Das farbige Haus an der Hauptstrasse 32 fällt bei der Durchfahrt nicht speziell auf. Sein Name ist «Villa Rosentau», bietet 16 Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen einen Lebensraum und entspricht, gemäss Heimleiterin Eveline Rauber, den baulichen Vorschriften für soziale Organisationen teilweise nicht mehr. Eine Sanierung nur vom Altbau «Villa Rosentau» wäre zu teuer, und die jetzt schon dichten Raumverhältnisse könnten kaum verbessert werden, führt Rauber aus.

Mit dem geplanten Neubau könnten die erforderlichen baulichen Anpassungen umfassend realisiert werden. Der Neubau entsteht auf der Rückseite der von der Hauptstrasse her sichtbaren «Villa Rosentau». Nach ersten Vorbereitungsarbeiten noch diesen August soll mit dem Aushub der Baugrube im September des laufenden Jahres begonnen werden.

Während der Bauzeit werden die Bewohnerinnen und Bewohner weiter im alten Haus betreut. Nach dem Umzug in den Neubau ist eine Sanierung des Altbaus vorgesehen, wobei der nachträglich angebaute Schopf abgebrochen werden muss und das Dach neu eingedeckt wird. Der Einzug in den Neubau ist für November 2018 terminiert.

Mehr Platz für alle

Für die Bewohnerinnen und Bewohner werden die Zimmer im Neubau grösser, und die sanitären Anlagen werden aufgestockt. «So erhalten die bei uns lebenden Menschen auch mehr Rückzugsmöglichkeiten,» führt Rauber aus. Denn im Altbau werden die Zimmer reduziert und die teilweise noch vorhandenen Doppelzimmer entfallen. «Für alle Bewohnerinnen und Bewohner wird es nur noch Einzelzimmer geben», so Rauber weiter.

Heimleiterin Eveline Rauber

Heimleiterin Eveline Rauber

Der Neubau wird zudem komplett Rollstuhl gängig gebaut. Ebenso wird die Küche in den Neubau verlegt und den eigentlich schon heute erforderlichen Kapazitäten angepasst. Im Altbau werden die Dachzimmer aufgehoben. Wer von den Bewohnerinnen und Bewohnern in den Neubau wechselt und wer im dereinst sanierten Altbau sein Zimmer behalten wird, sei gemäss Rauber noch zu entscheiden.

Auch die Mitarbeitenden erhalten mehr Platz. So wird das kleine Büro im Rahmen der Sanierung des Altbaus vergrössert und es gibt einen klar erkennbaren Eingangsbereich mit Empfang für Besucherinnen und Besucher.

Nur dank Spenden realisierbar

Das ganze Bauvorhaben mit Sanierung des Altbaus kann gemäss Rauber nur durch grosszügige Spenden umgesetzt werden. Namentlich sind das die MBF Foundation, die Ernst Göhner Stiftung, die Solothurner Bürgschaftsgenossenschaft, Swiss Life sowie eine weitere Stiftung, die anonym bleiben will.

Durch den Neubau wird sich am Grundangebot und den Zielsetzungen nichts ändern. Die «Villa Rosentau» besteht seit 2002 und funktioniert rechtlich als gemeinnütziger Verein. Mit vier Einrichtungen an drei Standorten, insgesamt 29 Betten und einer Tagesstätte werden die Kernaufgaben – die Schaffung eines eigenständigen Lebensraumes für psychisch und mehrfach behinderte Erwachsene und deren Reintegration – weiter gelten. Nach dem Neubau könnte das Platzangebot um 2 Wohnplätze und 5 Plätze in der Tagesstätte ausgebaut werden. Ein Gesuch ist beim Kanton eingereicht worden.

Der Neubau erfüllt die gesetzlich vorgegebenen Mindestanforderungen und ist eine logische Folge innerhalb eines Professionalisierungsprozesses der gesamten Institution, welcher 2009 mit einer umfassenden Reorganisation und Neuorientierung begann. Die Kosten des Neubaus sind auf 2 900 000 Franken veranschlagt, die anschliessende Renovation der «Villa Rosentau» auf 900 000 Franken. Zusammen mit dem vorgängigen Grundstückkauf betragen die Gesamtprojektkosten 4 500 000 Franken. Realisiert wird das Projekt durch die Architekten Aarplan AG.