Recherswil
Frequenzen sind zu gering: Bushaltestelle "Schreinerei" soll aufgehoben werden

Der Gemeinderat Recherswil hat erneut über die Aufhebung der Bushaltestelle "Schreinerei" diskutiert. Er bleibt dabei, dass die Haltestelle aufgehoben und damit 17'000 Franken eingespart werden sollen. Mit den beiden anderen Haltestellen sei die Erschliessung genügend gut.

Rahel Meier
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Die Bushaltestelle "Schreinerei" wird nur "auf Verlangen" bedient und man kann nur aus-, nicht aber einsteigen.

Die Bushaltestelle "Schreinerei" wird nur "auf Verlangen" bedient und man kann nur aus-, nicht aber einsteigen.

Hanspeter Bärtschi

Der Gemeinderat Recherswil bleibt dabei: Er bittet den Kanton, die Bushaltestelle «Schreinerei» aufzuheben. Diesen Entschied fasste der Gemeinderat an seiner letzten Sitzung mit einer Gegenstimme. Die Haltestelle «Schreinerei» wird nur auf Verlangen bedient – und es ist nur das Aussteigen möglich. Wer mit dem Bus aus dem Dorf wegfahren will, muss heute schon ins Dorfzentrum laufen. Hintergrund des Gesuches: Seit diesem Jahr erhebt der Kanton neu einen Beitrag für die Bedienung der Haltestelle von rund 17'000 Franken jährlich.

Im Rahmen der Budgetdebatte und wegen der nicht allzu rosigen Finanzaussichten in der näheren Zukunft hatte der Gemeinderat die Aufhebung schon im letzten Jahr diskutiert. Daraufhin reichte eine stattliche Anzahl Anwohnerinnen und Anwohner ein Schreiben beim Gemeinderat ein und bat darum, den Entscheid nochmals zu überdenken. Deshalb wurde die Bau-, Werk- und Umweltkommission damit beauftragt, eine Bedarfsanalyse zu erstellen.

Frequenzen zeigen ein deutliches Bild

Neben der Haltestelle «Schreinerei» gibt es in Recherswil zwei weitere, voll ausgebaute, Haltestellen. Laut Zahlen des Busbetrieb Solothurn und Umgebung (BSU) steigen im «Dorf» wochentags durchschnittlich 169 Personen, samstags 130 und sonntags 61 Personen ein. Aussteigende sind es etwas weniger. Wochentags 152, samstags 105 und sonntags 62. Bei der Haltestelle «Freiheit» sind die Frequenzen ähnlich. Es steigen wochentags durchschnittlich 140 Personen ein und 144 aus; am Samstag steigen 97 Fahrgäste ein und 95 aus. Am Sonntag sind es 55 Einsteigende und 60 Aussteigende. Ganz anders sehen die Zahlen für die Haltestelle «Schreinerei» aus. Wochentags stiegen gerade mal 10 Personen aus, am Samstag 8 und am Sonntag gar nur 6. Umgerechnet auf den Betrag von 17000 Franken heisst das, dass Recherswil für jede Person die bei der «Schreinerei» aussteigt einen Betrag von fünf Franken bezahlt. «Das ist nicht verhältnismässig», so Gemeindepräsident Hardy Jäggi auf Anfrage.

Im Gemeinderat wurde auch diskutiert, ob statt der Aufhebung der Bushaltestelle der Ausbau zu einer Doppelhaltestelle Sinn machen würde. Die Mehrheit des Gemeinderates war sich aber sicher, dass die Frequenzen danach nicht wesentlich höher würden. Das Einzugsgebiet sei zu klein und rund um die Haltestelle werde in naher Zukunft auch nicht gebaut. Zusätzlich komme dazu, dass die beiden Haltestellen «Dorf» und «Freiheit» für die Einwohnerinnen und Einwohner gut erreichbar sind. Im schlimmsten Fall muss man 500 Meter zu Fuss zurücklegen, um an eine Bushaltestelle zu gelangen. Wem das zu weit ist, der kann die Gratis-Parkplätze nützen, die bei den Bushaltestellen vorhanden sind.

Entspricht der Kanton dem Gesuch, dann wird die Bushaltestelle frühestens mit dem Fahrplanwechsel im nächsten Dezember aufgehoben.

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