Horriwil

Frischer Wind im Gemeindepräsidium

Martin Rüfenacht (Archiv)

Martin Rüfenacht (Archiv)

Martin Rüfenacht absolvierte seine erste Gemeindeversammlung als Gemeindepräsident. Bald muss er sich wieder der Wahl stellen.

Der frische Wind in Horriwil hält auch Traditionen in Ehre. Der in Horriwil eingeheiratete Wahlkommissionspräsident Attila Lardori erfuhr vom Horriwiler Dorflied, das irgendwo in einer Schublade schlummere und an dem seine neue Verwandtschaft in den 1940er Jahren massgeblich beteiligt war. Nach einer Suche wurde er fündig und behändigte Lied und Noten. Dann animierte er das Frauechörli Horriwil, welches das Lied zum Anlass der Gemeindeversammlung einstudierte und zur Freude aller vortrug.

Lardori erzählte in der Folge von der Arbeit der Wahlkommission. Dieser gelang es, für das bald 900-Seelen-Dorf eine Gemeinderatswahl mit mehr Kandidaten als vorhandenen Sitzen zu organisieren. Er blickte auch nach vorne, auf die Gemeindepräsidentenwahl. Diese wurde wegen dem überraschenden Rücktritt des bisherigen Gemeindepräsidenten verschoben. «Wir fanden es nicht passend, wenn der neue, im Februar gewählte Gemeindepräsident bereits jetzt wieder hätte antreten müssen», so Lardori.

Die Wahl findet nun am 24. September statt. Wahlvorschläge müssen bis 7. August eingereicht werden. Der neue Gemeindepräsident Martin Rüfenacht tritt wieder an. «Von Konkurrenten habe ich bis jetzt nichts gehört», so Rüfenacht. Wird er Gemeindepräsident, muss von den gewählten neuen Gemeinderäten die letztplatzierte Nicole Schnyder weichen.

Eigenkapital wächst

Der frische Wind fand eine Fortsetzung in der Präsentation der Rechnung 2016 durch den neuen Gemeindepräsidenten. Martin Rüfenacht hatte sich beim externen Finanzverwalter Roland Kummli, der in Subingen die Finanzen verantwortet, genau informiert und konnte die wesentlichen Zahlen und deren Zustandekommen den anwesenden 34 Stimmberechtigten problemlos nahe bringen.

Die Erfolgsrechnung schliesst nach einem zusätzlichen Abschreiber von 154'950 Franken mit einem Ertragsüberschuss von respektablen 363'160 Franken, bei einem Gesamtaufwand von 4,178 Mio. Franken. Die Nettoinvestitionen betrugen 265'926 Franken. Grösster Brocken war der Abschluss der Sanierung Schulhaus. Dort konnte der Kredit von 255'000 Franken beinahe punktgenau eingehalten werden. Das Pro Kopf-Vermögen liegt inzwischen bei 3237 Franken.

Mehr Steuereinnahmen

Bereits aufkommenden Begehrlichkeiten in Bezug auf eine Steuersenkung versuchte Rüfenacht den Wind aus dem Segel zu nehmen. Einerseits habe die Gemeinde vom Finanzausgleich profitiert. Andererseits erfolgte mit der Umstellung des Rechnungsmodells auf HRM2 eine Neubewertung der fünf gemeindeeigenen Grundstücke. So wurde das Land im Dorfkern um eine halbe Million besser bewertet, was sich aber vor allem in der Bilanz auswirkt. Wesentlich waren die Steuereinnahmen, die sich positiv entwickelten und im Vergleich zum Budget um gut 10 Prozent besser abschlossen.

Die «Gefahr» einer weiteren Steuersenkung hat Rüfenacht nicht wirklich gebannt. In den Mitteilungen war auch das umstrittene Dorfzentrum ein Thema. Nachdem der Regierungsrat eine Beschwerde gutgeheissen hatte, muss der Gemeinderat die Einsprecher zum Gestaltungsplan Dorfzentrum Nord würdigen. Dieser Prozess muss anfangs Juli abgeschlossen sein.

Einführen möchte Rüfenacht und mit ihm der Gemeinderat ein Informationsblatt. Dafür sucht er interessierte Schreiber. Die erste Ausgabe will er mit eigenen Ressourcen realisieren.

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