Gerlafingen
Freude am positiven Abschluss bleibt durchzogen

Der Gemeinderat verabschiedete Gerlafingens Jahresrechnung mit einem Ertragsüberschuss von 341'188 Franken. Thema war auch die Aufteilung der Sozialbezüger innerhalb der Sozialregion Wasseramt-Süd.

Gundi Klemm
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Die Rechnung der Gemeinde schliesst im Positiven.

Die Rechnung der Gemeinde schliesst im Positiven.

Hansjörg Sahli

Wie im Vorjahr verzeichnete der Gerlafinger Jahreshaushalt 2015 mit einem Gesamtertrag von 37,8 Mio. Franken einen Überschuss. Nach 1.7 Mio. in der Laufenden Rechnung im Jahr 2014 konnten diesmal 341'188 Franken dem Eigenkapital von 2,88 Mio. Franken zugewiesen werden.

Doch die Freude am positiven Abschluss bleibt durchzogen, weil zahlreiche strukturelle Probleme unübersehbar bleiben. Gemeindeverwalterin Katalin Kulcsar listete die «historisch-soziodemografischen» Merkmale in ihrem Kommentar zur Rechnung auf.

Darin beklagte sie auch die schlechte Zahlungsmoral bezüglich der Gemeindesteuern von gesamthaft 12. 3 Mio. Franken, die am Jahresende 2015 zur Hälfte noch nicht bezahlt waren. Allerdings verzeichnet die Gemeinde auch Betreibungserfolge auf Verlustscheinen, die nicht budgetierte 51'000 Franken einbrachten.

Der Finanzausgleich trug mit 1.84 Mio. Franken zum Ergebnis bei, das laut Kulcsar durch Budgetdisziplin und das konsequente Kostencontrolling bei allen Ausgaben erzielt wurde.

Beispielsweise konnten beim Sachaufwand insbesondere in der Bildung 667'000 Franken eigespart werden. Mit 630'000 Franken konnte eine Teilrückzahlung von Darlehen getätigt werden, welche die Zinsbelastung auf 200'000 Franken reduzieren.

Entschieden hatte sich die Finanzkommission zur Begleichung der Deckungslücke für die einmalige Zahlung an die Kantonale Pensionskasse im Umfang von 2.3 Mio. Franken, die in linearer Abschreibung auf 40 Jahre künftige Haushalte ebenso belasten. Investiert wurde netto für 3,4 Mio. Franken.

Bessere Verteilung

Namens der SVP hatte Thomas Wenger eine Anfrage an die Sozialregion Wasseramt-Süd eingereicht mit der Bitte um Klärung, wie Asyl suchende Personen innerhalb der Sozialregion verteilt werden. Aufgefallen war nämlich, dass Gerlafingen 62 Personen aufgenommen hat, aber die kleinen Gemeinden mehrheitlich keinerlei Plätze zur Verfügung stellen. Wichtig für Thomas Wenger bleibt, dass Belastungen nicht nur durch die Leitgemeinde der Sozialregion getragen werden. Wenger, der von allen Fraktionen unterstützt wurde, betonte: «Wir brauchen den Ausgleich».

Im Rat erteilten Nadja Lüthi, Präsidentin der Plenarkommission Wasseramt Süd und Etienne Gasche als Leiter der Sozialen Dienste Auskunft. Daraus ging hervor, dass keine weitere Unterbringung für Asylsuchende in Gerlafingen beansprucht wird, sondern dass die Plenarkommission ihre Mitglieder beauftragt hat, in den kleineren Gemeinden entsprechenden Wohnraum zu suchen.

Stellenbedarf bei Sozialregion

Die in neuen Räumen an der oberen Kriegstettenstrasse arbeitende Sozialregion kämpft permanent mit einer Überlastung, die fast 500 betreute Dossiers verursachen. Gemäss Gasche konnten die Kosten im Sozialbereich stabilisiert werden, weil verschiedenste Massnahmen greifen. Aber eine markante Veränderung in den Fallzahlen sei nicht zu erwarten. «Wir verspüren Druck von allen Seiten», so Gasche. «Der Betrieb läuft tatsächlich auf Volldampf», beschrieb Gemeindepräsident Peter Jordi die Lage, in der er sogar häufig durch Anfragen involviert werde.

Um weitere personelle Ressourcen zu schaffen, beantragt die Plenarkommisssion die Aufstockung des Stellenetats im Administrativbereich. Mit 9 ja und 2 Enthaltungen genehmigte der Rat nach intensiver Aussprache die Erweiterung des Stellenplans um 80 Stellenprozente inklusive Lohn- und Sozialkosten mit einem Nachkredit von rund 27 000 Franken. Somit sind in der Fachmitarbeit 5,4 Mitarbeitende und in der Administration 2 Kräfte tätig.

Gasche wies darauf hin, dass in dieser Aufstellung weder der zusätzliche Aufwand für die Leitung noch alle durch die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde beauftragten Abklärungen enthalten seien.