Gemeinderat

Freibad Zuchwil soll saniert werden und eine Traglufthalle bekommen

Die Vorzeichen für die Sanierung des Freibades inklusive einer Traglufthalle für einen Winterbetrieb stehen gut.

Die Vorzeichen für die Sanierung des Freibades inklusive einer Traglufthalle für einen Winterbetrieb stehen gut.

Der Zuchwiler Gemeinderat stimmt einer Erneuerung des Freibades sowie dem Winterbetrieb mit einer Traglufthalle zu. Diese soll jährlich 200'000 Franken kosten.

Endlich, ist man geneigt zu sagen, wurde die Sanierung des Freibades im Gemeinderat traktandiert. Davon geredet wurde schon seit Monaten im Zusammenhang mit den recht erfolgreichen Bittgängen der Zuchwiler in den Nachbargemeinden für Beiträge an die Traglufthalle. Diese würde einen Winterbetrieb mit 6 Bahnen im 50-Meter-Becken des Freibades ermöglichen – und sie würde das regionale Sportzentrum (SZZ) in seiner «Leuchtturm»-Funktion weiter befördern.

Die Traglufthalle wäre auch das Zückerchen, das die teure Sanierung des Freibades versüssen würde. Denn das Freibad sei «nice to have», wie Gemeindepräsident Stefan Hug (SP) sagte. Und die Sanierung des Freibades für 8,5 Millionen Franken «ein kühnes Unterfangen». Aber eben, das 1974 in Betrieb genommene Freibad hat die Altersgrenze erreicht. «Mit der Traglufthalle und dem Winterbetrieb erhält das Projekt der Sanierung eine durchschlagende Kraft.» 

Zumal, so der Gemeindepräsident, sich die Zuchwilerinnen und Zuchwiler ihr Sportzentrum immer schon etwas kosten liessen. «Abstimmungsvorlagen sind klar angenommen worden. Im Gemeinderat und an Gemeindeversammlungen erhält das Sportzentrum jeweils deutliche Mehrheiten.» Die Beteiligungen der Regionsgemeinden am Sportzentrum «sind ein Bekenntnis für unser Sportzentrum».

Stimmen gegen die Sanierung

Die SVP liess sich von diesen beinahe erdrückenden Belegen für die positive Stimmung der Zuchwiler für ihr Sportzentrum nicht beirren. Sie wiederholte alt bekannte Bedenken. «Das Freibad haben wir in Gottes Namen nun mal», setzte Ersatzgemeinderat Markus Mottet an. «Aber die Finanzlage von Zuchwil wird nachhaltig geschädigt, wir lehnen die Sanierung ab.»

Auch Ersatzgemeinderätin Susanne Grütter (SP), die den in Ausstand getretenen SZZ-Verwaltungsrat Patrick Marti vertrat, erhob Bedenken wegen des Energiebedarfes für die Traglufthalle. «Ja, die Halle braucht viel Energie», stimmte Peter Baumann, Leiter Bau und Planung, zu. Wasser und Luft müssten geheizt werden. Immerhin werde die Energie per Fernwärme herantransportiert, und das neue Becken sei isoliert. «So wie ich SZZ-Direktor Urs Jäggi kenne, wird er alles unternehmen, um die Anlage energietechnisch zu optimieren», sagte Baumann. Damit waren die Bedenken geäussert.

Der Sanierung mit Traglufthalle wurde mit 8 Ja gegen 2 SVP-Nein zugestimmt. Auch SZZ-Verwaltungsrat Daniel Grolimund (CVP) befand sich im Ausstand, hatte aber keinen Ersatz. Das Sanierung ist an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 18. September traktandiert und kommt am 26. November an die Urne.

Investition wäre Nullsummenspiel

Das Freibad ist eines von elf Profitzentern im SZZ, «aber nicht kostendeckend», wie Urs Jäggi im Gemeinderat erklärte. Die Schäden an der Bausubstanz, Technik und Infrastruktur seien immens. So komme es zu Hautschürfungen, Wasserverlusten und die Technik und Steuerung sei inzwischen dermassen alt, dass kaum jemand sich noch auskenne. 2001 wurde schon eine Sanierung thematisiert. Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen. «Wir wollen das Freibad für alle Benutzergruppen attraktivieren.» Mit 6 Bahnen sei das 50-Meter-Becken richtig dimensioniert. «Mehr Bahnen kommen zu teuer.» Ausgeführt wird das Becken in Chromstahl. Und genutzt wird das Freibad an 120 Tagen.

Traglufthalle über dem Schwimmbecken in Zuchwil

Traglufthalle über dem Schwimmbecken in Zuchwil

Mit dem Winterbetrieb, der Traglufthalle, kämen 230 Nutzungstage hinzu. Die Akzeptanz in der Region und darüber hinaus für dieses Projekt (Investitionskosten für Halle und zusätzliche Garderobe: 1,34 Mio. Franken) sei riesig, denn zwischen Zürich und Lausanne klafft momentan eine Lücke im Angebot von wintertauglichen 50-Meter-Becken. Die Lücke ist so gross, dass der Kanton bereit wäre, statt 550'000 nur bei einer Sanierung des Freibades, 1,3 Mio. Franken bei einer Sanierung mit Winterbetrieb zu sprechen.

Die Stadt Solothurn würde 450'000 Franken spenden, Luterbach 50'000, plus 20'000 für den Betrieb. Die Liste ist nicht vollständig, muss aber um einen Namen ergänzt werden. Regio Energie Solothurn ist bereit, als Namenssponsor 100'000 Franken für die Investition sowie 10'000 Franken jährlich für den Betrieb zu leisten. Damit sind für Zuchwil die Kosten für die Traglufthalle ein Nullsummenspiel. Mit oder ohne Halle käme die Sanierung auf netto 8 Millionen Franken zu stehen.

Betriebskosten rechnen sich auch

Im Betrieb kostet die Halle 200'000 Franken jährlich. Um diese nach einem Jahrzehnt ersetzen zu können, müssen jedes Jahr 60'000 Franken abgeschrieben werden. Bei den Einnahmen rechnet Jäggi mit Vermietungseinnahmen von 150'000 Franken. Zuchwil und Solothurn leisten je 10'000 Franken, weitere Gemeinden sind mit dabei. Das kleine Defizit in der Prognose hofft Jäggi noch auszuräumen. Gegenleistung ist der Winterbetrieb im 50-Meter-Becken. Vereine und Wassersportklubs können für 20 Franken pro Stunde eine Bahn mieten, dies an den Abenden ab 17 Uhr. Laut Plan ist die Halle an 44 Stunden in der Woche für die Öffentlichkeit benutzbar, unter Aufsicht.

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