Überraschend klar und positiv für einen Verkauf der Widi war die Stimmung an der Gemeindeversammlung in der Sporthalle. Weggeblieben sind die Gegner des Widi-Verkaufs, oder hat sich gar deren Meinung geändert?

Gemeindepräsident Stefan Hug vermutet, dass die Gegner möglicherweise nicht mehr an ihre Chance glaubten. «Das sage ich jetzt im Nachhinein, denn ich habe grossen Respekt für ihre Anliegen.» Man habe sich offenbar überzeugen lassen, dass das Projekt gut und ausgereift sei.

Eine genaue Eingangskontrolle sei erfolgt, um das absolute Mehr ermitteln zu können. Gut möglich, dass aber auch die von 577 Stimmberechtigten besuchte Gemeindeversammlung im Dezember 2014, als der Widi-Verkauf erstmals traktandiert war, ihre Spuren hinterlassen hat.

«Mir wurde damals zugetragen, dass Auswärtige im Saal waren. Ich kann das aber nicht beweisen. Dies galt es sicher auch zu verhindern.» Patrick Marti, Gegner des Widi-Verkaufs, glaubt nicht, dass damals viele Leute tricksten. «Ich finde es aber richtig, dass auch künftig kontrolliert wird.» Er war ebenfalls überrascht, dass nicht mehr Zuchwilerinnen und Zuchwiler die Gemeindeversammlung besuchten. «Viele dachten wohl, dass die Meinungen gemacht sind, und der Verkauf nicht mehr verhindert werden kann.»

«Ich denke, dass einige, die sich bisher gegen den Verkauf aussprachen, ihre Meinung geändert haben», sagt Michael Marti, Präsident des FC Zuchwils und Finanzverwalter der Gemeinde. Den Anteil der Stimmberechtigten im Fussballclub schätzt er auf bis zu 80. Im Vergleich zur ersten Abstimmung habe sich mit der detaillierteren Planung Wesentliches verändert. «Man wusste, auf was man sich einlässt.» Zudem habe sich die allgemeine Stimmung in der Bevölkerung bemerkbar gemacht. Eine Stimmung, die eher Richtung Verkauf ging. Die These, dass an der ersten Gemeindeversammlung auch etliche Nichtstimmberechtigte teilnahmen, will er nicht stützen. «Ich kenne die Leute ja auch, das wäre mir aufgefallen.»

Positive Ertrags-Entwicklung

An der Rechnungsgemeinde war neben dem Widi-Verkauf natürlich auch die Rechnung 2015 ein Thema. Die Rechnung schloss bei einem Aufwand von 58,267 Millionen Franken mit einem Plus von 1,173 Millionen Franken. «Eigentlich war das Plus höher. Aber wir haben 3 Millionen Franken zusätzliche Abschreibungen realisiert», erklärt Finanzverwalter Michael Marti. Er beleuchtete an der Gemeindeversammlung die Negativ- und Plusposten. So wurden in der Sozialhilfe zirka 650'000 Franken mehr als budgetiert ausgegeben. Bei den Steuererträgen stellte Marti bei den juristischen Personen einen leichten Einbruch um 150'000 Franken fest.

Dagegen haben sich die Erträge bei den natürlichen Personen mit einem Plus gegenüber dem Budget von 1,7 Mio. Franken erfreulich entwickelt. Namentlich die Quellensteuern fliessen reichhaltig, also die direkten Lohnsteuern von ausländischen Arbeitnehmern, beispielsweise in der Firma Synthes.

Der Ertragsüberschuss wurde dem Eigenkapital zugewiesen, das nun 6,948 Millionen Franken (Vorjahr: 5,775 Millionen Franken) beträgt. Die Schulden konnten auf 41 Mio. Franken (45,5 Millionen Franken) reduziert werden.