019 innert fünf Jahren abgeschrieben werden muss, auf 104'000 Franken reduziert werden. Obschon das Ergebnis für Deitingen überraschend positiv ausfiel, zeigte sich der Gemeinderat lediglich verhalten euphorisch. Denn der allgemeine Tenor im Rat lautete, dass sich die Gemeinde trotz eines positiven Ergebnisses 2018 noch nicht am Ziel befinde.

Die Abschlüsse fielen über alle Abteilungen hinweg besser aus als prognostiziert. «Man hat den Sparmassnahmen Rechnung getragen und nicht sämtliche Positionen vollends ausgeschöpft», erklärt der Finanzverwalter. Aufgrund der disziplinierten Ausgabenpolitik habe man sich zweimal überlegt, ob eine Ausgabe auch wirklich getätigt werden soll. Dadurch sei aber auch einiges «hinausgestüdelt» worden. Ob dies letztlich die richtige Strategie gewesen sei, so Lütolf weiter, werde sich weisen.

Selbst finanziert

Die Nettoinvestitionen beliefen sich auf 647'100 Franken und fallen somit um rund 106'000 Franken höher aus als im Budget vorgesehen. Die Verschiebungen entstanden insbesondere im Bereich der Gemeindestrassen. So sei es etwa zu Verzögerungen bei der Schachen- und Hofuhrenstrassen gekommen. Dadurch wurden die Arbeiten nicht wie geplant im 2017 abgeschlossen, sondern erst zu Beginn des Jahres 2018. Die Nettoinvestitionen konnten aufgrund einer Selbstfinanzierung von 671'250 Franken aber vollumfänglich aus den eigenen Mitteln finanziert werden.