Buechibärg-Treff

Freilichtspiel Schärer-Micheli: Enorm viel Arbeit steckt hinter den Kulissen

Regisseurin Yvonne Hofer vor dem umgestalteten Haus in Lüterswil, mit Schärer-Micheli und Souffleuse.

Zum zweiten mal führte der Buechibärg-Treff Interessierte auf eine Erlebnistour. Es ging hinter die Kulissen des Freilichtspiels «Schärer-Micheli».

In gut drei Wochen ist es soweit: Der Wunderdoktor Schärer-Micheli wird Blutvergiftungen kurieren, Wässerchen gegen Nervenkrankheiten verschreiben und Erkältungen heilen. Am 14. August hat das sechste Freilichtspiel des «Buechiwägervereins» Premiere. Was aber alles dahinter steckt, bis die Zuschauer eine amüsante, einwandfreie Aufführung geniessen können, ist diesen meist nicht bewusst. Die zweite Erlebnistour vom Buechibärg-Treff führte an den Aufführungsort in Lüterswil. Sie erlaubte den rund 50 Anwesenden einen beeindruckenden Blick hinter die Kulissen.

Alles muss stimmen

Vor über zwei Jahren ging die Regisseurin Yvonne Hofer auf die Suche nach einem Stück, das für eine Freilichtaufführung geeignet war. Mit dem «Schärer-Micheli» wurde sie fündig. Sie musste die Aufführungsrechte einholen. Ebenso brauchte jede Anpassung, die für eine Aufführung im Freien nötig war, die Zustimmung des Verlags. Dann galt es, Laienschauspieler anzuwerben und zu prüfen. Stimme, Ausdruck, optische Erscheinung waren Kriterien, die stimmen mussten. «Nur der Micheli war von Anfang an gesetzt», erzählte die Regisseurin. Alle weiteren Rollen hätte sie mit den Bewerbern und Bewerberinnen besetzen können.

Die Spieler wurden vermessen und die zu ihrer Figur passende Bekleidung gesucht. Die Erstellung eines Probeplans, wer wann und mit wem üben musste, verlangte Hofer einiges an Koordinationsfähigkeit ab. Licht und Ton sind eine weitere Herausforderung. Die Techniker müssen über den Verlauf des Stücks Bescheid wissen und jedes einzelne der 21 Mikrofone im Griff haben, um es rechtzeitig ein- oder auszuschalten. Die Scheinwerfer sollen ebenfalls zur rechten Zeit die richtige Szene beleuchten.

Spendierfreudige Buechibärger

Für die Besetzung des Organisationskomitees brauchte es zahlreiche Leute. Präsidium, Sekretärin, Kassier, Unterhaltungschef sind nur einige davon. Co-Präsident Ulrich Stebler hält die Fäden in der Hand und koordiniert die verschiedenen Stellen. Im April 2017 tagte das OK erstmals. Stebler freut sich, dass die Gewerbler im Bucheggberg sich so bereitwillig als Sponsoren zur Verfügung stellten. Alle, die er als Hauptsponsoren angefragt hatte, gaben ihre Zusage. «Das gibt es nur im Bucheggberg», ist er überzeugt.

Niemand wird gestört

Eine Knacknuss war die Suche nach einem geeigneten Spielort. Vorerst gab es nur Absagen. Mit dem Haus bei der alten Trittibachsäge in Lüterswil landete das OK schliesslich einen Glückstreffer. «Das Haus steht leer. Somit wird niemand durch die Proben gestört», erklärte Stebler. Dies sei für die Bewohner jeweils eine rechte Zumutung. Das Bauteam unter der Leitung von Adrian Schär richtete die Fassade hübsch her. Mauern und Riegel erhielten einen frischen Anstrich. An den Fenstern blühen Geranien. Ein Teil der Mauer musste einer neuen Türöffnung weichen. Die seitliche Holzfassade kann man aufklappen. Dahinter kommt das Sprechzimmer zum Vorschein.

Rückbauten werden keine nötig sein, weil das Haus voraussichtlich abgerissen wird. Mit 250 Meter Holzbalken und 100 Quadratmeter Platten wurde die unebene Terrasse zu einer bespielbaren Bühne umgestaltet. Der Einblick in eine Theaterprobe zum Schluss der Tour machte manchen Besucher «gluschtig», eine Vorstellung zu besuchen.

3. Erlebnistour: Do 26. Juli, K+K, Kirche und Käse in Oberwil. Mehr Infos gibt es hier.

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